"Burn After Reading" (USA 2008) Kritik – Ein lustiger Film über dumme Menschen

„Osborne Cox?“ – „Yes?“ – I think you might be worried about the security of your shit.“

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Nach dem äußerst düsteren Neo-Western-Thriller-Meisterwerk ‚No Country For Old Men‘ meldeten sich die Coen Brüder 2008 mit einer Spionage-Verwechslungs-Komödie der etwas anderen Art zurück.

‚Burn After Reading‘ befasst sich gekonnt mit dem Idiotismus, dem Unvermögen und der Inkompetenz unserer Gesellschaft. Der Spass kommt dabei, wie in jedem Film der Gebrüder, zu keinem Zeitpunkt zu kurz. Die skurrilen Charaktere, die Dialoge und die Story sind gut durchdacht. Brad Pitt beweist erneut seine schauspielerische Vielseitigkeit und gibt die beste Performance des Films. George Clooney ist spätestens seit ‚O brother where art thou‘ ein Garant für viele Lacher. Und John Malkovich zeigt, wie auch in seinem neuesten Film ‚R.E.D.‘, dass ihm lustige Rollen besser stehen als manche andere wie in „Con Air“. Auch Frances McDormand konnte mir als Angestellte eines Fitness-Centers, die sich mit dem Geheimdienst einlässt, nur um ihre Schönheitsoperationen finanziert zu bekommen, einige Lacher abgewinnen und dem Film die nötige Briese Ironie verpassen. Die Konstellation dieser Charaktere ist sehr raffiniert, denn die Geschichte kann bis zum letzten Moment Überraschungen und einen hohen Unterhaltungswert bieten.

Gestört hat mich allerdings, dass die Coens ihrem Verwechslungsspiel nicht viel Neues abgewinnen konnten. Vieles erinnert an ‚The Big Lebowski‘. Und, obwohl der Schauplatz Washington gut eingefangen wurde, habe ich mich stets gefragt, wo die besonderen Aufnahmen bleiben, durch welche sich die Coen Filme normalerweise auszeichnen.

Was bleibt ist eine in sich äußerst stimmige, unterhaltsame und sehenswerte Komödie, allerdings auch einer der schlechteren Coen-Filme, aber was heißt das schon, denn davon, wie man einen schlechten Film macht, haben die Coens null Ahnung.

Bewertung: 8/10 Sternen