"My Week With Marilyn" (USA 2011) Kritik – Das Leben eines Filmstars

„All the people see is Marilyn Monroe. As soon as they realize who I really am, they run.“

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„My Week With Marilyn“ ist ein Drama über die Verhältnisse zwischen den Beteiligten des Filmdrehs von „Der Prinz und die Tänzerin“ aus dem Jahr 1957. Da hätten wir Laurence Olivier (Kenneth Branagh) als Regisseur und Hauptdarsteller, der auf dem Set immer wieder Schwierigkeiten mit seiner Protagonistin Marilyn Monroe (Michelle Williams) hatte. Als sein Regieassistent Colin Clark eine Affäre mit Monroe startet, glaubt er schließlich die Lösung gefunden zu haben, Monroe zu ihrer schauspielerischen Höchstleistung zu bringen und den Dreh doch noch erfolgreich zu beenden.

Es ist seit eh und je problematisch, das Leben von Ikonen zu verfilmen. Zumeist schafften es die Verantwortlichen nicht, zwischen dem wahren Leben einer Persönlichkeit und der eigenen Fiktion die richtige Gratwanderung zu erreichen. Das endete nicht nur zuletzt bei dem Drama „Die eiserne Lady“ über die britische Premierministerin Thatcher in einer Katastrophe. „My Week With Marilyn“ landet zumindest noch im Mittelmaß, was unter anderem den grandiosen Leistungen der Schauspieler, allen voran Michelle Williams und Kenneth Branagh, und der tollen Technik und Ausstattung zu verdanken ist.

Michelle Williams blüht ab der ersten Szene in ihrer Rolle voll auf, denn sie spielt Marilyn Monroe mit einer riesigen Hingabe. Das ist zwar äußerst unterhaltsam, aber sie ist eben nicht Monroe, da kann sie machen, was sie will. Was Monroe zur unsterblichen Legende gemacht hat, das kann sie nur andeuten, aber mehr auch nicht. Zudem gilt Monroe auch nicht wirklich das Hauptaugenmerk, sondern vielmehr Colin Clark, einem Oxford-Absolventen, gespielt von Eddie Redmayne, der bei Monroes neuem Film „Der Prinz und die Tänzerin“ einen Job als Regieassistent annimmt und während des Drehs mit ihr eine Affäre hat.

Eine Liebesgeschichte also und dass die Figuren alles andere als gut geschrieben sind, ist eine Schande. Dem Zuschauer wird nicht klar, warum Vivien Leigh die einzige Person ist, die anscheinend Monroes Gefühlswelt verstanden hat. Der Regisseur und Hauptdarsteller Laurence Olivier, der eine Schauspiel-Ikone für sich ist, wird von Kenneth Branagh ebenfalls toll gespielt, doch auch hier bleibt alles mehr Behauptung. Die Auseinandersetzungen mit Monroe auf dem Set sind als Schauspielkunst allererste Sahne, aber wirken unglücklicherweise immer aufgesetzt. Zudem wird gefühlt die Hälfte der Laufzeit nur damit verbracht, Monroe dabei zu zeigen, wie sie mal wieder vor der laufenden Kamera einen ihrer Sätze vergisst. Das mag zwar alles sehr realistisch sein und auf wahren Vorkommnissen beruhen, dennoch schaut man eben nicht gerne zu, wie eine Ikone einen Nervenzusammenbruch erleidet. Darin liegt dann auch das Hauptproblem. Michelle Williams Schauspiel ist spannender als die Figur, welche sie verkörpert. Turteleien mit Regieassistenten geben eben nicht genug Stoff her, um 100 Minuten Laufzeit zu füllen.

Regisseur Curtis hat sich sicherlich nicht mit Ruhm bekleckert, aber Williams und Branagh beim Schauspielen zuzuschauen macht einfach unheimlich viel Spass. Der Film ist zudem kurzweilig und sehr unterhaltsam. Man erhält nur leider keinen Zutritt in Monroes Welt und daher ist es kaum nachvollziehbar, was sie fühlt und was sie denkt. Der tolle Soundtrack und Williams Mimik versuchen die Figur zwar zu charakterisieren, aber das gelingt nur nach Außen, wie sich Monroe den Mitmenschen und Fans gezeigt hat. Im Bezug auf ihr Innenleben wird so gut wie gar nichts geboten. Stattdessen werden unnötige Nebenplots eingeführt, die letztendlich aber nur den Eindruck „oberflächlich“ verstärken und dem Film zusätzlich eine klischeehafte Seite verpassen. Schade, denn ich hätte gerne mal mehr über diese Ausnahmeperson erfahren, welche ohne viel Schauspieltalent zu Weltruhm gelangte.

Bewertung: 5/10 Sternen