"Blood Simple" (USA 1984) Kritik – Ein meisterliches Regiedebüt

„If you point a gun at someone, you’d better make sure you shoot him, and if you shoot him you’d better make sure he’s dead, because if he isn’t then he’s gonna get up and try to kill you.“

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Die bizarre Welt der Coens. Sie ist eine schmutzige Welt voller Missverständnisse. Eine Welt, in der die Kommunikation und der Umgang mit den Mitmenschen nicht zu funktionieren scheint. Und wie immer behalten die Brüder Recht. Schon der Eröffnungssatz im Film macht klar, dass sich diese Probleme vom einfachen Bürger bis zur internationalen Politik erstrecken. Folge sind Fehlentscheidungen, unnötige Tote, Anonymität und Geheimniskrämerei.

Ich habe ‚Blood Simple‘ schon mit einigen Freunden angeschaut, und ich war jedes Mal aufs Neue überrascht, wie langweilig sie diesen fanden. Zugegeben, es sind die Details, die Kamera, die Mimik der Darsteller und die großartige Atmosphäre, welche diesem Film Aussage und Ausdruck verleihen. Es verhält sich wie bei einer Studie: Ist man von Anfang an desinteressiert, wird man bald nicht mehr folgen können. Warum ich euch das erzähle? Damit ihr, falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, wisst, auf was ihr euch einstellen dürft.

Die anfangs simpel wirkende Idee ist kurz gesagt brillant und intelligent ausgeführt. Die typischen Eigenschaften der Brüder kristallisieren sich schon in ihrem Debütfilm heraus. Haufenweise Zynismus, Ironie und die Abrechnung mit der Gesellschaft stehen an forderster Front. Die dabei tadellos agierenden Darsteller, die überraschenden Wendungen und die Umsetzung garantieren einen Film Noir der Extraklasse. Brutal, oh ja! Jedoch nicht nur wegen der gezeigten Brutalität, sondern aufgrund der unumstößlichen Wahrheit, welche dahinter steckt.

Bewertung: 9/10 Sternen