Filmkritiken

Kritik: “House of the Dragon” Staffel 2 (2024)
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Kritik: “House of the Dragon” Staffel 2 (2024)

Eine Gastkritik von Michael Gasch I did not think they would be so eager to die. Endlich wieder Westeros, endlich wieder Lug, Trug, Intrigen und inmitten alldem: Die prächtigsten Schauwerte, die man sich nur wünschen kann. Ab dem 17. Juni 2024 geht House of the Dragon in die zweite Runde... wir durften vorab einen Blick in die ersten vier Folgen hineinwerfen und schauen, wie es mit dem Kampf um Macht im Haus Targaryen weitergeht. Aber auch generell stellten wir uns die Frage: Was macht House of the Dragon eigentlich so herausragend? Darum geht’s: Viele Jahre regierte König Viserys Targaryen auf dem Eisernen Thron. Da er mit keinem Sohn beschenkt wurde, ernannte er seine erstgeborene Tochter Rhaenyra zur Thronerbin. Nach seinem Ableben spaltet sich das Haus. Auf der einen Seite stehen ...
Kritik: Ronin (USA 1998)
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Kritik: Ronin (USA 1998)

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher No questions. No answers. That's the business we're in. Als "Ronin" bezeichnet man einen in Ungnade gefallenen Samurai, der keinen Lehnsherren und keine Ehre mehr hat. Es sind Söldner, die ihr Schwert demjenigen in Dienst stellen, der dafür bezahlt. Der Regisseur John Frankenheimer entwarf 1998 mit Ronin, einem der letzten Filme dieses bedeutenden Filmemachers des New Hollywood (Der Zug; Der Mann, der zweimal lebte), eine Verbrechergeschichte, die weit entfernt des japanischen Kulturkreises von Auftragskriminellen in Europa erzählt. Die erste Szene in den dunklen Gassen von Paris gibt bereits den filmhistorischen Rückverweis vor und deutet auf die Tradition, in die dieser Film sich stellt: Da schält sich die Silhouette eines Mannes in einem lange...
Kritik: King’s Land (DK 2023)
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Kritik: King’s Land (DK 2023)

Eine Gastkritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 80. Filmfestspiele von Venedig 2023, Kritik erstmals zu lesen am 1. September 2023 – Life is chaos. Geschichtskino ist heutzutage bekanntlich so eine Sache. Unabhängig ob es sich um The Green Knight, The Last Duel oder Firebrand, welcher erst vor wenigen Monaten auf den Filmfestspielen in Cannes lief, handelt, zeigt sich immer wieder die problematische Vermarktbarkeit jener Werke - komplett unabhängig von den filmischen Qualitäten, die jeder einzelne Film mitbringt. Regisseur Nikolaj Arcel (Der dunkle Turm) lässt sich davon nicht abschrecken und beschert der Welt nun mit King's Land (internationaler Titel The Promised Land) einen Film über dänische Geschichte im 18. Jahrhundert. Verpackt in frischen Bildern und mit Mads Mikkels...
Kritik: Die Träumer (FR, IT, GB 2003)
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Kritik: Die Träumer (FR, IT, GB 2003)

Listen to me, Theo. Before you can change the world you must realize that you, yourself, are part of it. In Die Träumer entfaltete 2003 der visionäre italienische Regisseur Bernardo Bertolucci, bekannt durch Filme wie Der große Irrtum (Il Conformista) und 1900, eine fesselnde Geschichte vor dem turbulenten Hintergrund der Pariser Unruhen von 1968. Er erforscht die komplexe Dynamik eines Liebesdreiecks und erweckt eine Erzählung zum Leben, die über bloße romantische Verstrickungen hinausgeht. Während die Straßen von Paris in Protesten aufgehen, finden sich drei junge Erwachsene (Michael Pitt, Eva Green und Louis Garrel) in einem Netz aus Begierde, Idealismus, Liebe für das Kino und Rebellion gefangen. Deren Kollision von politischem Eifer und jugendlicher Leidenschaft schafft ei...
Kritik: Anora (USA 2024)
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Kritik: Anora (USA 2024)

Eine Gastkritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – You broke my nose!!! Der deutsche Kabarettist Volker Pispers sagte einmal: „Wenn der Feind bekannt ist, hat der Tag Struktur“. Während Russland nicht nur im realpolitischen Geschehen als das Feindbild schlechthin angesehen wird, gibt es nicht gerade wenig Filme, die sich an dieser Konstruktion bedienen. Von Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben bis hin zu Tödliche Versprechen - Eastern Promises ergibt sich eine breite Depiktion, mit der sich viele Grautöne russischer Stereotype festhalten lassen. Das Drama Anora, das auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere feierte, bricht mit all diesen Konventionen und zeichnet ein gänzlich anderes Bild über eine reiche ...
Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024)
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Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024)

Eine Gastkritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – This is the Matrix. Everything comes from you. And everything is you. In der eröffnenden Szene durchdringt eine unangenehme Atmosphäre den Raum, als ein geheimnisvolles Elixier in die zarte Hülle eines frischen Eies injiziert wird. Mit einem unheilvollen Schimmer beginnt eine transformative Zellteilung, und aus einem einfachen Eigelb löst sich plötzlich ein zweites Leben. In diesem Moment war das irgendwie noch nicht das Gelbe vom Ei. Genug mit Eierwitzen, schließlich handelt es sich bei The Substance um keine Komödie, sondern um einen Horrorfilm, der die Grenzen des Zeigbaren und Erwarteten überschreitet. Elizabeth (Demi Moore) hat es geschafft, wie ihr Stern auf dem H...
Kritik: Emilia Perez (FR, MX 2024)
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Kritik: Emilia Perez (FR, MX 2024)

– gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – If he's a wolf, he'll be a wolf. Jacques Audiard gilt als einer der herausragendsten (französischen) Regisseure der Gegenwart, der mit seiner Vielseitigkeit und seinem unnachahmlichen Stil spätestens seit Der wilde Schlag meines Herzens (2005) das gegenwärtige europäische Kino nachhaltig geprägt hat. Seine Filme bestechen durch tiefgründige Charakterstudien, innovative Erzähltechniken und eine starke visuelle Sprache. Und so verwundert es auch nicht, dass Audiard bereits mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, darunter die Goldene Palme für Dheepan (2015) und der Große Preis der Jury für Ein Prophet. Jacques Audiard überschreitet oft Genregrenzen und behandelt mit großer Sensibilität soziale und pol...
Kritik: Kinds of Kindness (USA 2024)
Aktuelle Filmnews, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Komödie

Kritik: Kinds of Kindness (USA 2024)

– gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – I feel great. I just worry sometimes. Vor etwas mehr als einem halben Jahr entzückte Yorgos Lanthimos’ visionärer Film Poor Things bei seiner Weltpremiere in Venedig das Publikum – auch mein absolutes Filmhighlight des letzten Jahres! Seitdem hat die außergewöhnliche Emanzipationskomödie eine wohlverdiente Flut an prestigeträchtigen Preisen eingeheimst, darunter vier Oscars. Besonders gefeiert wurde Emma Stone, die nach La La Land bereits das zweite Mal als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Ein Grund hierfür dürfte auch sein, dass sie, wie sie bei der Cannes-Pressekonferenz zu Kinds of Kindness verriet - bisher keinem anderen Regisseur so viel Vertrauen schenken konnte wie dem eigenwilligen griechischen Reg...
Kritik: Megalopolis (USA 2024) – Bis dass der Film reißt
Aktuelle Filmnews, Festival de Cannes, Filmkritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Megalopolis (USA 2024) – Bis dass der Film reißt

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher – gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – I will not let time have dominion over my thoughts. Megalopolis – allein der Titel drängt auf die Superlative, die Überwältigung, den Exzess. Die Gigantomanie, die Francis Ford Coppola in seinem neuen Film betreibt, scheidet in Cannes die Geister. Alles an diesem Film deutet auf die grenzenlose kreative Freiheit, die Coppola sich für dieses Herzensprojekt erarbeitet hat. Seine eigene Produktionsgesellschaft American Zootrope kam für diesen Film auf, den Coppola rund vierzig Jahre lang erträumt hat, aber nie angehen konnte. Die umständliche Produktionsgeschichte dieses Films hat im Laufe der Zeit einen übergroßen Charakter angenommen – beispielsweise wurde die Vorproduktionsph...
Kritik: Furiosa – A Mad Max Saga (AUS 2024)
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Kritik: Furiosa – A Mad Max Saga (AUS 2024)

– gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – This is her odyssey. Wenn man Meryl Streep danach fragen würde, was einen guten Regisseur ausmacht, würde sie einfach antworten, dass er nur selbstbewusst sein müsse - das hat sie tatsächlich während der Masterclass gesagt, die sie am 15. Mai in Cannes gegeben hat. Und wer verkörpert dieses Statement besser als George Miller? Er schreitet mit einer Selbstverständlichkeit über den roten Teppich, sein letzter Mad Max-Film Fury Road brachte die Filmlandschaft zum Beben (der Film erhielt am Ende sechs Oscars - für einen Actionfilm unglaublich) und nun hat er für die Dreharbeiten von Furiosa allein vom australischen Bundesstaat New South Wales umgerechnet knapp 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt bekommen. Es war...