Schlagwort: 1986

Kritiken

"Ferris macht blau" (USA 1986) Kritik – Die Schule schwänzen und das Leben genießen

"Das Leben bewegt sich sehr, sehr schnell. Wenn du nicht gelegentlich anhältst und dich umschaust, könntest du es verpassen." Die Kinder der 1980er Jahre, teilen allesamt die gleichen Erinnerungen an dieses äußerst charakteristische Jahrzehnt. Es war die Zeit der Neuen Deutschen Welle: Nenas 99 Luftballons flogen berauschend um die Welt, Falco durfte Amadeus zum Punk stilisieren und Peter Schilling hob mit Major Tom konsequent in die Schwerelosigkeit ab, während Queen, Michael Jackson und Duran Duran gemeinsam ihre musikalische Hochzeit erlebten und sich vor Ruhm nicht mehr retten konnten. Die 80er waren allerdings auch das Jahrzehnt der modischen Extreme: Schulterpolster und Netzhemden waren ein Muss, Röhrenjeans durften enger denn je getragen werden und Neonfarben wurden zum unumgängl...
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Klassiker-Tipp der Woche "Blutmond" (USA 1986) Kritik – Der erste Auftritt des Dr. Hannibal Lecter

"Haben Sie schon mal Blut im Mondlicht gesehen? Es kommt einem ganz schwarz vor." Dr. Hannibal Lecter, der berühmteste Kannibale der Film- und Literaturgeschichte. Jedem dürfte diese fiktive Kunstfigur mittlerweile ein mindestens grober Begriff sein, auch dann, wenn man nie einen der Filme oder eines der Bücher genossen hat. Wobei genießen aus filmischer Sicht nur bedingt möglich war, denn einzig Jonathan Demme hat sich 1991 mit dem Meisterwerk "Das Schweigen der Lämmer" dem Stoff von Thomas Harris grandios angenommen und ihn vollkommen würdig umgesetzt. Mit "Hannibal", "Roter Drache" und "Hannibal Rising" war das schon etwas anders und der Schleier des Schweigens darf gerne über die mittelmäßige Ware geworfen werden, auch wenn es keine Totalausfälle sind, aber eine Enttäuschung bleibt...
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Klassiker-Tipp der Woche "Platoon" (USA 1986) Kritik – Gefangen in der Hölle

"Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns …" Wer könnte besser über das Kriegsgeschehen, seinen Alltag und den Auswirkungen berichten, als jemand, der selber dabei gewesen ist? Niemand. Deswegen lässt sich nun auch leicht ableiten, wer denn am fähigsten wäre, einen Film über einen Krieg zu drehen, ohne sich im übertrieben Vaterlandsstolz und Verfälschungen zu verlaufen. Natürlich jemand, der das ganze Grauen mit eigenen Augen sehen und am eigenen Leib erfahren musste. Und hier stoßen wir auf den Regisseur Oliver Stone. In der Gegenwart ist mit dem einstigen Meister nicht mehr viel los und Filme wie "Wall Street 2" oder "World Trade Center", sollten am besten mit dem Schleier des ewigen Schweigens bedeckt werden. Gehen wir jedoch...
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"The Mission" (GB 1986) Kritik – Robert De Niro und Jeremy Irons im Kampf um die Menschenwürde

"Keine Buße ist hart genug für mich." Der britische Regisseur Richard Joffé mit französischen Wurzeln, zählt zu den unkonventionellen Filmemachern, die dem breiten Publikum eigentlich kein Begriff sein sollte. Das liegt an seiner Art Filme zu inszenieren, denn mit Werken wie dem Anti-Kriegsfilm "The Killing Fields", dem Polit-Thriller "Der Schattenmacher" und der Romanverfilmung "Der scharlochrote Buchstabe", hat sich Joffé nie in den Vordergrund gedrängt und sich zum Publikumsmagneten gemausert, dafür aber die Kritiker mit seinen ganz eigenen Inszenierung zufriedengestellt. Sein großes Jahr als Regisseur hatte Joffé jedoch im Jahre 1986, als er seinen Film "Mission" herausbrachte. Es regnete Nominierungen für große internationale Filmpreise, darunter gleich 7 Stück für den Oscar, 5 für...
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"Der Name der Rose" (FR/IT/DE) Kritik – Theologie, Philosophie und Ketzerei

"Glaubt Ihr, dass dies ein von Gott verlassener Ort ist?" - "Kannst du mir einen Ort nennen, an dem Gott sich je zuhause gefühlt hätte?" Jeder Romanautor würde sein eigenes Werk ohne lange zu überlegen als unverfilmbar bezeichnen. Einfach weil die Schreiber der Meinung sind, ihre eigenen Worte und Gedanken lassen sich nicht in die Lichtspielhäuser aller Welt übertragen und würden im schlimmsten Film sogar noch das Buch besudeln. Man muss dementsprechend immer eine klare Trennlinie zwischen Buch und Film ziehen, doch man darf Filme nicht von vornherein zerreißen, nur weil man großer Anhänger des Buches ist. Im Gegenteil, denn oft genug wurde man schon eines besseren belehrt, selbst wenn es sich nur um Kurzgeschichten oder Novellen dreht. 'Uhrwerk Orange', 'Eyes Wide Shut', 'Into the Wild...