Schlagwort: Jan Görner

Kritiken

"The Avengers 2: Age of Ultron" (USA 2015) Kritik – Elf Filme und kein bisschen leise

Autor: Jan Görner "I know you're good people. I know you mean well. But you just didn't think it through. There is only one path to peace... your extermination." Beseelt von den besten Absichten aktiviert Tony Stark (Robert Downey Jr.) ein außeriridisches Roboterprogramm, das als Friedensstifter die Avengers überflüssig machen soll. Das Resultat ist der kybernetische Übergegner Ultron (James Spader), der seine Mission als Vernichtung der Heldentruppe missversteht. Unterstützt von den mächtigen Mutantenzwillingen Quicksilver und Scarlet Witch, die ein erbitterter Hass gegen Stark mit Ultron vereint, macht dieser Jagd auf die Avengers, die diesmal jede Unterstützung gebrauchen können, die sie kriegen. "The Avengers 2" wirft den Zuschauer dabei ohne viel Federlesen gleich in die Action. E...
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"Godzilla" (JP/US 2014) Kritik – Ein Herz für Monster

Autor: Jan Görner „Es wird uns alle in die Steinzeit schicken!“ Selten lässt sich ein Kult genau datieren. Doch im Falle von "Godzilla" begann alles am 01. März 1954 als die Besatzung des japanischen Fischerbootes "Glücklicher Drache V" unweit des Bikini-Atolls in das Einflussgebiet eines US-amerikanischen Nuklearwaffentests tags zuvor geriet. Menschen und Boot wurden schwer verstrahlt. Ein Besatzungsmitglied starb noch im selben Jahr, weitere sechs an den Spätfolgen. In Japan, das immer noch mit dem Schrecken von Hiroshima und Nagasaki zu kämpfen hatte, löste der Fall eine Welle der Empörung aus, die sich schließlich in Ishirô Hondas Überraschugserfolg "Godzilla" niederschlug. Mit der eilig heruntergekurbelten Fortsetzung zum Vorjahreshit "Godzilla kehrt zurück" wurde schließlich ein ...
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"The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro" (US 2014) Kritik – Am seidenen Geduldsfaden

Autor: Jan Görner "Let's go catch a spider." Johnny Marr und Pharrell Williams. Was haben der oscarnominierte Erfolgsproduzent ("Happy" aus dem "Ich, einfach unverbesserlich 2"-Soundtrack) und die Indie-Ikone (seines Zeichens Gitarrist der legendären The Smiths) gemeinsam? Da dies nicht PopgeschichteForever ist, nehme ich es mal vorweg: nicht viel. Außer dass beide mit Hans Zimmer (u.a.) am Soundtrack von "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro" gearbeitet haben. Und das ist schon ein sehr schönes Sinnbild für das Superhelden-Sequel. Denn der ehemalige Musikvideoregisseur Mark Webb ("(500) Days of Summer") spannt den Nachfolger des Franchise-Reboots zwischen zwei ebenso unterschiedliche Pole: Er ist zum einen der wohl beste Spider-Man-Film, den wir je hatten. Aber er ist gleichzeitig ...
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"Captain America 2: The Return of the First Avenger" (USA 2014) Kritik – Comic-Action ohne Titelhelden?

Autor: Jan Görner "You said you got out for a reason." "Dude, Captain America needs me. No better reason to get back in." Armer Captain America. Mit einem Budget von geschätzten 200 Millionen Dollar und einem weltweiten Einspiel von nur rund 350 Millionen stieß der erste Kinoausflug des rot-weiß-blauen Superhelden "Captain America: The First Avenger" (2011) besonders außerhalb der USA auf wenig Gegenliebe. Fraglich ist, ob es überhaupt zu einer Fortsetzung gekommen wäre, wenn "Cap" sich nicht unerlässlich für das Marvel Cinematic Universe (MCU) gemacht hätte. Vielleicht war das Problem, dass Joe Johnstons ("Jurassic Park 3") träge inszeniertes Auftragswerk mit einem schwachen Drehbuch, mangelnder Chemie zwischen den Charakteren und einer unausgewogenen Struktur zu kämpfen hatte. Anderers...
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"Grand Budapest Hotel" (USA/DE 2014) Kritik – Wes Anderson und der verlorene Kontinent

Autor: Jan Görner „Somthing's missing. I don't know what it contains, I don't know what it represents. I don't know what it is but there are traces and shatters of it everywhere.“ Was ist nicht schon alles über Wes Anderson gesagt worden. Die einen halten den Regisseur für einen der patentesten Kinopoeten unserer Tage, einen vernarrten Cinephilen. Die anderen vermuten in ihm einen prätentiösen Blender, allzu oft will man den gebürtigen Texaner beim beherzten Griff in die filmische Mottenkiste erwischt haben. Eines jedoch hört man so gut wie nie über Anderson, nämlich dass er ein Vordenker sei. Viel zu tief wurzelt seine Attitüde, sein dandyhaftes Äußeres in einer Liebe für das Abseitige, Randständige und Anachronistische. Ähnlich geht es auch der Hauptfigur Monsieur Gustave H. (Ralph Fie...
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"RoboCop" (USA 2014) Kritik – Der wahre Man of Steel

Autor: Jan Görner "What kind of suit is this?" - "It's not a suit, it's you." Detroit im Jahr 2028: Während die intelligenten Roboter-Drohnen der Firma OmniCorp im "befreiten" Iran und anderen Krisenherden weltweit längt die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten dürfen, wehren sie die US-Bürger immernoch standhaft gegen einen Einsatz der Ordnungsautomaten vor der eigenen Haustür. Dass so ein lukrativer Markt unerschlossen bleiben soll, kann der ambitionierte Unternehmer Raymond Sellars (Michael Keaton) nicht akzeptieren. Er ersinnt eine Strategie, um seinen Landsleuten die Verbrechensbekämpfung des 21. Jahrhunderts schmackhaft zu machen: Die Roboter müssen ein menschliches Antlitz erhalten. Da kommt ihm der bei einem Bombenanschlag schwerstverletzte rechtschaffende Polizist Alex Murphy ...
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„Die Tribute von Panem 2 – Catching Fire“ (USA 2013) Kritik – Keine Sieger, nur Überlebende

Autor: Jan Görner „Remember who the real enemy is.“ Die Parodie, behauptet der Volksmund, sei die höchste Form der Verehrung. Doch wer einen Blick auf „Die Pute von Panem –The Starving Games“, die neuste Spoof-Nachgeburt (die Hauptfigur heißt Fatniss, wie drollig!) der Regisseure Jason Friedberg und Aaron Seltzer werfen konnte, der musste doch stark an dieser Weisheit zweifeln. So eine Art der „Verehrung“ hat nun wirklich niemand verdient, insbesondere nicht eine der Überraschungen des Kinojahres 2012, „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ (OT: „The Hunger Games“). Nun kommt die heiß ersehnte Fortsetzung in die deutschen Kinos und kann tatsächlich die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. „Die Tribute von Panem 2 – Catching Fire“ weckt dabei weniger das Verlangen nach einer Persifla...
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„Last Vegas“ (USA 2013) Kritik – Robert De Niro und Co lassen die Fetzen fliegen

Autor: Jan Görner „I’m gonna go find some water, take all my damn pills then we’re gonna get this damn party started.“ Dass sich die Generation 60 Plus schon lange zur marktrelevanten Zielgruppe gemausert hat, erkennt auch, wer sich die Kinospielpläne der letzten Jahre ansieht. Neudeutsch als „Bestager“ bezeichnet genießen Senioren in „Best Exotic Marigold Hotel“ den Ruhestand oder zeigen als Weltraumveteranen dem Astronautennachwuchs in Clint Eastwoods „Space Cowboys“ was sie noch auf dem Kasten haben. In Jon Turteltaubs („Duell der Magier“) Rentner-Comedy „Last Vegas“ dürfen sich nun vier Oscar-Gewinner im Spielerparadies nochmal auf die Pauke hauen. Seit ihrer gemeinsamen Kindheit in Brooklyn waren Paddy (Robert De Niro), Billy (Michael Douglas), Archie (Morgan Freeman) und Sam (Kevi...
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„Ender’s Game – Das große Spiel“ (USA 2013) Kritik – Der bessere Kindersoldat

Autor: Jan Görner “In the moment when I truly understand my enemy, understand him well enough to defeat him, then in that very moment I also love him.” Wird die Kinosaison 2013 in die Geschichte eingehen als das Jahr, das uns zwei Sci-Fi-Abenteuer mit Kindersoldaten beschert hat? Während sich im Juni das Familienunternehmen „Smith & Sohn“ in „After Earth“ vergeblich um Publikum bemühten, bringt Regisseur Gavin Hood („X-Men Origins: Wolverine“) mit „Ender’s Game – Das große Spiel“ nun einen der größten Science-Fiction-Romane der letzten 30 Jahre auf die Leinwand. Dabei begibt sich der südafrikanische Oscar-Gewinner (Bester nicht-englischsprachiger Film 2005 für „Tsotsi“) in ein Minenfeld, denn er muss nicht nur der Vorlage gerecht werden, Hood hat auch mit moralischen Fragen zu kämpfen, w...
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"Alles eine Frage der Zeit" (GB 2013) Kritik – Der Zauber des Moments

Autor: Jan Görner „Tim, my dear son, this is gonna sound strange…” Spätestens seit der für viele formativen Jugenderfahrung „Zurück in die Zukunft“ kann man vom Zeitreisefilm als Genre sprechen. “I don’t want to talk about time travel because if we start talking about it then we’re going to be here all day talking about it, making diagrams with straws.” wusste schon Bruce Willis in Rian Johnsons letztjährigem Achtungserfolg “Looper”. Und in der Tat: Wann haben Zeitreisen schon mal ernsthaft Sinn ergeben? Regisseur Richard Curtis interessiert sich in seiner romantischen Tragikomödie „Alles eine Frage der Zeit“ (OT: „About Time“) konsequenterweise auch nicht für technische Feinheiten und logische Widersprüche. Für ihn geht es um die Charaktere. Und damit um viel, viel mehr. Mit gerade 21 ...