"The King’s Speech" (2010) Kritik

null

Logue: Bitte tun Sie das nicht.
König George VI: Wie bitte?
Logue: Ich denke das Rauchen wird sie umbringen.
König George VI: Mein Ärzte sagen das entspannt die Lunge.
Logue: Dann sind sie Idioten.
König George VI: Sie wurden alle geadelt.
Logue: Das macht es dann amtlich.

Es ist auch amtlich, dass ‚The King’s Speech‘ einer der gelungensten Filme der letzten Jahre ist. Der Film bedeutet teilnehmen zu dürfen an zwei besonderen Stunden Situationskomik, Drama, Schauspielkunst, Musik und Filmedrehen der alten Schule. All das kombiniert zu einer spannenden Geschichtsstunde der etwas anderen Art. Und die Briten beweisen damit nach ‚Abbitte‘ erneut, dass auch sie sich noch immer zu den hervorragendsten Filmnationen zählen dürfen.

Zum Inhalt: Tom Hooper erzählt in wunderschön eingefangenen Bildern die Geschichte des stotternden Herzogs von York, der aufgrund seines Sprachproblems einen Sprachdoktor aufsuchen muss. Und kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs wird er zum König von Großbritannien ernannt. Wie wird das Volk auf ihn und auf seine Reden reagieren. Ist er der richtige, um das Amt des Königs anzutreten? Er muss dringend sein Sprachproblem in den Griff bekommen oder er wird als „George VI der Stotterer“ in die Geschichte eingehen…

Der ganze Filme steht und fällt mit seinen Darstellern, aber genau das erwarte ich von „Kino“ und von „Unterhaltung“. Colin Firth (‚A Single Man‘) mimt den sprachunfähigen Herzog mit einer Souveränität, welche man nicht oft zu sehen bekommt. In seinem Zusammenspiel mit dem herausragenden Geoffrey Rush entsteht ein Theaterstück voller Poesie, Witz und Harmonie, voller Dramatik und Emotionen. Die weiteren Nebendarsteller wie Guy Pearce und Helena Bonham Carter passen ebenfalls wunderbar ist dieses Umfeld. Im Einklang mit der von Alexandre Desplat komponierten Musik, der wunderschönen Ausstattung und der tollen Kameraführung fühlte ich mich ab der ersten Minute mit der damaligen Zeit verbunden. Aber nicht nur die damalige Zeit wurde mir sehr gut nahe gebracht, sondern ebenso gesellschaftliche Unterschiede bzw. die Aussage, dass zwischen Adel und Bürger überhaupt keine Unterschiede bestehen. Uns alle bewegen die gleichen Probleme, wir alle haben in unserem Leben zu kämpfen. Ich möchte sagen: ‚The King’s Speech‘ ist nicht nur kurzweiliges Historienkino, sondern ebenso ein Film über den nachgedacht und anschließend in einer gemütlichen Runde diskutiert werden soll.

Ich spreche es zwar nicht gerne laut aus, aber dieses Jahr hat die Academy ausnahmsweise den richtigen Riecher, denn jede der 12 Oscar-Nominierungen für ‚The King’s Speech‘ waren mehr als nur verdient. Und daher habe ich mich riesig gefreut, als es in der Oscarnacht hieß: „And the Oscar goooooes toooo… Colin Firth!“

Zum Abschluss noch eines der vielen Zitate, die es mir schwer machten, mich im Kinosessel zu halten und die Lachtränen zu verdrücken.

Logue: „Kennen Sie das „F“-Wort?“
König George VI: „Fff..fremdgehen?“

Bewertung: 8/10 Sternen