"Misery" (1990) Kritik

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Annie Wilkes: „God came to me last night and told me your purpose for being here. I am going to help you write a new book.“
Paul Sheldon: „You think I can just whip one out?“
Annie Wilkes: „Oh, but I don’t think Paul, I know.“

Der Wahnsinn einer Frau (sehr gut verkörpert von Kathy Bates), welche das Glück hat (oder was es geplant), ihrem Lieblingsautor (James Caan) nach einem Autounfall das Leben retten zu dürfen. Sie nimmt ihn zu sich nach Hause, allerdings nicht, um ihn kurz später ins Krankenhaus zu fahren, sondern sie hält ihn bei sich gefangen. Er soll noch mehr Bücher verfassen, er soll sein Meisterwerk schreiben. Davon was ein Meisterwerk ist, hat sie aber ihre ganz eigene Vorstellung…
Kathy Bates spielt ihre zwei Seiten, auf der einen Seite die liebenswerte, hilfsbereite Krankenschwester, und auf der anderen Seite, sobald ihr etwas nicht passt, die kranke Fanatikerin absolut bravourös. Den verdienten Oscar dafür hat sie ja bekanntlich bekommen. James Caan kann hier leider nicht ganz mithalten, dieser spielt meines Erachtens seine Rolle teilweise etwas zu brav. Seine Angst vor dieser Frau kann er kaum durch sein Schauspiel zeigen, da muss dann sogar Mal „angebrachter“ Schweiß nachhelfen. Zudem braucht der Film fast 40 Minuten bis er so richtig in Fahrt kommt, dann ist er aber auch richtig spannend.
Der Anfang ist zwar an sich recht gut umgesetzt, nur hat man das alles schon mal irgendwo gesehen. Die Schnelllandschaften und das abgelegene Gebäude erinnern an „Shining“. Und auch der Charakter von Annie ist nichts anderes als das weibliche Pendant zu Jack Nickolsons Rolle im eben genannten Film.
Desweiteren haben sich ein paar Längen in den Film geschlichen. Denn dann, wenn es spannend werden soll, behindern immer wieder kleinere Klischees den Spannungsaufbau.

Trotz alledem ist der Film sehr sehenswert und packend. Sobald Kathy Bates in Rage gerät, habe ich richtig Gänsehaut bekommen und auch der horrorartige Score und die Ausstattung schaffen eine wunderbare, beängstigende Atmosphäre ohne Hoffnung für das Opfer. Letztendlich bin ich, aufgrund der vielen Lobeshymnen, ein wenig enttäuscht. Ein Meisterwerk des Genres ist „Misery“ daher meiner Meinung nach nicht.

Bewertung: 7/10 Sternen