Filmtipps der Woche (12.-18. April)

Hier gelangt ihr zum Filmkalender der nächsten Monate.

Ab sofort bei Amazon Prime – Jean-Pierre Melvilles Armee im Schatten

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In Armee im Schatten reflektiert Frankreichs Regie-As Jean-Pierre Melville (Vier im roten Kreis) seine eigene Vergangenheit. Auf ernüchternde Weise schildert er den Kampf einer Résistance-Gruppe gegen die deutsche Besatzung während des zweiten Weltkriegs. Unpathetisch und komplett ohne unnötige reißerische Szenen ist Jean-Pierre Melville damit sein persönlichster Film und eines der großartigsten (Antikriegs-)Dramen der Filmgeschichte gelungen. Hier bei Amazon Prime streamen.*

Weitere französische Filmklassiker, die ihr gesehen haben müsst.

Ab sofort bei Netflix – Makoto Shinkais Your Name

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Body-Switch-Filme – eigentlich könnte man der Ansicht sein, dass ein derart ausgelutschtes Thema keinen Zuschauer mehr aus dem heimischen Sessel bewegen dürfte, immerhin wurde doch inzwischen wirklich alles mit jedem getauscht. Und dennoch, alle paar Jahre lockt wieder ein verheißungsvoller Körpertausch Millionen von Zuschauern in die Kinos. Wie sich wohl dieses Mal die eitle Schönheitskönigin / der arrogante Rüpel im Körper ihres / seines wem auch immer schlagen wird? Obwohl gefühlt bereits jedes Szenario mehrfach durchgespielt worden ist, wird dieses Genre wohl nie vollständig aus den Kinos zu verbannen sein. 2016 hatte dann der japanische Anime-Regisseur Makoto Shinkai die Idee mal wieder einen Körpertauschfilm zu drehen, doch anders als in vielen westlichen Vertretern wird in Your Name: Gestern, heute und für immer das Körpertauschszenario nicht nur lediglich als Gagvehikel genutzt, sondern entpuppt sich als äußerst sensible Coming-of-Age-Geschichte. [Unsere Kritik]

Ab sofort bei Netflix – Valerio Zurlinis Wilder Sommer

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Sommer 1943: In Süditalien ist der Krieg bereits in vollem Gange – den kleinen Badeort Raccione in der Nähe von Rimini erreicht der Bombenhagel bislang aber nur über die Nachrichten. Gemeinsam mit seinen Freunden genießt Carlo Caremoli (Jean-Louis Trintignant) in jugendlicher Naivität die Leichtigkeit eines unbeschwerten Sommers. Als sich Carlo in Roberta (Eleonora Rossi Drago) verliebt, deren Mann im Krieg gefallen ist, beginnt für die beiden ein Sommernachtstraum der Leidenschaft. Dass Roberta älter ist und eine Tochter hat, scheint die frisch Verliebten dabei kaum zu stören. Doch dann holt der Krieg sie ein. Valerio Zulinis Wilder Sommer ist ein bis heute außerordentlich sehenswertes Drama, welches sich nicht nur Fans des italienieschen Kinos keinefalls entgehen lassen sollten. Jean-Louis Trintignant (Leichen pflastern seinen Weg, Amour) spielt hier bereits in seinen jungen Jahren fantastisch. Abgesehen davon bekommt man den Film bisher sonst nirgends in Deutschland zu sehen und sollte daher die Gelegenheit nutzen, dass er auf Netflix läuft. Die Streaming-Plattform hat aktuell übrigens zahlreiche weitere italienische Klassiker aus den 50ern und 60ern im Programm.

Am 16.04. um 22:25 Uhr bei 3sat – Curtis Hansons L.A. Confidential

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1997 drehte Regisseur Curtis Hanson ein wahres Highlight des Neo Noir, in welchem er die Themen Lügen, Korruption und Polizeigewalt in einem fantastisch inszenierten und gespielten Katz- und Mauspiel auf die Spitze trieb. Mit Hilfe eines brillanten Casts (u.a. Russell Crowe, Guy Pearce, Kevin Spacey, Kim Basinger, Danny DeVito und James Cromwell) malt uns Curtis Hanson ein Portrait vom 50er Jahre Los Angeles, ein düsteres Gemälde über Karrieregedanken, Wahrheit und Lüge, eine Parabel über das Leben und die Anonymität in Großstädten. Der Zuschauer wird unweigerlich Zeuge einer Tour de Force, nichtsahnend, was als Nächstes passieren wird. Die Presse wird hier ebenso unter die Lupe und auseinander genommen, wie Glamour und Politik. L.A. Confidential ist ein Chef d’Ouevre der 90er, welches den Zuschauer bis zum Ende packt wie auch überrascht. Der Film läuft aktuell übrigens auch kostenfrei bei Amazon Prime*.

Am 18.04. um 20:15 Uhr bei arte – Arthur Penns Bonnie und Clyde

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Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre trifft auch die texanische Provinz im Südwesten Amerikas hart. Die junge, schöne Bonnie Parker (Faye Dunaway) lebt im Haus ihrer Mutter, arbeitet als Kellnerin in einem Diner und hält die Langeweile in der texanischen Hitze kaum aus. Als sie den attraktiven Clyde Barrow (Waren Beatty) dabei erwischt, wie er versucht, das Auto ihrer Mutter zu stehlen, scheint der Gangster eine willkommene Ablenkung – oder zumindest interessant genug für eine Cola in der Stadt. Bonnie lässt sich von Clydes Erzählungen über seine kriminellen Machenschaften, bewaffneten Raubüberfälle und eine abgesessene Gefängnisstrafe nicht abschrecken. Im Gegenteil, sie ist begeistert von dem Traum von Freiheit, Abenteuer und Reichtum. Ohne zu zögern haut sie mit Clyde im geklauten Auto ab – Hauptsache weit weg vom immer selben Alltagstrott. Arthur Penns Bonnie und Clyde, ist trotz seiner offensichtlichen Schwächen, ein Film, welcher bis heute fest in der amerikanischen Filmkultur verankert ist und den jeder Filmfan mal gesehen haben sollte.

Ebenfalls kommende Woche geplant:
Love and Monsters ab 14.04. bei Netflix
Doku-Tipp: I Am Not Your Negro (USA 2016)

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