Filmtipps der Woche (19.-25. April)

Hier gelangt ihr zum Filmkalender der nächsten Monate.

Ab 22.04. auf Blu-ray – Pete Docters Soul

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Das erste Mal hat es letztes Jahr ein Animationsfilm auf den ersten Platz meiner Jahresliste geschafft. Ja so gut ist meiner Meinung nach Pixars Soul! Warum kann ich euch ganz genau sagen: Soul trifft exakt den richtigen Nerv (der Zeit), ist innovativ, fantastisch animiert, lebensbejahend, stellt sich gegen den überhandnehmenden Egoismus in der modernen Stressgesellschaft und ist daher das passende positiv stimmende Jazz-Abenteuer, um der aktuell seltsamen Zeit eine optimistische Note zu verpassen. Soul ist ein ehrlicher Weckruf, wie noch nie zuvor ein Pixar-Film für Erwachsene, welcher eine unglaublich wichtige Botschaft enthält. Und dabei so bunt, schräg und kurzweilig, dass es eine wahre Freude ist. Leider erscheint in Deutschland erst einmal nur die normale Blu-ray-Fassung, hier* könnt ihr euch aber, falls ihr darauf Wert legt, aus Großbritannien die 4K-Version importieren. Wem Streaming-Qualität ausreicht, kann sich den Film natürlich jederzeit im Disney+-Abo anschauen.

Am 25.04. um 20:15 Uhr bei arte – Pablo Larraíns Jackie: Die First Lady

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Wer war die Frau im blutbespritzten Chanel-Kostüm wirklich? Der chilenische Regisseur Pablo Larraín zeigt Jackie Kennedy in diesem Biopic aus dem Jahr 2016 nicht nur als Stilikone, Liebling der Nation, liebende Ehefrau und fürsorgliche Mutter, sondern als unfassbar ambivalente Figur, faszinierend und abstoßend zugleich, stets im öffentlichen Interesse der Nation und deshalb nie sie selbst. Jackie ist eines der ungewöhnlichsten und daher hervorragendsten Biopics der letzten Jahre. Wenn Natalie Portman (Black Swan) genüsslich an einer Zigarette zieht und dabei mit entschiedener Stimme verkündet, dass sie nicht raucht, dann bringt dieser kurze Augenblick den Film perfekt auf den Punkt. Jackie ist ein Werk voller Wiedersprüche. Das Porträt einer gespaltenen Frau, deren Inneres unheimlich schwer zu fassen ist. Wer ist die echte Jackie Kennedy und haben wir sie überhaupt gesehen? Darauf liefert der Film keine eindeutige Antwort, denn letztlich geht es vor allem um eines, nämlich Selbstdarstellung. [Unsere Kritik]

Ab sofort bei Amazon Prime – Jacques Audiards Der Geschmack von Rost und Knochen

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Mittlerweile habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich Jacques Audiards Streich Der Geschmack von Rost und Knochen gesehen habe. Die Geschichte ist simpel: Zwei gestrandete, auf sich allein gestellte Menschen finden zusammen wieder zurück ins Leben. Doch die raren zwischenmenschlichen Töne, das Gefühl für Emotionen und die gleichzeitig nötige kritische Distanz zum Geschehen machen Der Geschmack von Rost und Knochen zu einem weiteren Ausnahmewerk des talentierten französischen Regisseurs, der schon mit den beiden Dramen Ein Prophet und Der wilde Schlag meines Herzens Kritiker und Publikum gleichermaßen verstummen und nicht schlecht staunen ließ. [Kritik & Trailer]

Die besten französischen Filme seit 2000.

Ab sofort bei Netflix – Kathryn Bigelows The Hurt Locker

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Der Krieg hat viele Gesichter und das zeigt uns Kathryn Bigelow (Strange Days) in Tödliches Kommando (so der dt. Titel) auf eindringlichste und äußerst authentische Weise. Sechs Oscarauszeichnungen waren das Resultat und die sind in diesem Fall mehr als verdient. Kathryn Bigelow inszenierte hierbei keine krachende Kriegsaction, sondern zeigt auf, unter welch einem Druck die Soldaten im Irakkrieg arbeiteten. Tödliches Kommando wird dabei zum tiefgehenden, emotionalen und äußerst packenden Kriegsdrama, das sicher auch bei seinen Actionszenen überzeugt, diese aber nie in den Fokus stellt, sondern sich voll und ganz auf die Charaktere konzentriert. Ein kraftvoller und eindringlicher Film über die vernarbte Psyche von Soldaten, mit tollen Darstellern, einem fantastischen Drehbuch und ebenso intensiven Bildern. [Unsere Kritik]

Ab 19.04. als UK-Import – Bong Joon-ho Blu-ray-Collection

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Diese Sammlung zeigt die Entwicklung des renommierten südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho: Vom ersten Spielfilm Barking Dogs Never Bite (2000), der eine kleine Kultanhängerschaft erlangte, bevor er mit seinen folgenden drei Filmen, die ebenfalls im Boxset enthalten sind, größere Anerkennung und kommerziellen Erfolg erzielte – darunter sein subversiv-düsterer Krimi Memories of Murder (2003), sein Monsterfilm The Host (2006) und sein erster englischsprachiger Film, der Science-Fiction-Action-Thriller Snowpiercer (2013) mit Tilda Swinton. Und natürlich wäre das Boxset nicht komplett ohne den mit vier Oscars ausgezeichneten Parasite (2019), der die Welt im Sturm eroberte und der als erste fremdsprachige Produktion in der Geschichte der Oscars auch den Preis für den besten Film des Jahres gewann. Ebenfalls inkludiert ist die Schwarz-Weiß-Fassung von Parasite, welche 2020 noch nachträglich veröffentlicht wurde. Für jeden Fan des Regisseurs ist diese Box also ein Pflichtkauf.

Ebenfalls kommende Woche geplant:
– Jack Hills Switchblade Sisters ab 19.04. als UK-Import bei Arrow Video
– Ladislao Vajdas Es geschah am hellichten Tag am 19.04. um 20:15 Uhr bei arte
– Ferdinando Baldis Django und die Bande der Gehenkten ab 22.04. als limitiertes Mediabook*
– Michael Manns Manhunter – Roter Drache ab 23.04. als limitiertes Mediabook*

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