Schlagwort: Psycho

Kritik: Der Nachtmahr (DE 2015)
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Kritik: Der Nachtmahr (DE 2015)

„Gott würfelt nicht.“ Es gehört inzwischen zum guten Ton, dem deutschen Kino jeden Anspruch auf eine horizontsprengende Vision abzuerkennen, da sich die hiesige Filmkultur – angeblich - nur über zwei despektierliche Elemente zu artikulieren weiß: Das der Didaktik und das der Biederkeit. Der erhobene Zeigefinger darf also nicht fehlen, so die Unkenrufe, und nur selten scheinen Regisseure heutzutage noch in der Lage, eine von Leidenschaft angeheizte Erzählung abseits der langwährenden Norm zu justieren. Dass derlei Urteile vollkommener Nonsense sind und weniger über das deutsche Kino an sich als über die Person, die jene Diffamierungen bemühte, aussagt, versteht sich von allein – gerade wenn man sich einmal zu Gemüte führt, mit welcher stürmischen Lust am Schöpfen der teutonische Markt in...
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"Magic, Magic" (USA 2013) Kritik – Roman Polanski hat einen Erben gefunden

Autor: Pascal Reis "Please don't shoot." Chile, das Land am „Ende der Welt, wo der Teufel seinen Poncho verlor“, so ein Sprichwort, ist gerade aufgrund seiner klimatischen Kontradiktion für Globe-Trotter interessant: Dort gibt es nämlich nicht nur die Anmut des pazifischen Ozeans zu bestaunen, sondern auch die schneebedeckten Gipfel der Anden, grüne Seenregionen und spröde Wüsten – Für Naturdokumentationen also ein echtes Schlaraffenland. Filmisch aber konnte uns der letzte Ausflug in das südamerikanische Land im Januar mit „Aftershock“ nicht gerade in Verzückung setzen. Eli Roth, der dort als Hauptdarsteller, Co-Autor und Produzent in Personalunion fungierte, präsentierte einen blutig-zynischen Genre-Film, dem so ziemlich alles missraten ist, was einem solchen Projekt nur missraten kann...
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"Alexandre Ajas Maniac" (FR/US 2012) Kritik – Elijah Wood und sein unstillbares Verlangen

Autor: Pascal Reis "Lauf nur, ich weiß wo du wohnst, Judy. Wir sehen uns später..." Frank ist ein Einzelgänger und Betreiber eines urigen Ladens für Schaufensterpuppen. Er führt das Geschäft seiner Familie fort und der Name seiner Mutter ist auch noch lange nach ihrem Tod als Besitzer eingetragen. Allerdings ist das keine Schlamperei, sondern steht symptomatisch für die Beziehung zwischen Frank und seiner Mutter, die durch ihr schlechtes Verhalten ihren Sohn zunehmend traumatisierte und ihn mehr und mehr beziehungsunfähig machte. Seitdem ist Frank ein Jäger, der nachts durch die Straßen streift und sich junge Frauen aussucht, um sie zu töten und ihre Haare zur Vollendung seiner Puppen zu verwenden. Als er die Französin Anna kennenlernt, versucht er, sein Leben krampfhaft zu kontrollieren...
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Regisseure im Fokus: Fiese Blutsauger, eine philosophierende Bombe und die fiktive Realität – Vier Werke des John Carpenter

Autor: Pascal Reis "Dark Star" (USA 1973) Die ersten Gehversuche von John Carpenter in der Filmlandschaft lassen sich als durchaus gestandene Schritte betrachten, die gerade durch ihr augenzwinkerndes Auftreten unzählige Debütwerke problemlos in den Schatten stellt. Dabei lässt sich „Dark Star“ in der Genre-Ecke wiederfinden, die neben der unterschwelligen Bedrohung, den Vexierspielen der menschlichen Urängste, dem atmosphärischen Horror, das größte Faszinosum Carpenters darstellte: Die grenzenlose Welt der Science-Fiction, in die Carpenter in den folgenden Jahren mit „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Starman“ und in gewisser Weise auch in „Sie leben!“ noch einige Male zurückkehren sollte. Was „Dark Star“ nun aber in erster Linie von der qualitativen Größe unterscheidet – die per se ...
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"Antikörper" (DE 2005) Kritik – Wotan Wilke Möhring erkennt seine eigenen Abgründe

"Das Böse ist ein Virus. Absolut ansteckend, absolut vernichtend. Du bist schon infiziert." Wenn wir die USA und Deutschland rein aus dem filmischen Blickwinkel vergleichen wollen, dann sollte schnell deutlich werden, dass Deutschland in so gut wie jedem Punkt unterlegen ist. Sei es der finanzielle Standpunkt, oder auch der qualitative. Vermeidlich oder erschreckend ist es in diesem Fall also kein Stück, das sich deutsche Regisseure am Stoff der Vereinigten Staaten versuchen, ihn irgendwie abkupfern und Hollywood in das heimische Land holen wollen, um endlich den eigenen Horizont zu erweitern, denn schließlich sollte jedem bewusst sein, dass wir mit ZDF-Krimis und zotigen Komödien weltweit keine Treffer landen können. Die Moderne verlangt nach einem frischen, aber immer noch seriösen Wi...
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Klassiker-Tipp der Woche "Blutmond" (USA 1986) Kritik – Der erste Auftritt des Dr. Hannibal Lecter

"Haben Sie schon mal Blut im Mondlicht gesehen? Es kommt einem ganz schwarz vor." Dr. Hannibal Lecter, der berühmteste Kannibale der Film- und Literaturgeschichte. Jedem dürfte diese fiktive Kunstfigur mittlerweile ein mindestens grober Begriff sein, auch dann, wenn man nie einen der Filme oder eines der Bücher genossen hat. Wobei genießen aus filmischer Sicht nur bedingt möglich war, denn einzig Jonathan Demme hat sich 1991 mit dem Meisterwerk "Das Schweigen der Lämmer" dem Stoff von Thomas Harris grandios angenommen und ihn vollkommen würdig umgesetzt. Mit "Hannibal", "Roter Drache" und "Hannibal Rising" war das schon etwas anders und der Schleier des Schweigens darf gerne über die mittelmäßige Ware geworfen werden, auch wenn es keine Totalausfälle sind, aber eine Enttäuschung bleibt...
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"The Good Doctor" (USA 2011) Kritik – Orlando Bloom darf Onkel Doktor spielen

"Wenn man verliebt ist, dann soll man loslassen." Wenn wir an die Ärzte in den Krankenhäusern denken, die mit dem Stethoskop um den Hals und den langen weißen Mänteln die Flure entlangstolzieren, dabei die Blicke der Patienten und Familienangehörigen hinter sich herziehen und von jedem den höchsten Respekt genießen, dann schlägt sich die allseits bekannte These „Götter in Weiߓ schnell in den Kopf eines Außenstehenden, denn Doktoren jeglicher Art, so meint man, halten sich ja sowieso für etwas Besseres. Gehen wir auch die Filmwelt auf der Suche nach beliebten Ärzten durch, dann finden wir uns vor allem im Serienbereich wieder. Da hätten wir Dr. Perry Cox aus "Scrubs", den sexsüchtigen Christian Troy und seinen Kollegen Sean McNamara aus "Nip/Tuck", natürlich auch "Dr. House" aus der gle...