Kritik zu „Die glorreichen Sieben“: Der Western-Klassiker neu in 4K
Kritik von Marc Trappendreher
Nur die Bauern haben gewonnen – Vom Opfermythos des Westerns
Es gibt Filme, die in ihrer bloßen Existenz schon wie ein Dialog wirken – zwischen Kulturen, Zeiten, Mythen. John Sturges’ Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven) von 1960 ist ein solcher Film: ein Western, der tief im amerikanischen Selbstverständnis verwurzelt ist und doch in seinem Wesen das ferne Echo des japanischen Kinos trägt. Die Kamera schweift über staubige Ebenen, die Sonne steht hoch, die Schatten der Reiter ziehen lang und Elmer Bernsteins ikonische Fanfare ruft eine ganze Generation von Kinogängern in den Sattel. Dass hinter diesem Heldenepos ein Remake von Akira Kurosawas Die sieben Samurai (1954) steckt, ist weithin bekannt. Aber das Wissen allein erklärt nicht, w...
