Autor: Pascal Reis

Kritik: Charlie und die Schokoladenfabrik (USA 2005)
Filmkritiken, Komödie, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Charlie und die Schokoladenfabrik (USA 2005)

Süßigkeiten müssen keinen Nutzen haben, deswegen sind sie ja Süßigkeiten! Wenn Johnny Depp und Tim Burton einen Film zusammen machen, ist das eigentlich schon eine Garantie für einen guten Film. So auch 2005 in ihrer vierten Zusammenarbeit in der Romanverfilmung 'Charlie und die Schokoladenfabrik'. Burton widmet sich dem ganz kleinen Publikum, verzaubert aber mit seinem Film die ganze Familie. Dass Burtons Filme immer ein absolutes optisches Highlight sind, dürfte jedem bekannt sein. So auch hier. 'Charlie und die Schokoladenfabrik' ist ein knallbuntes Bonbon der Extraklasse. Satte und glanzvolle Bilder prägen den Film und der Besuch der Schokoladenfabrik wird zum absoluten Hochgenuss, nicht nur für die Augen sondern auch für die eigene Fantasie. Die musikalische Untermalung findet der...
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"Casino" (USA 1995) Kritik – Gefangen in der Stadt der Sünde

"Sie sollten nicht nur aufhören, Sie sollten weglaufen." Wir schreiben das Jahr 1995. Martin Scorsese ist längst eine lebende Legende unter den Regisseuren und hat sich mit Filmen wie 'Taxi Driver', 'Wie ein wilder Stier' und 'GoodFellas' bereits unsterblich gemacht. Die Ungerechtigkeit des Geschäfts verfolgte ihn dabei allerdings all die Jahre und den mehr als überfälligen Oscar für seine immer wieder grandiose Arbeit konnte er noch nicht entgegen nehmen. Mit 'Casino' hielt diese Serie leider weiterhin an und nur eine einzige Nominierung, für die beste Hauptdarstellerin, gab es für den Film. Das wirkt sich natürlich in keiner Weise auf den Film selbst aus und Scorsese zeichnet wieder ein beeindruckendes Portrait dreier Menschen die sich zwischen Macht und Gier selbst verlieren. Mit ei...
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"Fast & Furious 5" (USA 2011) Kritik – Frischer Wind im Getriebe

"Du bist jetzt in meiner Welt." Nach dem schwachen 'Tokyo Drift' und dem erneuten Aufatmen mit 'Fast 4', übernahm Justin Lin auch wieder Regie beim neusten Teil der 'Fast'-Reihe. 'Fast 5' erweist sich als absolutes Highlight der bisherigen Reihe und überzeugt als gradliniges 80er Jahre Action-Kino und moderner Blockbuster. Die fantastischen Aufnahmen von Rio de Janeiro schlagen sich fast als nächstes Urlaubsziel in den Kopf, wobei ich davon dann doch eher abraten würde. Der bombastische Sound, der knurrenden Motoren lässt die Boxen fast von der Wand fallen und die rasanten Schnitte, die aber niemals unübersichtlich werden, machen den Film zu einem der besten Actionreißer überhaupt. Die Darsteller sind toll ausgewählt und die ganzen alten Gesichter sind wieder dabei. Paul Walker als Br...
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Klassiker-Tipp der Woche "Jenseits von Eden" (USA 1955) Kritik – James Dean und der Wunsch nach Anerkennung

"Heute wollte ich mir deine Liebe sogar erkaufen, aber jetzt will ich sie nicht mehr. Ich könnte sie gar nicht brauchen. Ich brauche überhaupt keine Liebe mehr, es kommt nichts dabei raus..." Elia Kazan zählt zu den besten Regisseuren seiner Generation. Vor allem in den 50er Jahren konnte er seine ganz große Zeit erleben. Mit 'Endstation Sehnsucht' von 1951 machte er Marlon Brando zum Star, der Oscar-Erfolg 'Die Faust im Nacken' von 1954 schrieb ebenfalls Filmgeschichte. 1955 wurde die erfolgreiche Karriere fortgeführt und Kazan inszeniert mit der Romanverfilmung 'Jenseits von Eden' ein dramatisches Familiendrama, an dem die Zeit allerdings nicht spurlos vorbeigezogen ist. Das strenge und gesittete Leben in der amerikanischen Kleinstadt wurde sowohl in warmen, als auch in wunderbar-nos...
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"Death Proof" (USA 2007) Kritik – Tarantino und das 70er Jahre Trash-kino

"Es sollte beeindruckend sein… Und unheimlich beeindruckt unheimlich!" Meisterregisseur Quentin Tarantino, der ein Meisterwerk nach dem anderen abliefert, bringt mit 'Death Proof' eine Hommage an das Schmuddelkino der 70er Jahre. Tarantinos Film erfüllt seinen Zweck und ist ein dreckiger, spaßiger und brutaler Ausflug ins Trash-Genre, der das Mainstream-Publikum, vor allem wegen seiner Dialoglastigkeit, zu Tode langweilen könnte. Der Film besteht aus zwei Handlungssträngen: Im ersten geht es um eine Runde Mädchen auf dem Weg in ein Ferienhaus sind. Sie halten in einer Bar und machen die Bekanntschaft mit dem harmlos erscheinenden Stuntman Mike. Auf dem Heimweg stellen sie fest, welche Absichten Stuntman Mike wirklich hegte und ein Kampf um Leben und Tod beginnt. Ein Jahr später: Wieder...
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"Babel" (USA 2006) Kritik – Iñárritus Gedicht über Leben und Tod

"Da, ein Auto! Was krieg' ich, wenn ich es treffe?" Kommen wir jetzt zum letzten Teil von Alejandro González Iñárritus Todes-Trilogie. Nach dem grandiosem 'Amores Perros' und dem einmaligen Meisterwerk '21 Gramm' dreht sich jetzt alles um den 2006 erschienen Abschluss 'Babel'. Mit 'Babel' erreicht Iñárritu zwar nicht die meisterhafte Klasse seiner ersten beiden Filme, inszeniert trotzdem einen starken Episodenfilm rund um das Leben und den Tod. Die dreckigen, körnigen und trostlosen Bilder von dem 'Amores Perros' und '21 Gramm' lebten, gehören der Vergangenheit an. Was 'Babel' aber rein virtuell keinen Abbruch tut. Die klaren Aufnahmen der Marokkanischen Landschaft oder auch die Bilder der japanischen Welt, vor allem da zu erwähnen die letzte Einstellung des Films, sind stark eingefang...
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"The Wrestler" (USA 2007) Kritik – Mickey Rourke und sein ewiger Kampf

"Ich bin ein ausgebranntes Wrack, ich hab es verdient allein zu sein. Ich will nur nicht, dass du mich verachtest…" Weiter geht die Reise durch die Welt der Gewalt, allerdings legal und gebündelt im sportlichen Machtkampf. Heute: Wrestling. Wenn dann noch jemand wie Darren Aronofsky, einer der besten und interessantes Regisseure der jüngeren Generation, auf dem Regiestuhl platznimmt, dann ist das schon mal sehr vielversprechend. Wenn dieser Regisseur dazu dann noch Wut im Bauch hat, wegen seines zu Unrecht verschmähten 'The Fountain', dann dürfen die Erwartungen gerne noch etwas höher sein. Zum Glück kann Aronofsky diesen Erwartungen standhalten und inszeniert mit 'The Wrestler' aus dem Jahr 2007 ein einfühlsames und intensives Außenseiter-Drama, das sich ganz klar von seinen bisherigen...
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"Der Nebel" (USA 2007) Kritik – Darabont, menschliche Urängste und schlechte Effekte

"Wenn man den Menschen genug Angst macht, dann kann man sie dazu bringen alles zu tun." Frank Darabont, der mit 'Die Verurteilten' und 'The Green Mile' zwei der besten King-Verfilmung überhaupt inszenierte, nahm sich 2007 mit 'Der Nebel' wieder einer King-Geschichte an und legte eine überzeugende Leistung hin. 'Der Nebel' ist ein spannender Fantasy-Horror-Film mit Sozialkritischen Untertönen. 'Der Nebel' lebt von seiner gruseligen Atmosphäre. Was wartet im Nebel? Woher kommt der Nebel? Und diese Ungewissheit macht ihn spannend und unterhaltsam. Die schönen verschleierten Bilder und der starke Score von Mark Isham tun ihr Übriges und untermalen die Grundstimmung des Films. Die Darsteller bringen solide Leistungen, hauen aber nicht um. Thomas Jane spielt David Drayton, den verantwortung...
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"American Gangster" (USA 2007) Kritik – Die Ballade vom Aufstieg und vom Fall

"Der lauteste in einem Raum, ist auch immer der Schwächste." Wenn man auf Ridley Scotts Karriere zurückblickt, dann sieht man vor allem eines: hochwertige Filme. Von 'Alien' über 'Blade Runner' bis zum Oscar-Erfolg 'Gladiator'. Natürlich hat Scott auch gelegentlich mal etwas daneben getreten, aber trotzdem zählt er zu den ganz großen der Branche. Diesmal gehen wir zurück in das Jahr 2007 und widmen uns dem Cop/Gangster-Epos 'American Gangster'. Scott liefert wieder einmal einen grandiosen Genre-Beitrag ab, der leider dann doch nicht ganz das Zeug zum richtigen Meisterwerk hat. An erster Stelle beeindruckt 'American Gangster' durch seine wirklich perfekte Ausstattung und die grandiosen Kulissen. Das New York der 70er Jahre, insbesondere Harlem, wurde exzellent wiederbelebt und von Harri...
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"Eden Lake" (GB 2008) – Schonungslose Gewalt und unnötige Dramaturgie

"Ich lass mich nicht von 'ner Gruppe Teenager verjagen!" James Watkins ist als Regisseur noch ein unbeschriebenes Blatt im Filmgeschäft. Als Drehbuchautor war er zwar schon hier und da tätig, allerdings eher schlecht als recht. Also wurde es wohl Zeit sich endlich einen Namen im Geschäft zu machen. Mit 'Eden Lake' aus dem Jahr 2008 inszeniert Watkins zwar einen streckenweise spannenden und wirklich harten Psycho-Thriller, allerdings möchte der Film mehr sein und verliert sich in unnötigen Drama-Elementen, die den Film leider in den Genre-Durchschnitt zurückdrängen. Der Wald rund um den Eden Lake bietet natürlich die perfekte Kulisse für eine derartige Verfolgungsjagd ohne jegliche Anhaltspunkte und Ausweg. Kameramann Christopher Russ liefert gute Arbeit ab und verzichtet auf unnötige H...