Schlagwort: Wotan Wilke Möhring

Kritiken

Filmkritiken zu "Who Am I – Kein System ist sicher", "Focus" und "Blue Ruin"

"Who Am I – Kein System ist sicher" (DE 2014) von Baran bo Odar, u.a. mit Tom Schilling, Elyas M'Barek und Wotan Wilke Möhring Nachdem Maximilian Erlenwein das deutsche Genre-Kino zuletzt schon mit „Stereo“ im großen Stil in den Sand gesetzt hat, darf nun auch Baran bo Odar mit „Who Am I – Kein System ist sicher“ dort anknüpfen und nachweislich bestätigen, dass es unsere Nachbarn aus Österreich mit dem ganzen Genre-Kram einfach besser drauf haben. Grundsätzlich ging an „Who Am I – Kein System ist sicher“ ein durchaus interessanter Diskurs um die Untiefen der Virtualität, die psychische Disposition und die entscheidende Vernetzung beider Segmente zu einem einheitlichen, von Metaphern umwitterten Komplex verloren. Tom Schilling ist da eigentlich auch der richtige Mann, um der Rolle des von...
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Das "Männerherzen" Doppel (DE 2009-2011) Kritik – Beziehungen, Liebeleien und Probleme

"Männerherzen" (DE 2009) Im angesehenen Sportstudio „Fitnessworld“ laufen sich fünf verschiedene Männer immer wieder über den Weg. Zum einen wäre da Niklas, der keinen Schritt wagt, ohne ihn vorher bis ins kleinste Detail zu planen. Philip, ein Freund von Niklas, ist da das genaue Gegenteil, denn Philip lebt in den Tag und nimmt alles so wie es kommt. Aber das lockere Dasein hat schnell ein Ende gefunden, als seine Freundin ihm mitteilt, dass er bald Vater wird. Jerome ist ein flotter Musikproduzent, der sich vor Frauen gar nicht retten kann, bis er den ziemlich eigenwilligen Schlagersänger Bruce Berger am Hals hat und ihn produzieren soll. Der etwas verklemmte Beamte Günther lernt nach Ewigkeiten mal wieder eine Frau kennen, aber Susanne steckt mitten in einer Scheidung mit dem choleri...
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"Homevideo" (DE 2011) Kritik – Ein Schlag in die Magengrube

"Weißt du was? Ich glaube, in 10 Jahren lachen wir beide über die Sache!" Die Zeit der Pubertät ist für jeden Menschen eine schwierige. Der Körper verändert sich, die Eltern nerven, die Schule macht es einem auch nicht unbedingt leicht und man selber muss sich mit den neuen Umständen erst mal so richtig vertraut machen. Man zweifelt an sich, man weiß nicht, in welche Richtung es hier wirklich geht und wenn dazu dann auch noch die Eltern eine ganz eigene Krise bewerkstelligen müssen, dann bekommt man den Kopf gar nicht mehr frei. So geht es auch dem 15-jährigen Jakob, der sich immer weiter zurückzieht und dann auch noch ein Auge auf seine Mitschülerin Hannah wirft. Die komplette Zuneigung schenkt Jakob nur seiner Kamera und da macht er auch vor freizügigen Aufnahmen keinen Halt. Als die ...
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"Der letzte schöne Tag" (DE 2011) Kritik – Abschied und Neubeginn

"Wo ist die Mama jetzt?" Die Sonne scheint, der Himmel ist leicht bewölkt und eine milde Brise weht umher. Ein Tag, so austauschbar und normal wie unzählige andere. Doch nicht heute. Lars, der eigenständig auf dem Bau arbeitet, ist Vater von zwei Kindern: Einmal ist da die pubertierende Maike und dann gibt es noch den kleinen Piet, der die Vorschule besucht. Lars Frau kämpft allerdings schon seit geraumer Zeit still mit ihren schweren seelischen Probleme. Ein letztes Mal greift sie zum Telefon und versucht die Familie anzurufen – ohne durchschlagenden Erfolg. Als Lars nach Hause kommt und seine Frau nicht auffinden kann, macht er sich langsam Sorgen und die schreckliche Gewissheit schlägt gnadenlos auf ihn ein: Sybille ist tot. Selbstmord, irgendwo im Wald. Für jeden der Angehörigen bri...
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"Antikörper" (DE 2005) Kritik – Wotan Wilke Möhring erkennt seine eigenen Abgründe

"Das Böse ist ein Virus. Absolut ansteckend, absolut vernichtend. Du bist schon infiziert." Wenn wir die USA und Deutschland rein aus dem filmischen Blickwinkel vergleichen wollen, dann sollte schnell deutlich werden, dass Deutschland in so gut wie jedem Punkt unterlegen ist. Sei es der finanzielle Standpunkt, oder auch der qualitative. Vermeidlich oder erschreckend ist es in diesem Fall also kein Stück, das sich deutsche Regisseure am Stoff der Vereinigten Staaten versuchen, ihn irgendwie abkupfern und Hollywood in das heimische Land holen wollen, um endlich den eigenen Horizont zu erweitern, denn schließlich sollte jedem bewusst sein, dass wir mit ZDF-Krimis und zotigen Komödien weltweit keine Treffer landen können. Die Moderne verlangt nach einem frischen, aber immer noch seriösen Wi...
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"Soul Kitchen" (DE 2009) Kritik – Hamburg, meine Perle

"Der Reisende ist noch nicht am Ende, er hat sein Ziel noch nicht erreicht." Jeder der sich leidenschaftlich mit Filmen beschäftigt und nicht nur gelegentlich mal die Glotze am Nachmittag anwirft, oder sich zum Einschlafen abends nebenbei etwas berieseln lässt, wird zugeben müssen, dass das deutsche Kino immer schmerzhaftere Worte einstecken muss, ja sogar Hasstiraden sind inzwischen nicht mehr neu oder verwunderlich. Man wiederholt sich natürlich damit schon und jeder wird zugeben, dass die Qualität über die Jahre schon ziemlich deutlich abgenommen hat. Aber zwischen der ganzen Wut auf den filmischen Auswurf vom Heimatland und der grenzenlosen Verachtung gegenüber seichten Komödien mit Axel Stein und Konsorten, dürfen auch die Perlen und Rohdiamanten nicht vergessen werden, die in Zuku...