"Der Plan" (USA 2011) Kritik – Ohne Plan durch die Langeweile

„All I have are the choices I make, and I choose her, come what may. „

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George Nolfi inszenierte mit ‚Der Plan‘ 2011 sein Filmdebüt. Zuvor war er vor allem als Autor in Hollywood unterwegs und schrieb zum Beispiel die Drehbücher zu ‚Ocean’s Twelve‘ und ‚Das Bourne Ultimatum. ‚Der Plan‘ überzeugt nur selten und ist eher ein ödes und uninteressantes Filmchen als ein unterhaltsamer und spannender Thriller.

Die Optik ist wohl der größte Pluspunkt des Films. Ein schönes, elegantes und altmodisches Feeling wird erzeugt, obwohl der Film in der Gegenwart spielt. Dazu die Hochglanzoptik und einige starke Einstellungen. Die Effekte, vor allem bei den „Tür-Szenen“ sind ebenfalls gelungen und stimmig. Aber Aussehen ist eben nicht alles…

Mit der Besetzung hat Nolfi keinen Coup gelandet. Vor allem mit der weiblichen Rolle hat er sich einige Steine in den Weg gelegt. Matt Damon, der deutlich gealtert ist, spielt den Kongressabgeordneten David Norris, dem die Liebe im Leben fehlt. Damon spielt seine Rolle ohne weitere Probleme, wird aber durch Emily Blunt des Öfteren ausgebremst und spielt unter seinen Möglichkeiten. Und da ist auch schon der genannte große Kritikpunkt: Emily Blunt. Für mich eine ABSOLUTE Fehlbesetzung. Die Romanze zwischen ihr und Matt Damon extrem unglaubwürdig. Auch die Liebe auf den ersten Blick nimmt man den beiden nicht ab. Die Nebenrollen überzeugen da schon mehr. John Slattery spielt mit viel Ironie den gelassenen Agenten. Anthony Mackie übernimmt die ernsthaftere Rolle und überzeugt als feinfühliger Adjustment Bureau-Kollege. Dazu dann noch Adjustment-Veteran Thompson, diabolisch und schön unterkühlt gespielt von Terence Stamp.

Mit ‚Der Plan‘ bescherte uns George Nolfi einen der uninteressantesten Mystery-Thriller der letzten Zeit. Die Mystery-Geschichte rundum Adjustment Bureau ist schnell durchschaut und verliert immer mehr das Interesse des Zuschauers, was eben am deutlichen Drehbuchfehlern liegt. Nicht wirklich durchdacht scheint die Geschichte, obwohl natürlich viel mehr drin gewesen wäre. Deswegen kann der Film auch nicht wirklich fesseln oder gar gut unterhalten. Die Szenen, in denen Matt Damon in sich gekehrt nachdenkt, sind zwar überzeugend und ein Film mit Damon als Politiker in der Hauptrolle wäre eine Überlegung wert, aber sie reißen im Gesamteindruck leider auch nichts mehr. Die unglaubwürdige Romanze bremst die Geschichte jedes Mal aufs Neue aus. Bis auf die letzte Flucht-Szene, in der wirklich ein Hauch von Romantik aufkommt bleibt das Knistern oder die Romantik zwischen den beiden völlig aus. Die schwachen Dialoge sind dazu manchmal unfreiwillig komisch und nehmen der Geschichte des Öfteren die Ernsthaftigkeit. Dagegen stehen aber zum Glück noch die Szenen mit Terence Stamp, der in seinen kurzen Szenen noch am meisten durch sein unterkühltes Schauspiel überzeugen kann. Ein typisches Hollywood Happy End gibt dem Film schließlich den Gnadenstoß.

Fazit: ‚Der Plan‘ ist schwaches Mystery-Kino ohne Mystery und Spannung. Die Geschichte wird vom Zuschauer mit erschreckender Gleichgültigkeit verfolgt und bleibt fast über die gesamte Laufzeit völlig uninteressant. Die schwachen Dialoge sorgen noch für einige Lacher, die so natürlich nicht eingeplant waren. Die Möchtegern-Romanze ist eine der unglaubwürdigsten überhaupt. Dennoch können die Nebenrollen überzeugen und auch die tolle Optik macht einiges her, das war es dann aber leider auch.

Bewertung: 4/10 Sternen