Filmkritiken

Kritik zu „Project Hail Mary?“: Ryan Gosling ist wieder der Astronaut
Abenteuer, DVD & Bluray, Filmkritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Project Hail Mary?“: Ryan Gosling ist wieder der Astronaut

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 20. März 2026. Ryan Gosling zurück im All: Project Hail Mary von Phil Lord und Christopher Miller Es wäre vermutlich nicht übertrieben zu sagen, dass sich Der Astronaut - Project Hail Mary unter den am heißesten erwarteten Blockbustern dieses Jahres wiederfindet. Christopher Nolans Die Odyssee, Denis Villeneuves Dune 3, Steven Spielbergs Disclosure Day und eben auch dieser Science-Fiction-Film vereinen das Opulente gleich mehrfach: große Namen - in diesem Fall Ryan Gosling (an dem - nach Aufbruch zum Mond - erneut das Schicksal der Menschheit im All hängt) und Sandra Hüller als Protagonisten -, große Bilder, ein großes Budget von knapp 248 Millionen Dollar, große Marketingkampagnen, schlichtweg große Versprechen, einen Kinoabend mit Nachh...
Kritik zu „Wie ein wilder Stier“: Der beste Boxerfilm neu in 4K
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Kritik zu „Wie ein wilder Stier“: Der beste Boxerfilm neu in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Der beste Boxerfilm aller Zeiten – Martin Scorseses Wie ein wilder Stier erstmals auf 4K Blu-ray Ein Boxring ist ein seltsamer Ort. Er ist Bühne und Schlachthaus zugleich, ein Raum, in dem jede Bewegung beobachtet wird und jeder Treffer ein Gewaltakt ist. Schweiß, Blut und Blitzlicht verschmelzen zu einem Schauspiel, dessen Brutalität sich nicht allein in den Schlägen offenbart, sondern in den Gesichtern der Menschen, die sie austeilen und ertragen. Martin Scorseses Wie ein wilder Stier (Raging Bull, 1980) beginnt genau dort, wo andere Boxerfilme enden: nicht mit dem Triumph eines Helden, sondern mit der Einsamkeit eines Mannes, der sich längst selbst zum härtesten Gegner geworden ist. Mehr als vier Jahrzehnte nach seiner Premiere erscheint dieses außergew...
Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?
Aktuelle Filmnews, Festival de Cannes, Filmkritiken, Horror, Im Kino, Komödie

Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?

Kritik von Michael Gasch, erstmals zu lesen am 14. Mai 2026 – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Ein neuer Slasher-Klassiker: Teenage Sex and Death at Camp Miasma von Jane Schoenbrun Unter den US-amerikanischen Regisseuren des modernen Kinos gibt es zwei, die schon seit Jahren vereinzelt immer wieder durchscheinen. Programmatisch geht es in den Werken von David Robert Mitchell (It Follows, Under the Silver Lake) und Jane Schoenbrun (zuletzt I Saw the TV Glow) um etwas nicht ganz Greifbares in der menschlichen Kultur. Es ist, als würde sie irgendwie über uns stehen – gemeint ist symbolisch die gesamte globalisierte Welt, wird sie doch am meisten von amerikanischer Soft Power geprägt. Nicht etwa ein Produkt des Menschen ist sie, sondern eine eigene und p...
Kritik zu „Wege zum Ruhm“: Der Antikriegsklassiker neu in 4K
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Kritik zu „Wege zum Ruhm“: Der Antikriegsklassiker neu in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Stanley Kubricks kompromisslose Anklage gegen den Krieg – Wege zum Ruhm erstmals auf 4K Blu-ray Ein Schützengraben trennt Leben und Tod oft nur durch wenige Meter Erde. Über den Köpfen schlagen Granaten ein, unter den Füßen verwandelt sich der Boden in Schlamm, Blut und Angst. Wer hier überlebt, verdankt es selten Mut oder strategischer Überlegenheit, sondern meist dem Zufall. Der Krieg kennt keine Gerechtigkeit – nur Hierarchien. Kriege werden von Generälen geplant, aber von Soldaten bezahlt. Kaum ein Film hat diese einfache Wahrheit mit größerer Klarheit formuliert als Stanley Kubricks Wege zum Ruhm (Paths of Glory, 1957). Nicht der Kampf gegen den Feind steht hier im Mittelpunkt, sondern die erbarmungslose Logik eines Systems, das seine eigenen Soldaten...
Kritik zu „Everytime“: Der Überraschungsfilm des Jahres
Aktuelle Filmnews, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Im Kino

Kritik zu „Everytime“: Der Überraschungsfilm des Jahres

Kritik von Julian Bonsu Der bisherige Überraschungsfilm des Jahres: Everytime von Sandra Wollner Nach dem tragischen Tod ihrer jugendlichen Tochter Jessie leidet Ella unter unvorstellbarer Trauer. Gemeinsam mit ihrem jüngeren Kind Melli und Jessies Freund Lux schlägt sie sich durch das Leben in Berlin und später im Urlaub auf den Kanarischen Inseln, wobei alle drei auf ihre eigene Weise versuchen, ihren Verlust zu bewältigen. Sie versuchen nach vorne zu blicken, wollen aber auch die Vergangenheit nicht loslassen. Die Zeit verschwimmt und nimmt allmählich die Form einer Gespenstergeschichte an. Eine Geschichte, so traurig und schön, dass sie noch lange nach dem Abspann nachwirkt. Mit Everytime hat Sandra Wollner den vielleicht eindringlichsten Film des Jahres geschaffen. „Ist das das g...
Kritik zu „West Side Story“: Der Musical-Klassiker neu in 4K
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Kritik zu „West Side Story“: Der Musical-Klassiker neu in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Der Klang einer zerrissenen Gesellschaft – West Side Story erstmals auf 4K Blu-ray Mit dem limitierten 4K-Mediabook von Capelight Pictures kehrt West Side Story in einer Edition zurück, die einem der größten Klassiker des amerikanischen Kinos gerecht wird – ein Film, dessen Bedeutung weit über das Musicalgenre hinausreicht. Mehr als sechs Jahrzehnte nach seiner Premiere hat Robert Wises und Jerome Robbins' Meisterwerk nichts von seiner Kraft eingebüßt – besonders heute erscheint er mehr denn je als eine schmerzhafte Bestandsaufnahme einer Gesellschaft, deren Versprechen von Freiheit und Gleichheit immer wieder an den Grenzen von Herkunft, Hautfarbe und sozialem Status zerbrechen. Und es ist die Geschichte einer Liebe entgegen aller Widerstände: West Side S...
Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid
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Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid

Kritik von Julian Bonsu - erstmals zu lesen am 7. Juni 2026. Zurück in Madrid: Bitteres Fest von Pedro Almodóvar Keine zwei Jahre nach seinem englischsprachigen Spielfilmdebüt, The Room Next Door, kehrt Pedro Almodóvar mit seinem neuen Film, Bitteres Fest (Amarga Navidad), in die Kinos zurück - dieses Mal wieder in seiner Muttersprache Spanisch. Für Fans von Almodóvars skurriler, gefühlvoller und bunter Welt ist Bitteres Fest wortwörtlich ein Fest für die Sinne. Endlich kann man für circa zwei Stunden wieder in das sinnliche Madrid seiner Filmwelt eintauchen, in kraftvollem Rot baden und in Alberto Iglesias wunderbar opulenter Filmmusik schwelgen. In der Tat sind diese Eigenschaften, zusammen mit der Darstellung von tiefem Drama in Kombination mit komischem Humor, schon seit Jahrzehnt...
Jenseits von Argento – Fünf Giallo-Filme, die ihr kennen solltet
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Jenseits von Argento – Fünf Giallo-Filme, die ihr kennen solltet

Fünf Giallo-Tipps von Marc Trappendreher Nur wenige filmhistorische Strömungen sind so eng mit einem einzelnen Namen verbunden wie der italienische Giallo mit Dario Argento. Seit L'uccello dalle piume di cristallo (Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe, 1970) gilt er als prägende Figur jener Strömung des italienischen Genrekinos, die Kriminalfilm, Thriller, Horror und psychologisches Melodram auf neuartige Weise miteinander verband. Seine Filme (darunter beispielsweise auch Profondo Rosso - Die Farbe des Todes, 1975) machten den Giallo international bekannt und prägen bis heute dessen öffentliche Wahrnehmung. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Der Giallo war nie das Werk eines einzelnen Regisseurs, sondern Ausdruck einer außergewöhnlich produktiven Phase des italienischen Genrekino...
Kritik zu „Alpha“: Der neue Filmrausch von Julia Ducournau
Drama, DVD & Bluray, Festival de Cannes, Filmkritiken, Französischer Film

Kritik zu „Alpha“: Der neue Filmrausch von Julia Ducournau

Kritik von Hendrik Warnke – erstmals zu lesen am 16. Januar 2026. Unmögliche Aufarbeitung: Alpha von Julia Ducournau Alpha ist ein Flop, so weit kann man wohl schon gehen. Einerseits finanziell: Mit rund 820.000 Euro Einspielererlös an den französischen Kinokassen hinkt er nicht nur Julia Ducournaus hervorragendem Debüt Raw hinterher, er schafft es  auch gerade einmal auf rund ein Drittel des Einspielergebnisses von Ducournaus letztem Film, dem Palme d’Or-Gewinner Titane. Und andererseits auch in der öffentlichen Meinung: Eine 5,9 auf IMDb, 6,4 auf Letterboxd, 56 % auf Rotten Tomatoes und unter den größten Enttäuschungen des Jahres vieler Kritiker*innen. „Mit Abstand ihr schlechtester Film. […] Ständig dreht sie sich im Kreis, bis das letzte bisschen Publikumsinteresse aus dem Kino ged...
Kritik zu „Die Odyssee“: Christopher Nolans Irrfahrt
Abenteuer, Action, Aktuelle Filmnews, Drama, Filmkritiken, Im Kino

Kritik zu „Die Odyssee“: Christopher Nolans Irrfahrt

Kritik von Philippe Paturel "Promise me you will come back." Es ist Penelope (Anne Hathaway), die diesen Satz zu ihrem Mann Odysseus (Matt Damon) sagt, sein Gesicht in ihre Hände genommen, kurz bevor er in den Trojanischen Krieg zieht. Wenige Sätze fassen den emotionalen Kern von Homers Jahrtausende altem Literaturepos so knapp zusammen wie dieser, auch wenn die Odyssee eigentlich um weit mehr kreist als nur um das Versprechen der Wiederkehr. Es ist die Geschichte eines Mannes, der aus zehn Jahren Krieg kommt und erst noch einmal zehn weitere Jahre braucht, um überhaupt wieder nach Hause zu finden – nicht nur geografisch, sondern auch als Mensch, der lernen muss, jemand anderes zu sein als der Krieger, der Troja in Schutt legte....