Schlagwort: Naomi Watts

Kritik: Mulholland Drive (US/FR 2001) – Der Vorhang fällt
Amazon Prime, Drama, Kritiken

Kritik: Mulholland Drive (US/FR 2001) – Der Vorhang fällt

Hey, pretty girl, time to wake up. 1999 standen die verwirrten Fragezeichen mal wieder über den Köpfen des Zuschauers. Wenn man nun noch die Information erhält, dass es sich in diesem Jahr um einen Film von Regisseur David Lynch handelte, dann sollte der Groschen gefallen sein, doch dieses Mal war es vollkommen anders. Mit seinem Road-Movie-Drama The Straight Story, in dem David Lynch Richard Farnsworth einen großen Auftritt schenkte, ging der Filmemacher einen sensiblen und philosophischen Weg, der über das Leben und das Alter erzählte und in jeder Szene pures Gefühl übertragen konnte. Seltsam daran ist auf den ersten Blick natürlich gar nichts und auch dieser Film ist bis heute ein besonderes Stück Kino, doch betrachtet man die gesamte Filmografie von Mr. Lynch, dann ist die Überrasch...
Kritik: The Sea of Trees (US 2015)
Heimkino, Kritiken, Slider

Kritik: The Sea of Trees (US 2015)

A perfect place to die. Er lässt den Zündschlüssel stecken, das Parkticket auf dem Beifahrersitz liegen, reißt ohne Gepäck und bucht keinen Rückflug. Fast möchte man glauben, die asiatische Dame am Check-In Schalter ahnt aufgrund ihres skeptischen Blickes bereits, wohin die Reise des amerikanischen Mathematikers Arthur Brennan (Matthew McConaughey) wirklich geht bzw. wo sie enden soll. Im berüchtigten Aokigahra-Wald, der seit Jahrzehnten eine Art magische Anziehung auf Suizidwillige aus allen Winkeln der Erde auszuüben scheint. Auch Arthur hat seinen Lebenswillen verloren. Warum, wissen wir zunächst nicht. Nur sein Vorhaben wird relativ schnell klar. Bis er im letzten Moment „gestört“ wird. Durch den orientierungslosen und blutüberströmten Nakamura (Hollywoods Lieblings-Japaner Ken Wata...
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"Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" (FR/US 2014) Kritik – Wie der Phönix, der aus der Asche emporstieg

Autor: Pascal Reis „Popularity is the slutty little cousin of prestige.“ Wie schnell läuft man als Schauspieler doch Gefahr, immer und immer wieder auf eine markante Rolle reduziert zu werden. Hören wir beispielsweise den Namen Daniel Radcliffe, dann denken wir automatisch an seine Performance in der achtteiligen „Harry Potter“-Reihe, nicht etwa an seinen Auftritt in Nico Muhlys „Kill Your Darlings – Junge Wilde“, genau wie wir Heath Ledger nicht mit Terry Gilliams „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ assoziieren, sondern mit dem die Zunge schnalzenden und den Speichel durch die Wagentaschen schiebenden Joker in Christopher Nolans „The Dark Knight“. Die Konsequenzen dieser forcierten Gleichsetzung lassen sich in den eingefallenen Gesichtern, sowie den versiebten Karrieren vieler Künstler...
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"The Impossible" (ES 2012) Kritik – Die unbändige Kraft der Natur

Autor: Stefan Geisler "Close your eyes, think of something nice." Am 26. Dezember 2004 kam es im Indischen Ozean zu einem gewaltigen Seebeben. Die dadurch ausgelösten Flutwellen trafen mit verheerender Wucht auf die Küstenregionen Südostasiens und forderten insgesamt über 230.000 Todesopfer. Die Aufnahmen, die von einigen Hobbyfilmern gemacht wurden, geben einen ungefähren Eindruck von der beängstigenden, aber gleichzeitig auch faszinierenden Kraft dieser Naturgewalt. Erbarmungslos reißt sie alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt und trotz dieser erschreckenden Aufnahmen lässt es sich als Außenstehender nur schwer nachvollziehen, was die Menschen in den betroffenen Regionen durchgemacht haben müssen. Dieser intensiven Erfahrung möchte uns jetzt der spanische Regisseur Juan Antonio ...
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"Fair Game" (USA 2010) Kritik – Sean Penn und Naomi Watts zwischen den Fronten

"Bei uns zuhause haben wir eine Regel: Keine Politik am Tisch." Wenn ein bestimmter Regisseur oder Schauspieler in seiner Karriere einen mehr oder weniger großen Hit gelandet hat, dann kann es sein, dass dieser Filmemacher einen leichten Hang dazu hat, sein bewährtes Erfolgskonzept noch einmal zu kopieren oder in einem neuen Wortlaut zu wiederholen. Ob man das nun gut oder schlecht finden soll, ist jedem Menschen selber überlassen, denn der eigene Eindruck und die Meinung stehen doch letztlich über allem. Dieses „Wiederholen“ kann allerdings auch zu einem Problem werden, was man in letzter Zeit wohl vor allem bei Johnny Depp sieht, der auf seiner Captain Jack Sparrow Darstellung hängengeblieben ist und den torkelnden Piraten immer wieder in anderen Film raushängen lässt. Auch Filmemache...
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"Woody Allen: A Documentary" (USA 2012) Kritik – Das Portrait von einer Legende

"Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis." Nach fast 50 Filmen, 4 Oscarauszeichnungen und zahlreichen Nominierungen für den goldenen Jungen war es nur eine Frage der Zeit bis sich jemand daran setzen würde, Woody Allens beispiellosen Aufstieg zu einer lebenden Legende zu schildern. 46 Jahre befindet sich Allen nun schon im Kinogeschäft, viele weitere Filme sind bereits in Planung, und doch bekommt man von einem neuen Projekt erst wenige Monate vor Kinostart erste Eindrücke, denn der Großmeister hat sich in den vielen Jahren kaum geändert. Schon immer war er ein Geheimniskrämer, selten genehmigt er jemandem Einblicke in seine Arbeit. Umso erstaunlicher ist es, wie viele F...
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"Stay" (USA 2005) Kritik – Mitternacht im Seelenleben von New York

"Ein eleganter Suizid ist das ultimative Kunstwerk." Deutsche Regisseure sind in Amerika, oder auch Hollywood, recht spärlich gesät. Die ersten Namen, die heutzutage einfallen, wären wohl Roland Emmerich, der sich inzwischen zum Katastrophen-Guru gemausert hat und Amerika immer wieder auseinandernimmt, obwohl der Schwabe in seinen Filmen immer gerne amerikanischer wäre, als die Amerikaner selber. Dann gibt es Wolfgang Petersen, um den es inzwischen still geworden ist und der einst das Kriegs-Meisterwerk 'Das Boot' inszenierte. In Amerika fand er diese Qualität aber auch nicht wieder und gerade das Remake 'Poseidon' war ein schwerer Reinfall. Werner Herzog ist da ein ganz anderer Fall, denn der Meisterregisseur, der zu den wichtigsten Gesichtern der Nachkriegszeit zählt, konnte mit 'Resc...
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"Tödliche Versprechen" (USA 2007) Kritik – Cronenberg und die russische Mafia

"Manchmal liegen Geburt und Tod nah beieinander." David Cronenberg ist mit Sicherheit kein Regisseur für die breite Zuschauermasse. Mit Filmen wie 'Videodrome', 'Die Fliege' und 'Naked Lunch' sicherte sich Cronenberg eine nicht allzu große, aber treue, Fanschar um sich. 2005 ging Cronenberg mit 'A History of Violence' auf das größere Publikum zu und überzeugte in allen Punkten. Doch 2007 schaffte er mit 'Tödliche Versprechen' für mich sein ganz besonderes Highlight und inszeniert einen der besten Mafiafilme überhaupt. Die Londoner Hebamme Anna muss miterleben, wie eine namenlose osteuropäische Prostituierte bei der Geburt ihres Babys stirbt. Anna setzt alles daran, die Angehörigen des verlassenen Säuglings zu finden. Ihre einzigen Hinweise sind ein russisches Tagebuch und ein Streichho...
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"J. Edgar" (USA 2011) Kritik – DiCaprio at his best

"Do I kill everything that I love?" Ganz groß, aber nicht ohne den einen oder anderen Makel, so lässt sich "J. Edgar" wohl am besten resümieren. Was der mittlerweile 81-jährige Clint Eastwood aus Leonardo DiCaprio herauskitzelt, ist unfassbar, nur die epische Erzählweise dürfte einige Zuschauer in den Tiefschlaf versetzen. Das allerdings ist keineswegs böse gemeint, denn die Inszenierung ist perfekt, nur muss man sich für historische, speziell amerikanische Themen interessieren, um an dem neuesten Werk des Altmeisters gefallen zu finden. "J. Edgar" erzählt den Aufstieg des, wie aus dem Titel bereits erkennbar sein dürfte, FBI-Gründers J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) und die damit verbundene Entwicklung der amerikanischen Kriminalgeschichte und das damit einhergehende Privatleben vo...
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"The International" (USA 2009) Kritik – Clive Owen im Hexenkessel der Finanzkrise

"Es gibt das, was man hören will. Das, was man glauben will. Dann kommt lange nichts und DANN kommt die Wahrheit!" Der deutsche Regisseur Tom Tykwer konnte 2006 seinen größten Erfolg mit der Verfilmung des Roman's 'Das Parfum' feiern. 2009 hat er dann auch den Weg nach Hollywood gefunden. Mit 'The International' inszenierte Tykwer einen recht spannenden Thriller um einen Interpol-Agenten, der davon überzeugt ist, dass eine der mächtigsten Banken der Welt in Morde verwickelt ist. Eine der großen Stärken des Films ist auch hier wieder mal das Visuelle. Die tollen Kameraeinstellungen über den Dächern von New York, Berlin, Mailand oder auch Istanbul machen den Film optisch stark. Das Erzähltempo ist nicht neumodisch rasant und verzichtet auf schnelle Schnitte und Wackelkameraeinstellungen....