"Unthinkable" (USA 2009) Kritik

„Every man, no matter how strong he is, lies to himself about something. I will find your lie. I will break you.“

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„Unthinkable“ ist ein schockierendes „was wäre wenn“-Szenario, welches einen definitiv nachdenklich stimmen wird. Die Frage „wie weit will/soll/darf man gehen, um Millionen von Menschen zu retten“ wurde sehr spannend mit einem brandaktuellen Thema zu einem Thriller der Extraklasse kombiniert. Die Charaktere wurden gut durchdacht und von den Darstellern hervorragend verkörpert. Carrie-Anne Moss spielt endlich wieder so großartig wie früher; Samuel L. Jackson zeigt seine beste Leistung seit Pulp Fiction und über Michael Sheen brauche ich wohl spätestens seit „Frost/Nixon“ keine Worte mehr verlieren, er ist ganz einfach der King der „Show“.

Dieser Film ragt aus der Menge aller Thriller der letzten Jahren durch Emotionslosigkeit, Härte, Unvorhersehbarkeit und ein ganz besonderes Ende heraus. Die Krone wird dem Ganzen schließlich durch die authentischen, toll geschriebenen Dialoge aufgesetzt. Wie soll ich „Unthinkable“ beschreiben? Ein Spiel mit dem Verstand trifft den Inhalt wohl am besten. Ich wurde gnadenlos mit Themen konfrontiert, die ich sonst meide und letztendlich musste ich traurigerweise feststellen, dass man, egal welche Meinung man vertritt, einer der Bösen ist. Nicht, weil man nichts Gutes in sich hätte, nein, sondern weil das Böse die Oberhand gewinnen könnte. Und wo liegt überhaupt die Grenze zwischen Gut und Böse?

So sitze ich nun hier und denke nach. Wie würde ich wohl in einer solchen Situation handeln? Das wird mich wohl noch eine Zeit lang beschäftigen und daher möchte ich den Film abschließend als Geheimtipp aussprechen.

Bewertung: 8/10 Sternen