"Toy Story 3" (USA 2010) Kritik – Bis zur Unendlichkeit…

„…und noch viel weiter!“

Gleich vorweg: Für mich ist „Toy Story“ viel mehr als nur ein Film oder eine Geschichte über Spielzeug. Und dazu gibt es eine kleine Anekdote: Ich war schätzungsweise 10 Jahre alt. Damals hatte ich eine Audiokassette vom zweiten Teil, auf der die Originalszenen aus dem Film zu hören waren. Ein Sprecher fasste das zusammen, wozu man das Bild gebraucht hätte. Hört man etwas wochen-, monate- oder sogar jahrelang jeden Abend zum Einschlafen, prägen sich die Dialoge ganz automatisch ins Gedächtnis. Jede Betonung, jeder Ausdruck, jede Regung wird gespeichert. Das ist auch ein Grund dafür, warum ich „Toy Story 2“ nach sechs Jahren fast auswendig mitsprechen kann. Nicht, dass ich ihn so oft gesehen hätte. Ich habe ihn nur immer und immer wieder gehört.

„Toy Story 3“ bedeutet für mich schon deswegen so viel, weil mir die Figuren wichtig sind. Was man als Kind lieben lernt, das liebt man auch Jahre später noch. In dieser Hinsicht ist dieser Film nicht nur für die Reihe das Ende, sondern auch für mich der Abschied von Woody, Buzz, Jessie, Specki, Rex, Charlie und Charlotte Naseweis, Slinky Dog und all den anderen Spielzeugen, genauso wie von Andy, Al, dem Restaurator und sogar Sid und dem Imperator Zurg. Irgendwie hat Pixar es geschafft, jeder Figur in diesem Universum etwas aufzudrücken, was sie erinnerungswürdig und sympathisch macht – sogar den „Bösen“. Ein Glück, dass sie ihren persönlichen Abschied von ihrer Welt mit soviel Liebe und Charme spicken, wie sie das schon in Ratatouille vorgemacht haben. Dort wird deutlich, wieviel Atmosphäre sie mit ihren Animationen erzeugen können – und „Toy Story 3“ ist das beste Beispiel dafür, dass sie das auch mit Nostalgie schaffen. Die Geschichte vom dritten Spielzeugabenteuer ist wie die der Vorgänger clever, witzig, spannend, ideenreich und pure Unterhaltung. Alle alten Bekannten sind geblieben wie sie sind und ab der ersten Minute stellt sich das wohlige Gefühl vergangener Zeiten ein, dazu gesellen sich neue Gesichter – fantasievoll, liebenswert und charakterstark.

Wenn „Toy Story 3“ eines zeigt, dann, dass Pixar ihre erfundenen Welten mit Ehrfurcht und Respekt behandeln. Das letzte Abenteuer ist damit ein so würdiger Abschluss der Reihe wie er es nur sein könnte. Danke dafür, Pixar. Danke.

Bewertung: 9/10 Sternen