Die größten Schauspieler aller Zeiten N°1 Christian Bale – Der Mann mit der schwarzen Maske

-„Ich werde Sie nicht töten.
Aber ich muss Sie auch nicht retten.“
(Batman Begins)
-„Heute Abend sind sehr viele Leute von mir umgebracht worden. Und…ich bin mir nicht sicher ob ich diesmal damit durchkommen werde. Deswegen bin ich der Meinung…ich denke, ich denke ich bin ein…ich denke ich bin ein ziemlich kranker Kerl.“ (American Psycho)

Im Laufe der Jahre haben Christian Bale viele Drehbuchautoren die verschiedensten Sätze in den Mund gelegt. Und Bale ist immer in der Lage, sie mit der nötigen Ernsthaftigkeit über die Lippen zu bringen, wenn es die Situation erfordert. Wenn er, wie in „American Psycho“, einen völlig durchgeknallten Irren verkörpert, dann tut er das mit einer Präzision und Leichtigkeit, die mich wirklich an seinem Verstand zweifeln lässt. Muss er als schwarzer Ritter über die Dächer von Gotham City wandeln, wie zuletzt in „The Dark Knight“ der Fall, dann kann er sich so intensiv in seine Figur hinein versetzen, dass es eine Freude ist, ihm bei seiner Arbeit zuzuschauen. Und auch als Mann ohne jegliche Gefühle, wie in Equilibrium zu sehen, ist er höchst gefühlvoll. Darüber hinaus spielt er an der Seite von Hugh Jackman eine der beiden Hauptrollen in Nolans „The Prestige“, der bis heute mein absoluter, unangefochtener und liebster Lieblingsfilm ist. Und das nicht zuletzt dank Bales Leinwandpräsenz. Seinen bisherigen schauspielerischen Zenit erreichte er jedoch bereits 2004 in Brad Andersons „The Machinist“.

Für die Rolle des Maschinenbauers Trevor Reznik speckte Christian Bale ganze 30 Kilogramm ab, ein Drittel seines Körpergewichts, um seine Figur möglichst realistisch spielen zu können. Seine anschließende Performance als der unter Schlafentzug leidende Reznik strahlt jederzeit eine Intensität sondergleichen aus und ich verneige mich dafür vor diesem Mann. Ein Jahr später winkte Christopher Nolans „Batman Begins“, wodurch er wieder rasant an Gewicht zunehmen musste – insbesondere durch Muskelmasse. Und das hat sich gelohnt.

Bei aller Einsatzfreude für seine Schauspielkunst blieb es ihm nicht erspart, immer wieder negativ in der Presse aufzufallen. Im Jahr 2008, kurz nach der Premiere von „The Dark Knight“ am 14. Juli., nahm ihn die Polizei in gewahrsam. Er verbrachte eine Nacht in Untersuchungshaft, hinterlegte am nächsten Morgen eine Kaution und befand sich wieder auf freiem Fuß. Zwei Monate später hatte er sich wieder auf dem Revier zu melden. Der Grund für den ganzen Zirkus: Ein Streit zwischen ihm, seiner Mutter und seiner Schwester. Die beiden behaupteten, er habe sie körperlich angegriffen. Die Ermittlungen führten zu keinem eindeutigen Ergebnis und der Fall wurde eingestellt. Das Ende vom Lied: Christian Bale brach den Kontakt zu den beiden ab. Auch 2010, als seine Schwester Sharon mit ihrem eigenen Maklerbüro pleite ging und komplett bankrott war, ließ er nichts von sich hören.

Spätestens nach dem „Maschinisten“ fragte ich mich, wann Christian Bale denn nun anständig für seine schauspielerische Leistung geehrt würde. Das sollte noch sechs Jahre auf sich warten lassen, doch 2010 war es soweit: Die alljährliche Oscarverleihung flimmerte über den Bildschirm. Kategorie: Bester Nebendarsteller. Nominiert: Christian Bale, John Hawkes, Jeremy Renner, Mark Ruffalo sowie Geoffrey Rush. And the Oscar goes to…Christian Bale! Na endlich! Für seine Rolle des Dicky Eklund in David O. Russells The Fighter konnte sich Bale nun endlich sein erstes goldenes Männchen ins Regal stellen. Wurde aber auch Zeit, liebe Academy!

Ich für meinen Teil erwarte von Christian Bale in Zukunft noch Großes. Er ist einer der besten Schauspieler unserer Zeit, sein Talent ist unbeschreiblich umfangreich, er versetzt sich in seine Figur mit geballter Intensität hinein und es ist für mich immer ein Genuss, ihn zu sehen. Sein nächster Auftritt steht in Nolans drittem Batman „The Dark Knight Rises“ ins Haus. Ich bin gespannt, welche Sprüche ihm da über die Lippen gleiten.