Schlagwort: Philip Seymour Hoffman

Kritiken

"Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1" (USA 2014) Kritik – Das Gesicht der Revolution

Autor: Pascal Reis „If we burn, you burn with us!“ Am Firmament tut er sich auf, wie ein Funken, der einem Feuerstein vergeht, der Hoffnungsschimmer, der leise säuselt, aber doch klar vernehmbar bleibt: Vielleicht findet die „Die Tribute von Panem“-Reihe nun doch noch in eine kinematographische Spur, die einem erwachsenen, einem weniger an Poster-Boy-&-Girl-Attitüden gelegenen Publikum durchaus gefällt. Nachdem „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ (2012) und „Die Tribute von Panem – Catching Fire (2013) zwar kommerziell die Kinokassen zum Zerbersten brachten und somit den florierenden Trend der Young-Adult-Dystopien durch ihren immensen Erfolg ebenfalls in den Lichtspielhäusern dieser Welt etablierte (Epigonale Frustration: „Seelen“, „Divergent – Die Bestimmung“, „Hüter der Erinner...
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: A Most Wanted Man (DE, GB, US 2014)

Autor: Conrad Mildner "Not only is this man wanted, I would dare to say that he is the most wanted." Es ist der erste Film seit dem Tod Philip Seymour Hoffmans, in dem wir den Ausnahmeschauspieler als Kinogeist erleben. Anfang des letzten Jahres schrieb ich noch eine Hymne auf Hoffman. Auch mir war zu der Zeit nicht bewusst in was für einer schwierigen Lage er sich befindet. Niemand konnte wohl erahnen, dass der Familienvater und Oscar-Preisträger plötzlich durch eine Überdosis Heroin von uns gehen würde. Und auch wenn die kommende Filmen, wie „A Most Wanted Man“, Hoffmans Tod ebenso wenig vorhersehen konnten, legt sich der noch frische Totenschleier wie ein weiterer Filter über die Bilder. Seine unangepasste Erscheinung in „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ als Plutarch Heavensbee,...
Kritiken

„Die Tribute von Panem 2 – Catching Fire“ (USA 2013) Kritik – Keine Sieger, nur Überlebende

Autor: Jan Görner „Remember who the real enemy is.“ Die Parodie, behauptet der Volksmund, sei die höchste Form der Verehrung. Doch wer einen Blick auf „Die Pute von Panem –The Starving Games“, die neuste Spoof-Nachgeburt (die Hauptfigur heißt Fatniss, wie drollig!) der Regisseure Jason Friedberg und Aaron Seltzer werfen konnte, der musste doch stark an dieser Weisheit zweifeln. So eine Art der „Verehrung“ hat nun wirklich niemand verdient, insbesondere nicht eine der Überraschungen des Kinojahres 2012, „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ (OT: „The Hunger Games“). Nun kommt die heiß ersehnte Fortsetzung in die deutschen Kinos und kann tatsächlich die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. „Die Tribute von Panem 2 – Catching Fire“ weckt dabei weniger das Verlangen nach einer Persifla...
Specials

Charakterköpfe der Filmgeschichte – Philip Seymour Hoffman, vom Verlierer zum Master!

Autor: Conrad Mildner Schwitzend und keuchend beugt sich Philip Seymour Hoffman, unter ihm Marisa Tomei als seine Frau. Es sind die ersten Sekunden aus Sidney Lumets letzten Film „Tödliche Entscheidung - Before The Devil Knows You're Dead“ und ein Affront gegen Hollywoods Gewohnheiten, physisch, seelisch und ästhetisch. Das amerikanische Kino, gewachsen als Industrie, hat stets seinem Publikum nachgeplappert und das gemacht, was ihm am ehesten zusagt. So entwickelte sich ein Filmvokabular, Regeln, Sehgewohnheiten. Stars wurden geboren, Sexsymbole und Ikonen. Die meisten Schauspieler_Innen bewegen sich im amerikanischen Film wie Models durch die Kulissen. Sie sprechen ihre Sätze. Sie versprechen sich nie. Sie spucken nie dabei. Sie essen selten und noch seltener gehen sie zur Toilette. S...
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: The Master (USA 2012)

Autor: Conrad Mildner "What a horrible young man you are. This is acting like an animal. A dirty animal that eats its own feces when hungry." Die Leinwand ist schwarz und in schmucklosen, weißen Lettern erscheint der Titel „The Master“ auf der Leinwand. Beinahe wähnt man sich in einem Woody-Allen-Film bei solch einem reduktionistischen Vorspann. Erinnern sie sich noch daran als die Filme von Paul Thomas Anderson wie große Spektakel anfingen? Da gab es berauschende Scorsese-eske Kamerafahrten in „Boogie Nights“ oder einen Schneller-als-du-denken-kannst-Prolog inklusive einer bunten Vorspann-Collage in „Magnolia“. Doch irgendwann zwischen 2002 und 2007, zwischen „Punch-Drunk Love“ und „There Will Be Blood“ fand eine radikale Wandlung statt. Der zügellose Sturm-und-Drang hoffnungslos ver...
Kritiken

"Der Krieg des Charlie Wilson" (USA 2007) Kritik – Tom Hanks unterstützt Afghanistan

"Welche Strategie verfolgen Sie in Afghanistan?" - "Streng genommen gar keine, aber wir arbeiten daran." Polit-Kino ist an einem Punkt angekommen, der die Zuschauermasse nicht mehr wirklich tangiert. Die Themen sind zu trocken inszeniert, die Schauspieler nicht ansprechend genug und allgemein bekommt man doch alles in den Nachrichten erzählt, was man über die politischen Probleme in aller Welt wissen sollte. Das könnte man durchaus so sehen, aber erstens wäre das eine viel zu oberflächliche Sichtweise und zweitens auch die vollkommen falsche, denn wenn man sich mit einem Thema wirklich beschäftigten will, braucht es schon etwas mehr, als die alltäglichen Nachrichten zu verfolgen und danach wieder den Kopf auf Durchzug zu schalten. Dokumentationen sind natürlich auch immer hilfreich, Ges...
Kritiken

"Tödliche Entscheidung" (USA 2007) Kritik – Sidney Lumet verabschiedet sich mit einem meisterhaften Knall

"May you be in heaven half an hour, before the devil knows you're dead. Am 9. April 2011 wurde die Filmwelt von tiefer Trauer und Bestürzung überdeckt, denn eine der großen Regielegenden der Geschichte unterlag ihrem Lymphdrüsenkrebs und starb im stolzen Alter von 86 Jahren. Die Rede vom unvergesslichen Sidney Lumet, der uns einige unsterbliche Klassiker schenkte und immer ein Teil des Filmes bleiben wird, auch nach seinem Tod. Zu seinen großen Meisterwerken zählt sein Debütfilm "Die zwölf Geschworenen", das Polizisten-Drama "Serpico", das Drama "Hundstage" und der Polit-Thriller "Network". Wer diese Filme gesehen hat, der wird wohl bedingungslos zustimmen, dass Lumet sein Handwerk exzellent verstand und sich nie vor kritischen Themen gescheut hat. Lumet konnte gesellschaftlichen Proble...
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"Punch-Drunk Love" (USA 2002) Kritik – Adam Sandler spielt groß auf

"Was rennst du so schnell, du Idiot? Wir wissen wo du wohnst!" Paul Thomas Anderson hat sich mit nur zwei Filmen zu einem Koloss unter den Regisseuren gemacht. Mit 'Boogie Nights' von 1997 und 'Magnolia' von 1999 machte er sich schon jetzt unsterblich und zählt ohne weiteres zu den besten Filmemachern unserer Zeit. Ein Kritikerliebling, ein Publikumsmagnet und ein einmaliger Könner, der es immer wieder eindrucksvoll versteht, die visuelle Klasse mit seiner erzählerischen Brillanz zu verknüpfen und ein pures Meisterwerk daraus zu entwerfen. Aber Anderson kann nicht nur diese zwei grandiosen Filme vorweisen. Mit 'There Will Be Blood' erreichte er 2007 wieder die Dimensionen eines brachialen und kraftraubenden Glanzstückes, welches nicht von wenigen als Andersons bestes Werk betitelt wird...
Kritiken

"Mission: Impossible III" (USA 2006) Kritik – Tom Cruise gegen Philip Seymour Hoffman

"Wir haben dir eine Sprengkapsel ins Hirn geschossen. Kommt dir das bekannt vor?" Brian De Palma schuf 1996 mit 'Mission: Impossible' einen High-Tech Agenten-Thriller, der heute schon als Klassiker gilt und Tom Cruise eine prägende Rolle als Ethan Hunt schenkte. Oft wurde er kopiert, aber die Qualität konnte niemand wirklich erreichen. Wie das aber immer so mit erfolgreichen Filmen ist, musste eine Fortsetzung folgen. Im Jahr 2000 stand 'Mission: Impossible 2' vor der Tür, dieses Mal von Bullet Time und Taubenfetischist John Woo. Das Ergebnis war ein erschreckend dämlicher und lahmer Actionfilm, der in so gut wie jedem Punkt durchfiel. 6 Jahre sollten vergehen und die Schmach von Teil 2 war langsam wieder vergessen. 2006 kam der dritte Teil der erfolgreichen Mission: Impossible-Reihe in...
Kritiken

"Glaubensfrage" (USA 2008) Kritik – Gefangen inmitten schwerer Zweifel

"Bei der Verfolgung von Unrecht kann es passieren, dass man sich von Gott entfernt." John Patrick Shanley dürfte wohl eher den Theaterfans ein richtiger Begriff sein. In der Filmwelt tat sich Shanley hingegen eher schwer und schrieb Drehbücher zu durchschnittlichen bis schwachen Filmen wie 'Mondsüchtig' oder auch 'Vier Dinos in New York'. Als Regisseur versuchte er sich erfolglos 1990 bei 'Joe gegen den Vulkan', zu dem er auch das Drehbuch schrieb, mit namenhafte Besetzung wie Tom Hanks und Meg Ryan. 18 Jahre sollte es dauern, bis Shanley sich wieder auf den Regiestuhl wagte, doch dieses Mal sollte es anders werden. Mit 'Glaubensfrage' brachte er sein eigenes preisgekröntes Theaterstück "Doubt: A Parabel" auf die große Leinwand und inszenierte einen guten Film mit brandaktuellem Thema. ...