Kurzfilm "The Alphabet" (USA 1968) – David Lynchs erster Alptraum

A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. A B C. A B C.

null

Eine richtige Handlung besitzt ‚The Alphabet‘ nicht. Den Gerüchten zufolge, soll David Lynch seine Schwester darum gebeten haben, ihm ihren schlimmsten Alptraum zu schildern.

Nach seinem ersten sehr stumpfen Kurzfilm ‚Six Men Getting Sick‘, weist uns David Lynch mit seinem zweiten Kurzfilm schon indirekt den Weg auf das, was wir später noch des Öfteren von ihm erleben werden. Erklären kann man das Ganze hier sicher nicht, man kann es versuchen. Man kann interpretieren, philosophieren und große Sprüche reißen. Doch am Ende geht es uns allen gleich und die Frage nach dem wahren Inhalt oder gar einer Aussage, weiß, wenn überhaupt, nur Lynch selber. In drei Minuten zieht uns Lynch direkt in seine eigene Welt. Wir werden von Kinderstimmen eingeladen, die uns das ABC rauf und runter erzählen. Dazu undefinierbare Hintergrundgeräusche, ein weinendes Baby und eine äußerst merkwürdige Zeichnung die sich immer weiter entfaltet und in sich zerfällt. Ein unruhiges Mädchen im Bett, Blut tropft auf ihr Bettlaken und das gewohnte Lynch-Fragezeichen leuchtet über den Köpfen der Zuschauer auf.

‚The Alphabet‘ wird zu einem verstörenden Alptraum, der doch auf seine Weise etwas Eigenes darstellt und besonders wird, irgendwie schon faszinierend. Dazu mischt Lynch zwischen die mysteriösen Momente immer einen Hauch von sanfter, träumerischer Schönheit, die wohl nicht jeder erkennen kann oder will. Wie jeden anderen Film von David Lynch, sieht auch diese 3 Minuten aus seiner grandiosen Karriere jeder mit anderen Augen.

Bewertung: 8/10 Sternen