"Transformers – Die Rache" (USA 2009) Kritik – Angriff auf die Intelligenz

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Das Gefühl für das richtige Timing, ein solides Drehbuch, akzeptable Schauspieler und Charme. All das, was den ersten „Transformers“-Teil noch sehenswert gemacht hat, schmeißt Michael Bay in der Fortsetzung seiner Roboter-Action über Bord. Das Resultat ist ein belangloses Filmchen am Rande der Katastrophe, welches nur von seinem Nachfolger in Sachen Dummheit übertrumpft wird.

Alles fängt damit an, dass Bay die wahrscheinlich größte Action-Szene des Films direkt am Anfang zeigt. Folglich stellt sich anschließend Langeweile beim Zuschauer ein. Zugegeben, das ist alles super inszeniert, aber noch schlimmer wird es, sobald Bay versucht, die Schauplätze „Bond“-mäßig auf mehrere Kontinente auszubreiten. Zudem wurde viel zu viel Zeit in die optischen Details der Transformers investiert. Diese sind natürlich absolut belanglos, da man bei den hektischen Effekten sowieso nichts davon sieht. Stattdessen scheinen die Lippen von Megan Fox immer größer zu werden. Der Charme aus dem ersten Teil wird erzwungen, sodass die Witze humorlos bis peinlich werden. Zu allem Überfluss wird dem einzig interessanten Transformers Bumblebee die Screen-Time gekürzt. Was im ersten Teil noch durch Erstmaligkeit überzeugen konnte, verkommt nun zur überlangen, standardisierten und nervigen Aneinanderreihung von Effekten. Die fehlplatzierte Dramatik (mit Sams Fasttod als Tiefpunkt) ist eine Frechheit. All das wird auf knapp zweieinhalb Stunden ausgedehnt. Daher muss man sich nicht wundern, wenn man mitten in der Action in den Tiefschlaf fällt.

Bays optische Spielereien gewinnen die Oberhand, die innere Logik wird komplett vergessen. Ich sehe schon, ich wiederhole mich. Das liegt aber daran, dass „Transformers – die Rache“ nichts zu bieten hat, was man kritisieren könnte. Über zwei Stunden ein und dieselbe Chose. Krach, Krach und noch mehr Krach, ein Kopfschmerzen verursachender Score von Jablonsky und die schlimmste Vergewaltigung der Filmgeschichte: John Turturro werden die Worte „Was du jetzt gleich siehst ist Top Secret, erzähl’s nicht meiner Mutter“ in den Mund gelegt. Man muss wohl auf Cybertron aufgewachsen sein, um über solche Witze zu lachen.

Bewertung: 3/10 Sternen