Schlagwort: Forest Whitaker

Kritik: Arrival (US 2016)
Filme, Kritiken

Kritik: Arrival (US 2016)

If you could see your whole life from start to finish, would you change things? Am Anfang war das Wort, nicht das Feuer. Und es war identitätsstiftend, denn: Kommunikation ist die Brücke in die fremden Territorien unserer Existenz. Das ist der vielschichtig konnotierte Kristallisationspunkt, mit dem sich Denis Villeneuve (Sicario) in Arrival über 120 Minuten beschäftigt und von dem er die Rückbesinnung auf die Tugenden des Erzählkinos aus entspinnen wird. Die von Amy Adams (The Master) verkörperte Linguistin Dr. Louise Banks bildet dabei das schauspielerische Zentrum der Narration und ihre wunderbar natürliche Fragilität, die oftmals nur ein leichtes Zucken der Mundwinkel offenbart, artikuliert schwere innerseelische Erschütterungen allein über die glasigen Augen, die nach wie vor die U...
Kritik: Rogue One – A Star Wars Story (US 2016)
Filme, Kritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Rogue One – A Star Wars Story (US 2016)

Save the Rebellion. Save the dream. Bildgewaltige Schlachten, schwer nahbare Helden und eine Rebellion am Rande des Scheiterns – wer sich nach all dem Trubel, der um die Nachdrehs von Rogue One veranstaltet wurde, Sorgen gemacht hat, kann nun entspannt aufatmen. Das erste Star Wars Spin Off kann, von dem ein oder anderen Durchhänger abgesehen, großteils überzeugen und nimmt den Zuschauer mit auf ein von der ersten bis zur letzten Minute atemloses, temporeiches und wundervoll in Szene gesetztes, schicksalhaftes Weltraumabenteuer. Der zwischen Episode III: Die Rache der Sith und Episode IV: Eine neue Hoffnung angesiedelte Rogue One erzählt von der jungen Rebellin Jyn Erso (Felicity Jones), die als kleines Mädchen auf tragische Weise von ihren Eltern getrennt wurde und sich fünfzehn J...
Erster langer Trailer zu Rogue One: A Star Wars Story
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Erster langer Trailer zu Rogue One: A Star Wars Story

https://www.youtube.com/watch?v=frdj1zb9sMY Noch vier Monate, dann ist es soweit: Rogue One: A Star Wars Story läuft in den deutschen Kinos an! Jetzt gibt es den ersten langen Trailer zu bestaunen und der verspricht jede Menge Action, eine bunt zusammengewürfelte Truppe, eine überaus attraktive Hauptfigur und einen kleinen Auftritt von Darth Vader (!). Mit von der Partie sind unter anderem Felicity Jones (Die Entdeckung der Unendlichkeit), Diego Luna (Milk), Forest Whitaker (Der letzte König von Schottland), Ben Mendelsohn (The Place Beyond The Pines) und Donnie Yen (Ip Man). Regie führt Gareth Edwards, der mit Godzilla bereits einiges an Erfahrung für die große Leinwand sammeln konnte. Ob nach den vielen Nachdrehs und Drehbuchänderungen auch ein ordentlicher Film entstanden ist, erfahre...
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"96 Hours – Taken 3" (FR/US 2015) Kritik – Affige Schmalspurversion von „Auf der Flucht“

Autor: Pascal Reis „I know you know a lot of people, and with a good lawyer you'll get out of jail in a few years. And then I'll come for you. I'll find you, and we both know what's gonna happen.“ Aus heutiger Sicht lässt sich „96 Hours“ vor allem mit zwiespältigen Gefühlen betrachten: Einerseits hat Regisseur Pierre Morel mit dem Rache-Thriller von 2008 ein Genre-Brett abgeliefert, welches man in dieser gnadenlosen Schroffheit viel zu lange vermissen musste. „96 Hours“ aber hat auch eine neue Welle Vergeltungsgurken in die Welt gerufen, die alle zwanghaft versuchten, den Amoklauf von Liam Neeson nachzuahmen und in ähnlich physische Bahnen zu lenken – Grauenhaft, dieser klaffende Überdruss. Inzwischen aber sind überschwemmen nicht nur „96 Hours“-Epigonen den internationalen Filmmarkt, d...
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"Zulu" (FR 2013) Kritik – Südafrika fleht um Gerechtigkeit

Autor: Pascal Reis „No brain, no pain.“ Als Kind ist Ali Neumann zusammen mit seiner Mutter den bestialischen Inkatha-Milizen geradeso entwichen, während er mitansehen musste, wie sein Vater gefoltert und bei lebendigen Leibe verbrannt wurde: Ein Schicksal von unzähligen, doch vom Schmerz dieser Tage kann sich Ali bis heute nicht losreißen. Inzwischen als Chef der Mordkommission in Kapstadt tätig, hat Ali seinen Weg gemacht, doch ausgerechnet einer seiner Vorgesetzten gehört zu den Verbrechern jener Tage, die sämtliche Schwarze gefoltert und ermordet haben. Zusammen mit dem weißen Polizisten Brian Epkeen kämpft Ali gegen die stetig steigende Kriminalitätsrate Kapstadts an und stoßen auf die Leiche einer 20-Jährigen, die erst Opfer einer synthetischen Droge und später den Schlägen ihres ...
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Klassiker-Tipp der Woche "Platoon" (USA 1986) Kritik – Gefangen in der Hölle

"Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns …" Wer könnte besser über das Kriegsgeschehen, seinen Alltag und den Auswirkungen berichten, als jemand, der selber dabei gewesen ist? Niemand. Deswegen lässt sich nun auch leicht ableiten, wer denn am fähigsten wäre, einen Film über einen Krieg zu drehen, ohne sich im übertrieben Vaterlandsstolz und Verfälschungen zu verlaufen. Natürlich jemand, der das ganze Grauen mit eigenen Augen sehen und am eigenen Leib erfahren musste. Und hier stoßen wir auf den Regisseur Oliver Stone. In der Gegenwart ist mit dem einstigen Meister nicht mehr viel los und Filme wie "Wall Street 2" oder "World Trade Center", sollten am besten mit dem Schleier des ewigen Schweigens bedeckt werden. Gehen wir jedoch...
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"Ghost Dog" (USA 1999) Kritik – Der Weg des Samurai

"Nichts zählt so sehr wie der gegenwärtige Augenblick." Es gibt diese Regisseure immer wieder. Diese Filmemacher, die die Welt zu gerne in zwei Teile spalten. Man kann mit ihnen etwas anfangen, oder erlebt die schlimmsten filmischen Stunden. Bekannte Regisseure, die immer wieder für Furore sorgen und das Publikum in verschiedene Ecke drängen, wären wohl Leute wie David Lynch, Lars von Trier, Gaspar Noé oder Michael Haneke. Doch auch der unabhängige Jim Jarmusch zählt zu dieser speziellen Gattung. Die einen sehen in ihm einen überbewerteten pseudo Intellektuellen, für andere werden seine Filme zu minimalistischen und vielschichtigen Offenbarungen. 'Ghost Dog' von 1999 ist ein treffendes Beispiel, der die Kritiker wie Zuschauer in zwei klare Gruppen trennt, doch wer Jarmusch verstehen kan...
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"Street Kings" (USA 2008) Kritik – Im Sumpf aus Korruption und Genre-Alltäglichkeit

"Ihr habt Augen wie ne Halbmondsichel, zieht euch an wie weiße, redet wie schwarze und fahrt Autos wie Juden, woher soll ich also wissen, was ihr für gelbe, hundefleischfressende Charlies seid, wenn ihr es nicht wisst?!" Die Geschichte rundum korrupte, versoffene Cops die nach ihren eigenen Regeln arbeiten ist sicher nichts Neues. Unzählige Male wird sie jedes Jahr im Kino und auf DVD neuaufgerollt, mal gut, mal richtig schlecht. David Ayer inszeniert mit 'Street Kings', basierend auf dem Roman von James Ellroy, von 2008 eindeutig einen der besseren Filme dieser Art, auch wenn man irgendwie alles schon kennt. Kameramann Gabriel Beristain liefert mit 'Street Kings' düstere Hochglanzaufnahmen der stilsicheren Art. Er fängt das korrupte und äußerst brutale Polizisten-Leben in L.A. in durc...