Die besten Filme 2015: Patricks Top 10

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Der Neue ist dran! Der Neue ist dran! Als Cinemaforever-Frischling ist es für mich natürlich etwas Besonderes meine erste Jahresliste zu veröffentlichen:

Persönlich hat mir das Jahr 2015, trotz einiger Enttäuschungen und zu viel Mittelmaß, sehr gut gefallen. Auch dieses Jahr gab es wieder einige Filme, die mich blendend unterhalten, mich berührt und gefesselt haben. Deswegen ist meine Top 10 auch nicht eine reine Auflistung der formal bestgewerteten Filme, sondern vielmehr eine Nennung all der die dieses Kinojahr zu etwas Außergewöhnlichem gemacht haben, sei es auf die eine oder andere Art und Weise. Besonders lobende Bemerkungen gehen an Ich und Earl und das Mädchen, Victoria und Turbo Kid, die den Sprung in meine Top 10 nicht ganz geschafft haben aber trotzdem unbedingt gesichtet werden sollten.

Für das Jahr 2016 erhoffe ich mir weitere tolle neue Filme. Mit Spotlight ging es auf jeden Fall schon mal sehr gut los (hier geht’s zu meiner Kritik) und ich freue mich darauf vieles zu Cinemaforever beitragen zu können. Bis dahin, viel Spaß beim Lesen:

Platz 10: Die Lügen der Sieger

lügensieger

von Christoph Hochhäusler

Nach Unter dir die Stadt hat mir Christoph Hochhäusler mit Die Lügen der Sieger erneut bewiesen dass er (momentan) zu den besten deutschen Regisseuren gehört. Spannend und schnörkellos inszeniert ist Die Lügen der Sieger tolles deutsches Kino, welches meiner Ansicht nach viel zu wenig Wertschätzung entgegen gebracht wird (in jeden Til-Schweiger-Film wird dann allerdings blindlings reingerannt).

Platz 9: Mad Max: Fury Road

Mad Max: Fury Road

© Warner Bros. Pictures Germany

von George Miller

Das Action-Feuerwerk des Jahres! Was Schweinchen Babe-Regisseur George Miller (Whaaaaaat?!) hier auf der Leinwand abbrennt, hat mich in den Sitz gedrückt, durchgeschüttelt und absolut mitgerissen und was Charlize Theron hier als furchtlose (einarmige) Kämpferin für ein selbstbestimmendes Frauenrecht abliefert, ist schlicht eine grandiose Vorstellung.

Platz 8: Sicario

sicario

von Denis Villeneuve

Schon mit Die Frau die singt – Incendies hat sich Denis Villeneuve (heftig) in meine Aufmerksamkeit gedrängt und mit Prisoners und Enemy gleich zwei weitere Perlen folgen lassen. Auch Sicario trägt wieder ganz eindeutig die Handschrift seines Regisseurs, läuft aber noch einmal auf einer ganz eigenen, besonderen Ebene ab. Emily Blunt (erneut eine starke Frauenfigur!) und Benicio del Toro bringen Großes zusammen auf die Leinwand und ließen mich am Ende zitternd im Kinosessel zurück.

Platz 7: Mission Impossible 5 -Rogue Nation

Mission: Impossible 5 - Rogue Nation

© Paramount Pictures Germany

von Christopher McQuarrie

Oh Tommie du alter Haudegen! Wie oft musste ich dich bereits vor bösen Unken verteidigen? Wie oft habe ich dich in Schutz genommen und deine Scientology-Geschichten aus meinem Blickfeld verbannt? Doch man kann von Tom Cruise als Mensch halten was man will, was am Ende zählt ist das was im fertigen Film zu sehen ist. Und hier liefert er einmal mehr eine grandiose Vorstellung ab. Nach dem fantastischen Phantom Protokoll, schafft es Christopher McQuarrie dem Ganzen noch einmal einen draufzusetzen. Rogue Nation ist unglaublich spannend, toll gefilmt und hat mit Rebecca Ferguson (!) eine toughe, unabhängige Frauenfigur mit an Bord. So kann die Reihe weitergehen und da McQuarrie auch die Regie von Teil 6 übernehmen wird, bin ich bester Dinge…

Platz 6: Foxcatcher

Foxcatcher

© Studiocanal / Kochmedia

von Benett Miller

Es gibt Menschen, schlechte Menschen und unfassbar schlechte Menschen. Foxcatcher ist ein dunkel-düsteres Psychogramm einer krankhaft-obsessiven Figur, großartig verkörpert von einem nicht widerzuerkennenden Steve Carrell, mit einem so verstörendem Ende, dass man, während der Abspann rollt, gar nicht mehr an das Gute im Menschen glauben möchte/kann.

Platz 5: Ex Machina

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von Alex Garland

Was für ein Regie-Debüt! Das Alex Garland toll schreiben kann, hat er mir bereits mit seinen Drehbüchern zu Sunshine und 28 Days later gezeigt. Dass in ihm ein sehr guter Regisseur steckt, weiß ich jetzt seit Ex Machina (ich freue mich schon jetzt wie ein Schneekönig auf seinen neuen Film Annihilation). In kühlen, reduzierten Bildern erzählt uns Garland von einer nicht allzu weit entfernten Zukunft. Ohne mit erhobenem Zeigefinger zu wedeln, zeigt uns Garland eine Tendenz zu der wir uns (als Menschen) im Moment entwickeln und fragt den Zuschauer direkt: Was macht einen Menschen zu einem Menschen?

Platz 4: Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit

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von Alejandro González Iñárritu

Ich war bis Birdman nur bedingt ein Fan von Iñárritus Werken. Doch seine bitterböse Dekonstruktion, der Film- und Theaterwelt Hollywoods hat mich von der ersten Einstellung an in seinen Bann gezogen und Michael Keaton spielt hier tatsächlich ganz groß auf (eine Schande dass Eddie Redmayne letzten Februar mit dem Goldjungen von der Oscar-Bühne spaziert ist!!!). Die Musik (der Zuschauer wird förmlich durch die Szenerie getrieben), die Kamera (Emmanuel Lubezki, no more words needed), das Drehbuch und nicht zuletzt alle Schauspielleistungen sind hier auf ganz hohem Niveau und laden unbedingt zu mehrfachen Schauen ein.

Platz 3: The Look of Silence

Neue Visionen Filmverleih

von Joshua Oppenheimer

Auch wenn dieses Jahr ganz im Zeichen von Amy (toller Film über einen missverstandenen Menschen) und Where to invade Next (Michael Moore and America – again!) zu stehen schien, die beste Dokumentation des Jahres kommt erneut von Joshua Oppenheimer. Nach seinem markerschütternden The Act of Killing, welcher bereits 2013 den Sprung in meine Top 10 geschafft hat, zieht er sich mit The Look of Silence nun, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, ein Einzelschicksal heraus und seziert erneut mit chirurgischer Präzision die Missstände unter der Bevölkerung in Indonesien. Ein mutiger, wichtiger Film über die tiefsten Abgründe menschlichen Seins und wozu ein Mensch eigentlich fähig ist (und noch so viel mehr).

Platz 2: Alles steht Kopf

Alles steht Kopf

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

von Pete Docter & Ronaldo Del Carmen

Pixar hat endlich wieder zu alter Stärke zurück gefunden! Nach einigen eher schwächeren Werken (auch Arlo & Spot konnte mich dieses Jahr nicht wirklich überzeugen) liefert das Animationsstudio mit Alles steht Kopf einen wunderbar, emotionalen, lustigen, ergreifenden und nicht zuletzt perfekt animierten Film für Groß und Klein ab. Was gibt es in der Welt (bzw. dem Gehirn von Riley) nicht alles zu entdecken, wundervollen Anspielungen an das Kino an sich und wer nur ganz genau hinschaut, erkennt sich in und seine Kindheit in vielen kleinen Dingen und Details. Kein Film hat mich 2015 so sehr begeistert und zu Tränen gerührt (die Abschiedsszene am Graben des Vergessens!) bis…

Platz 1: Carol

Carol

© DCM Film Distribution

von Todd Haynes

…zwei Wochen vor Jahresende Carol von mir gesichtet wurde. Todd Haynes gehört bereits seit Dem Himmel so fern und (erst Recht) I’m not There zu meinen Lieblingsregisseuren und er hat mich auch mit seinem neusten Werk nicht enttäuscht. Carol ist so viel mehr als eine einfache Liebesgeschichte, für mich ist es das große Aufspielen zwei fantastischer Schauspielerinnen, das Aufleben der 50er Jahre, unbändige Lust am Filmemachen, ja das Verschmelzen von Bild und Ton auf einer nahezu perfekten Ebene (Kollege Conrad hat es ins seiner Kritik super auf den Punkt gebracht). Es ist leicht über diesen Film zu schwärmen und auch nach der vierten Sichtung, zieht mich Carol immer und immer wieder in seinen Bann und reißt mich geradezu in einen unfassbaren Sog – einem dem ich garantiert wieder nachgeben werde…

so viel zu meiner persönlichen Top 10 aus dem Jahr 2015, jetzt zu meinen Cinemaforever-Awards:

Beste Schauspielerin: Rooney Mara in Carol

1

Bester Schauspieler: Michael Keaton in Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit und Mark Ruffalo in Foxcatcher

4

Lieblingsszene(n): Dieses Jahr haben es mir gleich zwei Szenen enorm angetan, so dass ich mich gar nicht wirklich entscheiden kann und auch gar nicht will. Zuerst die Abschiedsszene aus Alles steht Kopf:

und dann noch die wohl abgefahrenste Actionszene des Jahres aus Kingsman – The Secret Service:

Größte Enttäuschung: By the Sea von Angelina Jolie

5

Schlechtester Film: Fantastic 4 von Josh Trank

2