Schlagwort: Alejandro González Iñárritu

Kritik: The Revenant – Der Rückkehrer (USA 2015)
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Kritik: The Revenant – Der Rückkehrer (USA 2015)

God giveth, God taketh away. Alejandro González Iñárritu war schon immer ein heißes Eisen im anspruchsvollen Weltkino, mit seiner inoffiziellen Todes-Trilogie „Amores Perros“, „21 Gramm“ und „Babel“ hat der mexikanische Autorenfilmer frühzeitig in bemerkenswerter Fasson unter Beweis gestellt, dass er in der Lage ist, dem Innenleben seiner Charaktere entschieden nachzuspüren und sich dabei keinesfalls vor Abgründen, aber ebenso wenig vor dem Silberstreif am Horizont zu verschließen. Sicherlich, ein Freund der großen Gesten war Iñárritu schon immer, die zermürbenden Schicksalsschläge türmte er zuweilen bis ins Unermessliche, und gerade in „Biutiful“ beschlich einen als Zuschauer doch ein deutliches Gefühl affektiver Übersättigung, wurde man doch Zeuge davon, welch Marter der von Javie...
Kritiken

"Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" (FR/US 2014) Kritik – Wie der Phönix, der aus der Asche emporstieg

Autor: Pascal Reis „Popularity is the slutty little cousin of prestige.“ Wie schnell läuft man als Schauspieler doch Gefahr, immer und immer wieder auf eine markante Rolle reduziert zu werden. Hören wir beispielsweise den Namen Daniel Radcliffe, dann denken wir automatisch an seine Performance in der achtteiligen „Harry Potter“-Reihe, nicht etwa an seinen Auftritt in Nico Muhlys „Kill Your Darlings – Junge Wilde“, genau wie wir Heath Ledger nicht mit Terry Gilliams „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ assoziieren, sondern mit dem die Zunge schnalzenden und den Speichel durch die Wagentaschen schiebenden Joker in Christopher Nolans „The Dark Knight“. Die Konsequenzen dieser forcierten Gleichsetzung lassen sich in den eingefallenen Gesichtern, sowie den versiebten Karrieren vieler Künstler...
Kritiken

"Biutiful" (ES/MX 2010) Kritik – Javier Bardem zwischen Schmerz und Verantwortung

"Vergiss mich nicht, mein Liebling, bitte…" Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu ist schon ein ganz besonderer Fall von Filmemacher. Drei Werke hat er in die Filmwelt hinausgeschickt, seine ganz eigene Todes-Trilogie, die zwar ineinander nicht verknüpft sind, aber sich alle um die Themen Leben und Tod kümmern. Angefangen mit dem meisterhaften Debüt "Amores Perros", in dem Iñárritu verschiedene Schicksale in Verbindung mit Hunden gebracht hat und dem Publikum gleich deutlich machte, dass er kein Regisseur der verlogenen und unklaren Worte ist. Sein zweiter Film "21 Gramm" wurde dann mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die einen erkannten nur pseudo-intellektuelles Todesgeschwafel im Mantel der Scheinkomplexität. Für andere war "21 Gramm" ein pessimistischer Fausthieb ...