Schlagwort: 1997

Kritiken

"Das Leben nach dem Tod in Denver" (USA 1995) Kritik – Andy Garcia wird zum heiligen Jimmy

"The blood runs when the time comes." Man könnte „Das Leben nach dem Tod in Denver“ so einige Dinge problemlos vorhalten: Seien es die Klischees, die sich jetzt schon seit Ewigkeiten durch dieses Genre schlängeln, die etwas unausgegorene Liebesgeschichte, die die Handlung zu keinem Zeitpunkt weiterbringt und auch allgemein haben Regisseur Gary Fleder und Drehbuchautor Scott Rosenberg nicht selten bei den großen Vorbildern abgeschaut. Wenn wir uns aber von dieser, in diesem Fall, unnötigen Engstirnigkeit distanzieren, dann lässt sich „Das Leben nach dem Tod in Denver“ mit ganz anderen Augen betrachten. Gary Fleder plagiiert hier nämlich keinesfalls die maßgebenden und erfolgreichen Glanzlichter des Gangster-Genres, sondern seine Inszenierung ist vielmehr eine Aufarbeitung, eine eigenstän...
Kritiken

"Gattaca" (USA 1997) Kritik – Ethan Hawke zwischen Schein und Sein

"It's funny, you work so hard, you do everything you can to get away from a place, and when you finally get your chance to leave, you find a reason to stay." Willkommen in einer Zeit, in der die Menschen nicht mehr durch ihr bloßes Aussehen differenziert werden, sondern durch ihren genetischen Code, der zwischen Gottgewollten und Retortenmenschen unterscheidet. Andrew Niccols' „Gattaca“ erzählt von einem solchen Zukunftsszenario, in dem man durchaus noch von der immensen Wichtigkeit der inneren Werte sprechen könnte, jedoch nicht im traditionellen Sinne. Die Manipulation der DNS-Strukturen ist in diesem futurischen Zeitalter das Maß aller Dinge und Menschen, die noch auf die altbewährte Weise gezeugt und geboren wurden, werden nicht nur zu Handlangern der „perfekten“ Personen degradiert...
Kritiken

"Cop Land" (USA 1997) Kritik – Die gnadenlosen Seiten des Gesetzes

"Niemand steht über dem Gesetz." Die Großstädte in aller Welt sind nicht nur maßgebliche Orte für jede Menge feierlichen Spaßes, beeindruckende Sehenswürdigkeiten, die die Jahrhunderte kraftvoll überstanden haben und beliebte wie entspannende Reiseziele, um die Seele einfach mal locker baumeln zu lassen, sondern sie sind auch die perfekten Standpunkte für die Entfaltung der ausweglosen Kriminalität. Drogenhandel, Gewaltverbrechen, Menschenhandel und Zwangsprostitution sind hier die brisanten Stichworte. Natürlich ist das nicht in jedem Fall so und es würde sich wohl niemand erlauben, eine Stadt wie Düsseldorf mit Mexico City oder Marseille zu vergleichen. Ob es sich dabei nun um Kleinkriminelle oder die Mafia handelt, ist vorerst vollkommen nebensächlich – Verbrechen gibt es ausnahmslos...
Kritiken

"Wag the Dog" (USA 1997) Kritik – Robert De Niro und Dustin Hoffman mitten im Medienkrieg

"Ohne Feind kann man keinen Krieg führen. Es ginge schon, aber es wäre ein sehr langweiliger Krieg." Den extremen Medienrummel um eine x-beliebige Person, die einen gewissen Bekanntheitsgrat in der Welt genießen darf, ist man als Außenstehender inzwischen längst gewohnt. Unzählige Schnappschüsse von obsessiven Paparazzi, jede Aussage wird auf die Goldwaage gelegt und der Wunsch eine Leiche im Keller dieser Menschen zu finden, wächst mit jeder neuen Privataufnahme. Geht es aber um den „mächtigsten Mann der Welt“, den Präsidenten der Vereinigten Staaten, dann wird nicht nur aus jeder Mücke ein Elefant gemacht, sondern auch jede Kleinigkeit aus staubiger Vergangenheit immer wieder aufarbeitet und von den Medien bis zum Anschlag ausgereizt oder ausgeschmückt und kann dann durch die schlicht...
Filme, Kritiken

"Besser geht’s nicht" (USA 1997) Kritik – Jack Nicholson verabscheut alles und jeden

"Komm rein und versuch nicht alles zu versauen, indem du bist, wie du bist!" Nicht selten frag man sich wirklich, was in den Köpfen der Academy Jury vor sich geht, die alljährlich die verschiedensten Kategorien mit dem begehrten Oscar auszeichnen und die ganze Welt zum Mitfiebern einladen. Hier wird bestimmt, wer den Preis des beste Hauptdarsteller verdient hat, oder welcher Kurzfilm in diesem Jahr an der Spitze steht. Das man sich jedoch nicht von den Oscars in Wort reden lassen sollte und jeden Wert auf den Goldjungen verlegen, das verdeutlicht schon der Rückblick in die Vergangenheit, denn weder Sergio Leone konnte einen Oscar entgegennehmen, und der hat mit Werken wie "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Es war einmal in Amerika" zwei mehr als würdige Vertreter in die Welt geschickt, n...
Kritiken

"Im Auftrag des Teufels" (USA 1997) Kritik – Erfolg verführt. Ehrgeiz verblendet. Eitelkeit vernichtet. Erkenntnis kann die Hölle sein.

"Lieber in der Hölle regieren, als im Himmel zu dienen." Jeder Mensch hat vor bestimmten Dingen Angst. Seien es Spinnen, Hunde oder sonstiges Getier. Wobei sich diese Ängste eher als Phobien bezeichnen lassen und im extremsten Fall zu Panikattacken und langanhaltenden Angstzuständen führen, die die Person nicht loslassen wollen. Doch solche Phobien betreffen nicht jeden Menschen und machen nur bestimmten Personen das Leben schwer. Wenn man jedoch nach einer Sache fragt, die wirklich jedem Menschen Angst macht, dann würde man auf einen gemeinsamen Nenner bei der Aussage „Das Böse“ kommen. Aber was versteckt sich hinter diesem „Bösen?“ Sind es die Kriege, der Tod selbst oder die täglichen Verbrechen, die sich auf der ganzen Welt abspielen? Mit Sicherheit treffen diese Dinge für viele Men...
Klassiker-Kritik: Starship Troopers (US 1997)
Action, Filme, Kritiken, Paul Verhoeven, Regisseure, Retro, Science Fiction / Fantasy

Klassiker-Kritik: Starship Troopers (US 1997)

One day, somebody like me is going to kill you, and your whole fucking race! Schon an dieser kritischen Aussage wird klar gemacht, welchen Weg Starship Troopers einschlagen wird. Er ist ein Kriegsfilm, der den Faschismus, den Patriotismus und Militarismus glorifiziert und Klischeehaftigkeit dermaßen auf die Spitze treibt, dass nur eines klar sein kann: Der Film ist Satire und Parodie in Reinkultur. Da er 1998 nur für den Oscar für Special-Effects nominiert wurde, möchte ich klar betonen, dass der Film gerade aufgrund seinen Inhalts und für seine Auseinandersetzung mit Krieg und Politik, auch hätte für das beste Drehbuch nominiert werden müssen. Zwar sind die Dialoge teilweise richtig schlecht, aber auch das dient der überspitzten Darstellung und Parodierung sämtlicher klischeebehafteter...