Schlagwort: Biopic

Kritik: Aufbruch zum Mond (USA 2018)
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Kritik: Aufbruch zum Mond (USA 2018)

That's one small step for man, one giant leap for mankind. Es erscheint nur konsequent, dass sich Damien Chazelle in Aufbruch zum Mond mit dem Astronauten Neil Armstrong beschäftigt. Schon in seinem vorherigen Film La La Land tanzten und sangen sich Ryan Gosling und Emma Stone durch ein Los Angeles, das als City of Stars funkelte und das Paar auch in das bekannte Griffith-Observatorium führte, wo sich ihr Blick nach oben in den Himmel richtete. Während Damien Chazelle seine Figuren schließlich zum Schweben brachte und beide als Silhouetten über den Wolken in den Sternen tanzen ließ, ist Aufbruch zum Mond nun die Geschichte des Mannes, dem es tatsächlich gelungen ist, als erster Mensch überhaupt den Mond zu betreten. Damit stellt der vierte Spielfilm des erst 33-jährigen Regisseurs, ...
Kritik: The Founder (USA 2016)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: The Founder (USA 2016)

If I saw a competitor drowning, I'd shove a hose down his throat. Seit einer gefühlten Ewigkeit tingelt Ray Kroc (Michael Keaton, Spotlight) bereits erfolgslos durch die Landen, reist von Restaurant zu Restaurant, von Diner zu Diner, und quasselt sich den Mund fusselig, um einen der Milchshake-Mixer an den Mann zu bringen, die fünf Shakes auf einmal zubereiten können. Seinen Ohren mag er kaum trauen, als ihm die Bestellung von sechs Mixern entgegengebracht wird. Sechs! In den letzten Monaten hat er kaum ein einziges der klobigen Gerätschaften für den Küchenbedarf loswerden können. Ist dies also der Startschuss einer Geschichte des ungeahnten Erfolges? Oh ja, allerdings haben die Milchshake-Mixer, den die beiden Brüder Mac (John Carroll Lynch, Fargo) und Dick McDonald (Nick Offerman, 22 ...
Kritik: Jackie (CL, FR, US 2016)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Jackie (CL, FR, US 2016)

I don’t smoke Wirft man nur einen oberflächlichen Blick auf Jackie, so droht man schnell ein völlig falsches Bild des jüngst gestarteten Films zu bekommen. Obgleich die Vorzeichen zähes Gefälligkeitskino versprechen und auch einige Oscarnominierungen in diese Richtung deuten, stemmt sich das Werk bei näherer Betrachtung vehement gegen diese Vorurteile. Auch Jackie befeuert den jüngst entstandenen Trend zur Rundumerneuerung von Filmbiografien und was wir in den letzten Jahren etwa bei Steve Jobs oder Vor der Morgenröte bestaunen durften, findet auch hier seine Anwendung. Vorbei sind die Zeiten, in denen Biopics die formal belanglose Bebilderung eines Wikipedia Artikels darstellten und ausschweifend von den Taten einer mehr oder weniger interessanten Persönlichkeit erzählten. Hauptaugenme...
Kritik: Sully (USA 2016)
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Kritik: Sully (USA 2016)

I've had 40 years in the air but in the end, I'm going to be judged by 208 seconds. Es ist ein Bild, welches um die Welt ging und später von den Medien zum Wunder vom Hudson erhoben wurde: Ein Passierflugzeug treibt dort im Wellengang des Hudson Rivers. Menschen sammeln sich auf den Tragflächen des Luftfahrzeugs. Die eigentliche Tragödie wurde in ein Mirakel aufgelöst, denn: Dass eine Notwasserung, wie sie Captain Chelsey Sullenbeger infolge eines Vogelschlags, der beide Triebwerke außer Kraft setzte, am 15. Januar 2009 erfolgreich umsetzte, noch unwahrscheinlicher als ein Absturz ist, zeigt die hypothetische Unvorstellbarkeit dieses Landemanövers doch eigentlich ganz wunderbar auf. Der Tod der 155 Insassen des Airbus A320-214 wäre, bleibt man theoretischen Parametern treu, beschlossene...
Kritik: Snowden (DE/FR/US 2016)
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Kritik: Snowden (DE/FR/US 2016)

The modern battlefield is everywhere. Zuerst emuliert Snowden Bilder, die uns noch allen bestens aus Laura Poitras' Oscar-prämierter Dokumentation Citizenfour in Erinnerungen geblieben sind: Ein steriles Hotelzimmer in der City von Hongkong, in dem sich zwei Reporter des britischen Guardian und ein unscheinbarer, barfüßiger, mit runder Hornbrille ausgestatteter Mann zusammenfinden. Der Türspalt wird mit Kissen versiegelt, die Mobiltelefone in einer Mikrowelle verstaut, um UHF-Frequenzen zu unterbinden, und wenn ein Kennwort in den Laptop eingegeben wird, dann nur mit übergeworfener Decke – die unsichtbaren Augen sind überall. Edward Snowden, der via verschlüsselter Mails ein Treffen mit Laura Poitras und Glenn Greenwald arrangierte, sollte diese Augen, jedenfalls im übertragenen Sinne, ...
Kritik: Trumbo (USA 2015)
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Kritik: Trumbo (USA 2015)

Friends? What friends? Who the hell has the luxury of friends? I've got allies and enemies. There's no room for anything else. Im Amerika der 40er Jahre fand ein politischer sowie gesellschaftlicher Umschwung statt. Prominente Mitglieder der Kommunistischen Partei wurden vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe (HCUA) geladen und sahen Bestrafungen entgegen, sollten sie ihre Aussage verweigern. Eine dieser bekannten Persönlichkeiten war Dalton Trumbo, ein erfolgreicher Hollywood-Autor, der auf der sogenannten "Black List" von Hollywood landete. Für Menschen, ob Schauspieler, Regisseure, Autoren oder Musiker, deren Namen auf dieser Liste standen, war es nahezu unmöglich, noch Arbeit zu finden. Fortan musste Trumbo unter Pseudonymen Drehbücher schreiben, um weiterhin Anstellung zu fin...
Kritiken

"Die Entdeckung der Unendlichkeit" (GB 2014) Kritik – Hinter jedem Genie steht eine starke Frau

Autor: Pascal Reis „While there's life, there is hope.“ Was wäre die flamboyant aufgebauschte, im Endeffekt aber doch vollkommen redundante Oscar-Saison schon ohne zünftige Biographien in ihren Reihen? In diesem Jahr finden sich mit „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“, „Selma“ sowie „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ gleich drei Vertreter des relativ zahmen Genres im Rennen um die heißbegehrten Trophäen wieder und konkurrieren in mehreren Kategorien miteinander (u.a. Bester Film). Dass Biopics gerne mal als 'sichere Nummer' eingeschoben werden, wenn es um die Academy Awards geht, hat uns die Vergangenheit gelehrt: Der Kinogänger liebt es innig, einen tieferen Einblick in das Leben diverser schillernder Persönlichkeiten zu halten. Die Krux an der Sache ist nur, dass viele Fi...
Kritiken

"Woody Allen: A Documentary" (USA 2012) Kritik – Das Portrait von einer Legende

"Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis." Nach fast 50 Filmen, 4 Oscarauszeichnungen und zahlreichen Nominierungen für den goldenen Jungen war es nur eine Frage der Zeit bis sich jemand daran setzen würde, Woody Allens beispiellosen Aufstieg zu einer lebenden Legende zu schildern. 46 Jahre befindet sich Allen nun schon im Kinogeschäft, viele weitere Filme sind bereits in Planung, und doch bekommt man von einem neuen Projekt erst wenige Monate vor Kinostart erste Eindrücke, denn der Großmeister hat sich in den vielen Jahren kaum geändert. Schon immer war er ein Geheimniskrämer, selten genehmigt er jemandem Einblicke in seine Arbeit. Umso erstaunlicher ist es, wie viele F...