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Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Komödie

Kritik zu „Bitteres Fest“: Pedro Almodóvar zurück in Madrid

Kritik von Julian Bonsu Zurück in Madrid: Bitteres Fest von Pedro Almodóvar Keine zwei Jahre nach seinem englischsprachigen Spielfilmdebüt, The Room Next Door, kehrt Pedro Almodóvar mit seinem neuen Film, Bitteres Fest (Amarga Navidad), in die Kinos zurück - dieses Mal wieder in seiner Muttersprache Spanisch. Für Fans von Almodóvars skurriler, gefühlvoller und bunter Welt ist Bitteres Fest wortwörtlich ein Fest für die Sinne. Endlich kann man für circa zwei Stunden wieder in das sinnliche Madrid seiner Filmwelt eintauchen, in kraftvollem Rot baden und in Alberto Iglesias wunderbar opulenter Filmmusik schwelgen. In der Tat sind diese Eigenschaften, zusammen mit der Darstellung von tiefem Drama in Kombination mit komischem Humor, schon seit Jahrzehnten zu Erkennungsmerkmalen eines Almod...
Kritik zu „Blue Moon“: Ethan Hawke am Broadway
Berlinale, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Musical

Kritik zu „Blue Moon“: Ethan Hawke am Broadway

Kritik von Hendrik Warnke – erstmals zu lesen am 18. Februar 2025, gesehen im Rahmen der 75. Berlinale. Richard Linklater (zuletzt A Killer Romance) ist schon wieder mit einem neuen Film zurück. Mal wieder im Doppelpack mit Ethan Hawke (Before-Trilogie, Boyhood), mal wieder als kontinuierliche Handlung innerhalb von ein paar Stunden, aber dafür erstmals in den Vierzigern. Genauer gesagt ist es der 31. März 1943. Das Musical Oklahoma! von Richard Rodgers und Oscars Hammerstein hat gerade seine Premiere im legendären St. James Theatre in New York hinter sich und steht am Anfang seines Erfolgs. Einige Straßen weiter in Sardi’s Bar sitzt Rodgers’ alter Partner Lorenz Hart und sinniert über die Liebe, das Leben und die Kunst. Welcher Satz ist der schlechteste in Casablanca? War das Leben...
Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?
Asiatischer Film, Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, La Biennale di Venezia, Thriller

Kritik zu „No Other Choice“: Park Chan-wooks nächster Geniestreich?

Kritik von Marc Trappendreher – erstmals zu lesen am 29. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Grauzonen des Überlebens: No Other Choice von Park Chan-wook Mit No Other Choice legt Park Chan-wook eine Adaption des Romans "The Ax" von Donald Westlake vor. Im Mittelpunkt steht Man-soo (Lee Byung-hun, Star aus I Saw the Devil und Squid Game), ein entlassener Angestellter, der als Familienvater unter enormem Druck steht. Der Verlust seines Jobs zwingt ihn, den Arbeitsmarkt als gnadenlosen Konkurrenzkampf zu erleben, in dem die Grenzen zwischen fairer Bewerbung und rücksichtsloser Eliminierung verschwimmen. Was als nachvollziehbare Verzweiflung beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer Spirale der Gewalt, die Ausdruck einer grotesken Überlebenslogik ist ...
Kritik zu „Scarlet“: Überzeugt Mamoru Hosodas Anime-Abenteuer?
Abenteuer, Animation, Asiatischer Film, DVD & Bluray, Filmkritiken, La Biennale di Venezia, Science Fiction / Fantasy

Kritik zu „Scarlet“: Überzeugt Mamoru Hosodas Anime-Abenteuer?

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 4. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Eine Prinzessin in der Welt der Toten: Scarlet von Mamoru Hosoda Neben Hayao Miyazaki und Makoto Shinkai zählt Mamoru Hosoda zu den prägenden Stimmen des japanischen Animationsfilms. In seinen Filmen wie Das Mädchen, das durch die Zeit sprang, Mirai oder auch Belle finden sich dabei wiederkehrende Themen. Stets geht es um Familie, aber auch die Motive Vergangenheit, Erinnerung und Zeit. Nun stellte Hosoda seinen neuesten Anime-Film Scarlet auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig vor. Im Mittelpunkt steht die titelgebende Prinzessin, die sich in einem Reich zwischen Leben und Tod wiederfindet. Nicht nur geht es darum, den Tod ihres Vaters zu rächen, sond...
Kritik zu „Her Private Hell“: Kino als neonfarbener Erfahrungsraum
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Festival de Cannes, Filmkritiken, Horror, Science Fiction / Fantasy, Thriller

Kritik zu „Her Private Hell“: Kino als neonfarbener Erfahrungsraum

Kritik von Marc Trappendreher – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Kino als neonfarbener Erfahrungsraum: Her Private Hell von Nicolas Winding Refn Nicolas Winding Refns neuer Film führt nach zwei Serienprojekten seine Kunst der radikalen Verweigerung konsequent fort. Mit Her Private Hell (Revenge Wears Leather) kehrt der dänische Regisseur nach Cannes (allerdings dieses Mal außerhalb des Wettbewerbs) zurück – und zugleich zu jener ästhetischen Radikalität, die sein Kino seit Drive zunehmend bestimmt. Bereits im Vorfeld wurde der Film als exzessive Fortschreibung seines Neon-Noirs gehandelt: ein Werk zwischen Albtraum, Modefantasie und Vaterkomplexen. Tatsächlich bestätigt Her Private Hell diese Erwartungen nur teilweise. Denn Refn liefert keinen Film, ...
Kritik zu „Fjord“: Jugendschutz als Kollision von Überzeugungen
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken

Kritik zu „Fjord“: Jugendschutz als Kollision von Überzeugungen

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Jugendschutz als Kollision ideologischer, religiöser und kultureller Überzeugungen: Fjord von Cristian Mungio Mit 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage gelang Cristian Mungiu 2007 ein großer Cannes-Hit, der auch die Goldene Palme für sich beanspruchen konnte. Nun ist er auf den diesjährigen Filmfestspielen wieder mit von der Partie. Sein neuer Film mit dem erst einmal unscheinbaren Titel Fjord lädt zum Nachdenken ein: Es geht um Erziehungsfragen, Moral und Kinderschutz, alles gerahmt im Setting einer norwegischen Kleinstadt. Die Gheorghius sind dabei multikulturell aufgestellt: Krankenpflegerin Lisbet (Renate Reinsve) ist Norwegerin, der christlich gläubige Luftfahrtingenieur Mihai (Sebastian Stan) ...
Kritik zu „Paper Tiger“: Was für eine Welt ist das?
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Kritik zu „Paper Tiger“: Was für eine Welt ist das?

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Was für eine Welt ist das? - Paper Tiger von James Gray Im Werk vom amerikanischen Regisseur James Gray scheint stets ein Motiv zu schlummern: Die menschliche Existenz,  gefangen in einem Raum aus Widerständen. Sei es in The Immigrant, Die versunkene Stadt Z oder Ad Astra, stets sind es Geschichten, in denen die Narrative immer wieder zum stocken kommen. Es mag daran liegen, dass die Figuren in jenen Werken große Ziele verfolgen und dementsprechend auch große Schritte in die entferntesten Winkel der Erde oder in die Tiefen des Universums bestreiten. Nun liefert Gray auf den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes sein neues Werk Paper Tiger ab und setzt dieses Motiv ins New York zur Zeit des...
Kritik zu „Species“: Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich?
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Kritik zu „Species“: Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich?

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich: Species von Marion Le Corroller Wer kennt es nicht: Man geht zu einer Fastfood-Kette, bestellt einen Burger und bekommt plötzlich gesagt, das Produkt sei nicht mehr verfügbar – es gab ihn nur für einen kurzen Zeitraum. Oder noch schlimmer: Es gibt diesen Burger nur im Frühstücksmenü und er kann nach 12 Uhr nicht mehr verkauft werden. Seit 33 Jahren hat sich jene Prämisse, die sich der „Der Kunde ist König“-Mentalität entgegenstellt, nicht geändert. 33 Jahre deswegen, weil 1993 die bissige Satire Falling Down – Ein ganz normaler Tag in die Kinos kam und bis heute eine der ikonischsten Filmszenen in dieser Hinsicht bietet. Während Michael Douglas al...
Kritik zu „Der Fremde“: François Ozons Neuverfilmung des Camus-Klassikers
Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Französischer Film, La Biennale di Venezia

Kritik zu „Der Fremde“: François Ozons Neuverfilmung des Camus-Klassikers

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 2. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung des Camus-Klassikers: Der Fremde von François Ozon Der Fremde (L’Étranger), erschienen 1942, ist ein Roman des französischen Autors Albert Camus, der zu einem Eckpfeiler des Existenzialismus wurde. François Ozon (Swimming Pool, Frantz) präsentiert nun auf den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig seine Neuverfilmung der Jahrhundertgeschichte. Im Mittelpunkt steht Meursault (Benjamin Voisin) - dessen Gleichgültigkeit zum Leben umgibt ihn wie eine unsichtbare Rüstung. Liebe, Natur, Tier, Mensch, Leben, Tod - alles ist unbedeutend in seinem Leben. Symbolisch geht es um die Absurdität des Lebens und zwei zentrale Fragen: Wie lebt man in einer sinnlos...
Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?
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Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Ein neuer Slasher-Klassiker: Teenage Sex and Death at Camp Miasma von Jane Schoenbrun Unter den US-amerikanischen Regisseuren des modernen Kinos gibt es zwei, die schon seit Jahren vereinzelt immer wieder durchscheinen. Programmatisch geht es in den Werken von David Robert Mitchell (It Follows, Under the Silver Lake) und Jane Schoenbrun (zuletzt I Saw the TV Glow) um etwas nicht ganz Greifbares in der menschlichen Kultur. Es ist, als würde sie irgendwie über uns stehen – gemeint ist symbolisch die gesamte globalisierte Welt, wird sie doch am meisten von amerikanischer Soft Power geprägt. Nicht etwa ein Produkt des Menschen ist sie, sondern eine eigene und pulsierende Entität, welche von eine...