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"The Tourist" (USA/FR 2010) Kritik – In Venedig langweilen sich die Stars

"Diese Operation ist offiziell abgeschlossen." Was waren wir Deutschen nicht alle stolz auf Florian Henckel von Donnersmarck, unser Florian, der sich mit seinem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" in der großen Filmwelt durchsetzte und den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film gewinnen konnte. „Wir sind Oscar“. Von Donnersmarck war in aller Munde, jeder wollte sich mit ihm beschäftigten, diesem altschlesischen Adelsgeschlecht, der endlich wieder mal den Goldjungen nach Deutschland holen konnte. „Die Zukunft des deutschen Film steht direkt vor uns.“ Wenn wir in diesen vergangenen Tagen durch das Fernsehprogramm zappten und egal ob wir bei einem Boulevard-Magazin oder der Tagesshow hängengeblieben sind, überall sahen wir unseren Florian, wie er den Oscar breitgrinsend in alle Kameras ...
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"New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde" (USA 2009) Kritik – Die Qualen werden schlimmer

"Geht es dir um meine Seele? Du kannst sie haben! Ohne dich will ich sie nicht." Ein zartes Jahr durfte vergehen, in dem wir keine Schlangen von kreischenden Teenagern vor den Kinotüren begutachten durften. Mit Edward T-Shirts und verschiedensten Anhängern wurde ihre Sehnsucht 2009 aber wieder gestillt. New Moon stand vor der Tür, der zweite Teil der "Twilight"-Reihe von Stephenie Meyers. Die erste Verfilmung war in so gut wie allen Belangen ein krasser Totalausfall, doch der Film wurde natürlich ein riesiger Erfolg. Ein kluger Schritt sollte es also sein, den Regisseur zu tauschen und den gescheiterten ersten Teil mit einem guten Nachfolger vielleicht etwas vergessen zu machen. Die Wahl fiel auf Chris Weitz, der Filme wie 'American Pie' und 'About a Boy' inszenierte. Nach seiner Katas...
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"The Wicker Man" (USA 2006) Kritik – Ein Ritual der untersten Schublade

"Die Droge wird getötet!" Ab und an gibt auch die Ausnahmen von unnötigen Remakes, dir war ja bereits zu genüge hassen lernen durften. Das sind die Remakes von Filmen, die auch in ihrem Original eigentlich nie wirklich die große Aufmerksamkeit bekommen haben und einer eher kleineren oder auch ganz bestimmten Genre-Publikum ein Begriff sein dürften. Gerade so ein Remake könnte auch dazu beitragen, dass der Originalfilm endlich von mehreren Zuschauern entdeckt und auch gewürdigt werden kann. 2006 nahm sich Regisseur Neil LaBute einem solchen Fall und inszenierte ein Remake von 'The Wicker Man' aus dem Jahre 1973 mit dem großen Christopher Lee. Was LaBute jedoch aus seinem 'The Wicker Man' gemacht hat, ist schlichtweg eine riesige Frechheit und geht in die Geschichte als eines der schlecht...
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"Mission: Impossible 2" (USA 2000) Kritik – John Woos Untergang

"Diese Ratte hat das Ende des Labyrinths erreicht." Fragt man nach den besten Actionfilmen der 90er Jahre, würde man sicher auch Sachen wie 'Face/Off', 'Ronin' und auch 'Speed' zu hören bekommen. Welchen Film man allerdings in so gut wie jedem Fall gesagt bekommen würde, wäre 'Mission: Impossible' aus dem Jahr 1996, mit dem Brian De Palma einen absolut erstklassigen und intelligenten Agentenfilm erschuf, der auch heute nichts von seiner Qualität einbüßen musste. Der Film schlug ein und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme überhaupt. Nun vergingen vier Jahre, bis sich die Fortsetzung 'Mission: Impossible 2' über die Kinos hermachte. Auf dem Regiestuhl saß nun Actionspezialist John Woo, der vorher Kracher wie Hard Boiled, The Killer und auch den genannten 'Face/Off' inszenierte. Die H...
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"Battleship" (USA 2012) Kritik – Die nächste Alien-Invasion naht, nur hat sie dieses Mal Erfolg?

"Wir werden alle sterben...jeder von uns wird sterben...wir alle werden es: Sterben. *pause* Aber nicht heute!" *BOOOOM* Wer liebt das Spiel nicht, Schiffe versenken. Bis heute ein toller Zeitvertreib, geprägt durch Spannung und Spass und eine Prise Scharfsinn sollte man auch mit an Bord haben. Diese drei S lässt "Battleship" jedoch nicht nur schmerzlich missen, sondern es wird einem zudem eine hanebüchene Szene nach der anderen aufgetischt. Das Grauen findet leider erst nach zähen 130 Minuten Actioneinerlei in einem von Pathos durchtränkten Finale und einer anschließenden Navy-Ehrung ein Ende. Aber mal von vorne. Nachdem ich das grottigste Intro des Jahres ertragen hatte, so dachte ich zumindest, würde der Film noch ein bisschen besser werden. Allerdings schafft es Regisseur Peter Ber...
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"10.000 BC" (USA 2008) Kritik – Roland Emmerich erreicht seinen Karrieretiefpunkt

"Die Menge der Speere bedeutet nichts. Menschen können nicht gegen Götter gewinnen." Unser deutscher Hollywoodvertreter Roland Emmerich hat sich über die Jahre seinen ganz eigenen Namen in der Filmwelt gemacht. Wir bekamen von ihm einen Blockbuster nach dem anderen vorgesetzt, bei denen er immer wieder seine Zerstörungswut unter Beweis gestellt hat und nicht selten amerikanischer als die Amerikaner selbst sein wollte. Eines ist jedoch so gut wie immer sicher: seine Filme haben zwar keinerlei Tiefgang, aber lassen es immer wieder aufs Neue krachen. 2008 versuchte sich Emmerich dann als Geschichtenerzähler und blamierte sich mit dem Steinzeit-Abenteuer '10.000 BC' auf ganzer Linie. Der einzige Punkt in dem '10.000 BC' voll und ganz überzeugen kann, sind die tollen Landschaftsaufnahmen vo...
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"L.A. Crash" (USA 2004) Kritik – Kitsch, Klischees und Verlogenheit

"Du brauchst dich doch nur mal umzusehen. Du findest nirgendwo 'ne hellere, sichere und besser beleuchtete Straße als hier, aber die weiße Frau da sieht zwei Schwarze, die die Straße runterschländern und ohne weiteres an der Uni studieren könnten und was ist? Sie kriegt Panik." Mit seinem Debütfilm 'Red Hot' aus dem Jahr 1993, riss Paul Haggis so rein gar nichts. Auch als Drehbuchautor konnte er sich zuvor nicht in den Vordergrund rücken. Doch seine Zeit sollte noch kommen. Und so segelte 2005 auch die erste Oscar Nominierung fürs Drehbuch von 'Million Dollar Baby' ins Haus. Das wäre der verdiente Oscar gewesen. Bei der Oscar Verleihung 2006 ging die persönliche Erfolgsserie aber weiter. Für sein Episoden-Drama 'L.A. Crash' konnte Haggis nicht nur den Oscar für das beste Drehbuch einste...
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"Alien vs. Predator" (USA 2004) Kritik – Und täglich grüßt der Anderson

Und wieder einmal melde ich mich zum Thema 'Alien' und 'Predator' zu Wort. Nach den beiden tollen Genre-Filmen dreht sich diesmal alles um das ultimative Aufeinandertreffen der beiden Monster. In 'Alien vs. Predator' von Paul W.S. Anderson aus dem Jahre 2004 gibt es endlich beide Kino-Giganten gemeinsam vor der Kamera. Der Film erweist sich aber als einer der schlechtesten Sci-FI/Actionfilme und gleichzeitig einer der schlechtesten aller Zeiten. Was am Anfang noch reizvoll und interessant klang wird durch Andersons Inkompetenz zur peinlichen und beleidigenden Angelegenheit für jeden Fan der Filmreihen. Die Ausstattung von 'Alien vs. Predator' ist dermaßen misslungen, dass man ihm in jeder Szene die Künstlichkeit ansieht. Alle Einstellungen schreien nach Tschechischen-Filmstudio und ließ...
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"Meek’s Cutoff" (2010) Kritik – Der vielleicht langweiligste Film aller Zeiten!

Inhalt: Eine Gruppe von Siedlern zieht durch Amerika auf der Suche nach Wasser. Irgendwo im Nirgendwo von Oregon verlieren sie schließlich die Orientierung. Über die Aussage des Films brauche ich keine Worte verlieren, denn eine solche gibt es nicht. Es sei denn, die Regisseurin wollte betonen, dass wir den Ablauf unseres Lebens nicht selbst bestimmen können. Schwachsinn! Getreu dem Motto "Von nichts kommt nichts" schuf Kelly Reichardt mit "Meek's Cutoff" also einen Film, der dem Begriff 'bedeutunglos' eine vollkommen neue Dimension verleiht. Es scheint, als wollte die Dame ihr Projekt möglichst realistisch gestalten. Das geht allerdings ab der ersten Sekunde nach hinten los. Die amateurhaftesten Kameraaufnahmen, die ich jemals im Kino zu Gesicht bekommen habe, schrecklich unterfordert...
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New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde (2009) Kritik – Biss und Biss bis ins Grab

"Es tut mir Leid, dass ich nicht das richtige Monster für dich bin, Bella." Nach diesem Film hatte ich Verspannungen im Nacken, in den Händen, meine Augen waren hinüber und die Ohren mussten sich erst wieder umgewöhnen an normale Geräusche. Im Nacken hatte ich Verspannungen, weil ich eine Stunde lang mit dem Kopf schütteln musste - über die grandios schlechten Schauspieler, diese dicke Schicht Zucker auf allem und jedem. In den Händen, weil ich mich mit aller Kraft daran hindern versuchte, keinen Knopf mit den Fingern zu erreichen. Die Augen waren verklebt, verklebt von dem süßen Zeug, das so schön auf allem glitzert. Meine Ohren waren kaputt, weil die Musik laut, klar und gellend in ihnen drang. Dialoge auf der Herrentoilette sind tiefgehender und erinnerungswürdiger als in diesem Unfa...