"Pakt der Rache" (USA 2011) Kritik – Nicolas Cage kommt einer Verschwörung auf die Spur

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So richtig weh tut er ja nicht, der neue Film von Regisseur Roger Donaldson, was man nach seiner Pleite „Bank Job“ durchaus hätte erwarten können. Ein Garant für gute Thriller-Kost ist der Mann allerdings immer noch nicht geworden, denn trotz der Tatsache, dass „Pakt der Rache“ schauspielerisch dank eines guten Cage und eines noch besseren Guy Pearce überzeugt, sucht man, obwohl der Anfang vielversprechend ist, vergeblich nach einer Verschwörungs-geschichte abseits von Hollywoods Stereotypen.

Eines Nachts wird Wills Frau in ihrem Auto vergewaltigt. Im Krankenhaus wird ihm noch in der gleichen Nacht von einem zwielichtigen Mann das Angebot gemacht, dass man für ihn Rache an dem Peiniger nehmen würde. Für diese Dienste soll er in unbestimmter Zukunft allerdings einen kleinen Service leisten. Als er eines Tages diesen Service abarbeitet, kommt Will einer Verschwörung auf die Spur, die für ihn und seine Frau tödlich enden kann.

Rache und Gerechtigkeit sind zwei Themen, welche immer und immer wieder in Filmen aufgegriffen werden. Die einen setzen sich mit Rachemotiven auseinander, wieder andere mit den Grenzen der Rache, und nochmal andere mit der Art und Weise, Rache zu nehmen. Ob „Kill Bill“, „Drive“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“, diese Thematik hat schon zahllose Meisterwerke hervorgebracht. „Pakt der Rache“ kann jedoch auf keiner Ebene über sich hinaus wachsen. Inszenatorisch bleibt Roger Donaldson genauso amateurhaft wie schon in „Der Einsatz“. Dabei dürfen natürlich Autos, die von Dächern fliegen, seit dem guten „Bourne Ultimatum“ nicht fehlen. Storytechnisch macht der Film sich nicht ansatzweise die Mühe, eine glaubhafte Handlung zu erzählen. Dumm und dümmer (die Polizei), Verschwörungen, wohin das Auge reicht (da darf natürlich der beste Freund nicht ausgelassen werden) und ein Haufen planloser Schauspieler, die zwar allesamt überzeugen, aber vom Drehbuch total unterfordert werden. Schade ist an dieser Stelle vor allem, dass Serien-Größen wie Jennifer Carpenter („Dexter“) und Harold Perrineau („Lost“) in undankbare Nebenrollen gedrückt werden, die man von Cage glücklicherweise schon gewohnt ist.

Aus dem vielversprechenden Verschwörungsplot über eine Institution, die Mörder und Vergewaltiger beseitigt, wird leider gar nichts herausgeholt. Donaldson suhlt sicht stattdessen in tollen Kameraeinstellungen, die zwar herzlich wenig zur Geschichte beitragen, aber immerhin für Tempo sorgen und den Film im Nu vergehen lassen. Einige Wendungen werden in der kurzen Zeit auch noch aufgetischt, auch wenn diese zumeist vollkommen an den Haaren vorbeigezogen sind. Lieber ehrlich, geradlinig und konsequent wie „96 Hours“, aber dieses „ich würde jetzt gerne bei den Zuschauern für verwirrte Gesichter sorgen“ hätte man sich getrost sparen können.

Nach „Bank Job“ hat Donaldson nichts dazugelernt. Einzig einen brauchbareren Cast kann er dieses Mal vorweisen, und der rettet „Pakt der Rache“ ins Mittelfeld, dank Guy Pearces Mimik und Nicolas Cages gefühlt hundertstem verrückten Haarschnitt. Das macht Spass und daher fällt der Film auch kaum negativ auf. Vielleicht lernt Donaldson demnächst auch noch, wie man eine spannende Geschichte erzählt, denn spätestens im Finale muss man sich trotzdem wieder darüber ärgern, dass man die Zeit und das Geld hätte besser investieren können.

Bewertung: 4/10 Sternen