Die große Filmvorschau 2. Halbjahr 2013 Teil 2 – Superhelden, Arnie in Action, die neuesten Arbeiten von ganz großen Regisseuren, und vieles mehr, so sehr freuen wir uns auf die Kinomonate bis Januar

Platz 25: „Frances Ha” von Noah Baumbach (Kinostart: 1. August)

Wir konnten den Film bereits auf der diesjährigen Berlinale sehen. In unserem damaligen Berlinale-Recap gibt es schon mal unsere ersten Eindrücke zu lesen. Eine umfangreiche Kritik folgt noch. Dennoch können wir euch jetzt schon auffordern ins Kino zu gehen, sobald Noah Baumbachs neuer Film zu uns getanzt kommt. Die schwarz-weiße Indie-Komödie ist mit Greta Gerwig ideal besetzt und erzählt von der nicht mehr ganz so jungen Francis, die gerne Tänzerin in New York sein will, aber weder in ihrem Beruf noch in ihrem Liebesleben auf einen grünen Ast kommt. Gerwig und Baumbach schrieben zusammen das Drehbuch und herausgekommen ist ein ungemein fluffiger Arthouse-Filme.

Platz 24: „The Bling Ring” von Sofia Coppola (Kinostart: 15. August)

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt „The Bling Ring“ die Geschichte einer Gruppe von promiverrückten Jugendlichen, die in Anwesen berühmter Stars einbrechen, um eine kleine Lebensstilangleichung vorzunehmen. In den Staaten erhielt der neuste Streifen von von Sofia Coppola („Lost in Translation“) zwar nur durchwachsene Kritiken, wir sind aber trotzdem gespannt, wie die 42-Jährige die eingeschlafene 1%-Debatte wieder auffrischen will. Und wen das nicht überzeugt: „Harry Potter“-Herzchen Emma Watson gibt in „The Bling Ring“ als Ringleader ein abgebrühtes Biest, wie man es von ihr noch nicht gesehen hat.

Platz 23: „The World’s End” von Edgar Wright (Kinostart: 12. September)

Nachdem das Trio Edgar Wright, Simon Pegg und Jack Frost mit „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ weltweit regelrechte Jubelstürme ausgelöst hat, können viele den Abschluss der Flavour-of-Cornetto-Trilogy mit „The World’s End“ kaum noch erwarten. Dieses Mal geht es um eine Alieninvasion und das sympathische Duo wird bei einer recht ausufernden Kneipentour mit den außerirdischen Gesellen konfrontiert. Der Trailer sieht zwar noch nicht wirklich brillant aus, aber dass das Dreiergespann hier wieder eine mit Sicherheit überdurchschnittliche Komödie produziert hat, kann man mit ruhigem Gewissen schon vor der Filmsichtung behaupten.

Platz 22: „Don Jon” von Joseph Gordon-Levitt (Kinostart: 7. November)

Joseph Gordon-Levitt als pornosüchtiger Don, das ist mal ein etwas anderer und schwarzhumoriger Beitrag zum ewig selben Aufguss im Genre der Romantikkomödien. Wir konnten den Film bereits auf der diesjährigen Berlinale sehen und haben uns köstlich amüsiert. Mit dabei sind unter anderen auch Scarlett Johansson und Julianne Moore. Zu unserer Kurzkritik geht es HIER.

Platz 21: „Blood Ties” von Guillaume Canet (Voraussichtlich 2. Halbjahr 2013)

Man hat doch manchmal das Gefühl, dass gewisse Schauspieler, obwohl sie beinahe ausnahmslos tolle Leistungen bringen, nie die richtige Aufmerksamkeit geschenkt bekommen und in sämtlichen Bestenlisten übergangen werden. Clive Owen ist da so ein Beispiel, einer der besten Darsteller unserer Zeit, nur leider wird ihm die Tatsache viel zu selten von der Presse angehangen. In Guillaume Canets „Blood Ties“ zeigt Owen wieder einmal, dass er ein wandelbarer Könner ist und entführt den Zuschauer in das Brooklyn der Siebziger. Mit an seiner Seite stehen Hochkaräter wie Marion Cotillard, James Caan und Mila Kunis. Das sieht nach spannendem, stilsicherem und wunderbar gespieltem Krimi-Kino aus!

Platz 20: „Der Hobbit – Smaugs Einöde” von Peter Jackson (Kinostart: 12. Dezember)

Nach dem sehenswerten, aber deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebenen „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“, scheint Peter Jackson seinen Zweiflern, die sich auch unter den fanatischen „Herr der Ringe“-Fans befinden, nun genau das zu bieten, was sie im Erstling der Trilogie vollständig erwartet haben: Epische Kämpfe, eine packende Dramaturgie, unvergessliche Landschaftsaufnahmen und jede Menge Action, Spaß und Spannung. Der Trailer verrät zwar schon etwas zu viel, gerade weil er Smaug zeigt, doch das Wiedersehen mit alten Bekannten und die herrlichen Montagen lassen Großes erahnen.

Platz 19: „Most Wanted Man” by Anton Corbijn (Kinostart: 21. November)

Der dritte Film des Star-Fotografen Anton Corbijn ist nach „The American“ wieder ein Euro-Thriller mit Weltklasse-Besetzung, nach einem Roman von John le Carré. Neben Philip Seymour Hoffman, Willem Dafoe und Robin Wright geben auch deutsche Schauspielgrößen wie Nina Hoss und Martin Wuttke ihr Stelldichein, was wohl daran liegt, dass der Film in Hamburg spielt. Dort verkörpert Grigory Dobrygin den Flüchtling Issa Karpov, der Zuflucht bei einer islamischen Gemeinde findet und dessen Geschichte weder für seine Helfer noch für die Behörden Sinn ergibt. Was ist er? Täter oder Opfer?

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Platz 18: „Drecksau” von Jon S. Baird (Kinostart: 17. Oktober)

Mit „Drecksau“ wird wieder ein Roman von Kult-Autor Irvine Welch, dem literarischen Vater von „Trainspotting – Neue Helden“ auf die große Leinwand gebracht. Unter der Regie von Jon S. Baird („Cass – Legend of a Hooligan“) darf James McAvoy sich als widerlicher Cop Bruce, der einen Hang zu Drogen, Gewaltausbrüchen, bizarren Sexspielchen und Intrigen hat, durch die Handlung schlängeln. Der Trailer verspricht vor allem eines: es wird widerlich. Also, wer strahlende Helden will, sollte „Drecksau“ wohl lieber meiden. Hier steht ein waschechter Antagonist im Zentrum und die anständigen Figuren (u.a. Eddie Marsan und Jim Broadbent) scheinen nur vernachlässigbare Witzfiguren zu sein. Wir freuen uns drauf, denn endlich wird das Kino wieder schmutzig. Aber natürlich scheint die große Drecksau Bruce auch große Probleme zu haben. Auf dem dramatischen Aspekt der Buchverfilmung sind wir deswegen auch sehr gespannt. So, jetzt holt aber erst mal das Koks raus und stellt das Bier kalt, denn mit „Drecksau“ scheinen wir uns direkt in den seelischen Schlund eines Arschlochs zu begeben. Das kann nur großartig werden. Oder anders ausgedrückt: Fuck, yeah!

Platz 17: „The Counselor” von Ridley Scott (Kinostart: 28. November)

Ridley Scott, Michael Fassbender, Brad Pitt – für manche wird diese Konstellation schon reichen, um eine Kinokarte zu lösen, andere werden sich gelangweilt abwenden. Wenn dann jedoch ein weiterer Name auftaucht, Cormac McCarthy nämlich, könnte das schon wieder ganz anders aussehen. Denn vom Autor von „The Road“ und „No Country for Old Men“ stammt auch die Vorlage zu „The Counselor“. Der Teaser verspricht zumindest schon mal einen düster-spannenden Thriller mit moralisch ambivalenten, aber coolen Figuren.

Platz 16: „Much Ado About Nothing” von Joss Whedon (Voraussichtlich 2. Halbjahr 2013)

Für manche Filmfans mag Joss Whedons Megaerfolg „The Avengers“ 2012 aus heiterem Himmel gekommen sein. Doch wer die Karriere des 49-Jährigen schon etwas länger verfolgt, wird feststellen, dass Whedon mit die flottesten Dialoge in der Traumfabrik zu Papier bringt. Nun nimmt er sich William Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ und adaptiert das Stück in eine leichtherzige Indie-RomCom. Wenn wir nach dem Trailer gehen, dann wird das ein Riesenspaß!

Platz 15: „Der Fremde am See” von Alain Guiraudie (Kinostart: 19. September)

Alain Guiraudies neuer Film feierte seine Weltpremiere dieses Jahr in Cannes und konnte einige Kritiker für sich gewinnen. Das französische Drama erzählt die Geschichte von Franck, der sich in Michel verliebt und, obwohl er weiß, dass der Fremde genauso gefährlich wie schön ist, will Franck sich ganz seiner Leidenschaft hingeben. Wir freuen uns auf einen authentischen und ungeschönten Film, der die Liebe zweier Männer auch so zeigt wie sie im Kino bisher noch viel zu selten zu sehen war.

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Platz 14: „The Immigrant” von James Gray (Voraussichtlich 2. Halbjahr 2013)

Mit seinem Stammschauspieler Joaquin Phoenix erzählt Gray von zwei polnischen Schwestern (u.a. Marion Cotillard), die in die USA einwandern und fortan in die Prostitution gezwungen werden. Die ersten Bilder wirken von der Pracht wie aus einem der „Der Pate“-Filme und dementsprechend hoffen wir auch ein sowohl atmosphärisch als auch schauspielerisch überwältigendes Drama serviert zu bekommen.

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Platz 13: „Venus in Fur” von Roman Polanski (Voraussichtlich 2. Halbjahr 2013)

Wenn Roman Polanski einen neuen Film ankündigt, dann klingeln die Meisterwerk-Alarmglocken natürlich pausenlos. Obgleich sein wunderbares Kammerspiel „Gott des Gemetzels“ mit hollywoodscher Topbesetzung die Gemüter gespalten hat, sind die Erwartungen an Polanskis neues Werk „Venus in Fur“ erneut hoch. Darin geht es um die Schauspielerin Vanda, die dem strengen Theaterregisseur Thomas davon überzeugen möchte, dass sie die Idealbesetzung für die zentrierte Adelige aus dem 19. Jahrhundert ist. Mit Mathieu Amalric, der dem jungen Polanski erschreckend ähnlich sieht, und Gattin Emmanuelle Seigner könnte uns hier ein Geniestreich, welches tief in die Seele aus Obsessionen und Abgründen blickt, erwarten.

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Platz 12: „Trance – Gefährliche Erinnerung” von Danny Boyle (Kinostart: 8. August)

Wir hatten ja schon die Möglichkeit Danny Boyles neuen Film zu sehen und können an dieser Stelle nichts anderes tun als eine ausdrückliche Empfehlung auszusprechen. Wer mit Boyles letzten Oscar-Filmen nicht viel anfangen konnte und lieber die Genre-Untiefen eines „28 Days Later“ bevorzugt, kann sich bei „Trance“ auf einen richtig guten Mindfuck gefasst machen; weit davon entfernt perfekt zu sein und mit spitzen Ecken und Kanten bestückt, aber schon jetzt einer der Filme des Jahres.

Platz 11: „Pacific Rim” von Guillermo del Toro (Kinostart: 18. Juli)

Eigentlich haben wir ja inzwischen genug von Alieninvasionen. Da jedoch bei „Pacific Rim“ del Toro („Pans Labyrinth“ und „Hellboy“) Regie führt, sehen wir dem Ganzen nicht nur gelassener entgegen, auch rechnen wir nach den bisherigen Trailern mit dem Blockbuster des Jahres. Riesenroboter, die riesige Schiffe als Schlagwaffe benutzen? Hell yeah, davon wollen wir mehr!

Platz 10: „Blue Jasmine” von Woody Allen (Kinostart: 7. November)

Nach „To Rome With Love” setzte Woody Allen seiner Europatour ein Ende und drehte seine neuste Komödie in San Francisco. Dort darf sich Cate Blanchett mit allen möglichen Problemen rumschlagen und scheint dabei auf dem Höhepunkt ihrer Karriere anzugelangen, denn allein der Eindruck, den man von ihr im Trailer bekommt, ist höchste Schauspielkunst zwischen Humor und Wahnsinn.

Platz 9: „Das ist das Ende” von Seth Rogen (Kinostart: 8. August)

Von dieser Weltuntergangskomödie erwarten wir deutlich mehr als von der ähnlichen gelagerten britischen Komödie „The World’s End”, da „Das ist das Ende“ deutlich schwarzhumoriger, asozialer und dreckiger daherkommt und uns daher bereits der Trailer deutlich besser gefallen hat.

Platz 8: „The Past” von Asghar Farhadi (Kinostart: 25. Dezember)

Wie attraktiv die französische Filmindustrie inzwischen wieder für Filmemacher aus aller Welt ist, beweist nun auch der iranische Regisseur, der nach seinem Kritikerliebling „Nader und Simin – Eine Trennung“ seinen neuen Film in Frankreich mit franz. Schauspielern gedreht hat. Und auch „The Past“ kam bei seiner Weltpremiere in Cannes wieder sehr gut beim Publikum an. Zudem durfte Bérénice Bejo den Preis für die beste Schauspielerin mit nach Hause nehmen. Wir sind also gespannt, was wirklich hinter diesem Lob steckt.

Platz 7: „The Wolf of Wall Street” von Martin Scorsese (Kinostart: 12. Dezember)

Wenn irgendwo Martin Scorsese drauf steht, dann ist zumeist Qualität garantiert. Und auch auf diese Wall Street Satire scheint das zuzutreffen. Der Trailer ist mit einer der Witzigsten und Vielversprechendsten der letzten Zeit. Bleibt zu hoffen, dass Scorsese wirklich wieder an seine Zeiten vor dem enttäuschenden „Hugo Cabret“ anknüpft.

Platz 6: „Jurassic Park 3D” von Steven Spielberg (Kinostart: 5. September)

Einer der Filme, auf die wir uns am meisten freuen, feiert dieses Jahr sein 20. Jubiläum und kommt daher als aufpolierte 3D-Version zurück ins Kino. Die Rede ist natürlich von Steven Spielbergs Blockbuster-Meisterwerk „Jurassic Park“. Es gibt nur wenige andere Filme, deren CGI-Effekte so klug und effektiv inszeniert sind, dass sie kaum Staub angesetzt haben. Ob 3D oder nicht, für alle, die 1993 noch zu jung für den Kinobesuch waren, im Herbst gibt es die Gelegenheit die Achterbahnfahrt aller Achterbahnfahrten auf der großen Leinwand zu erleben.

Platz 5: „Only God Forgives” von Nicolas Winding Refn (Kinostart: 18. Juli)

Mit „Drive” avancierte der dänische Filmemacher Winding Refn über Nacht zum Publikumsliebling. Mit „Only God Forgives“ hingegen verhält es sich ganz anders. Beim diesjährigen Filmfestival in Cannes wurde der Film verachtet. Und auch sonst haben bisher nur wenige positive Worte für das angebliche Brutalowerk gefunden. Wir hingegen lassen uns davon nicht abschrecken, da bereits sein Meisterwerk „Valhalla Rising“ von vielen verschmäht wurde.

Platz 4: „La Grande Bellezza – Die große Schönheit” von Paolo Sorrentino (Kinostart: 25. Juli)

Das Rom-Epos erzählt von einem Schriftsteller, der seine kreativen Tage längst hinter sich hat und ein Leben in Überfluss und Einsamkeit zugleich fristet. Es ist ein Drama fellinischen Ausmaßes, welches Sorrentino hier für die große Leinwand geschaffen hat. Ein Film, der unbedingt im Kino gesehen werden will, um voll in Sorrentinos Welt und in einigen der schönsten Aufnahmen von der ewigen Stadt versinken zu können. Zu unserer Kritik geht es HIER

Platz 3: „Blue is the Warmest Color” von Abdellatif Kechiche (Kinostart: 19. Dezember)

Der große Cannes-Gewinner diesen Jahres ist auch einer unserer meisterwarteten Filme der kommenden Monate. Mit der aufstrebenden Schauspielerin Léa Seydoux in einer der Hauptrollen scheint Regisseur Kechiche eine lebensnahe Liebesgeschichte so zu erzählen als ob das Thema Liebe noch nicht zuvor behandelt worden wäre. Das macht natürlich neugierig auf mehr.

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Platz 2: „Inside Llewyn Davis” von Joel & Ethan Coen (Kinostart: 5. Dezember)

Wenn ein neues Projekt von den Coen Brüdern von sich reden macht, dann ist die Aufregung in der Filmwelt jedes Mal riesig. Dieses Mal treibt es die beiden gemeinsam mit Justin Timberlake, Cary Mulligan und Stammschauspieler John Goodman in die Folk Musik Szene des 60er Jahre New Yorks. Ein Musical also, na bestens, haben die Coens doch bereits in „O Brother Where Art Thou“ angedeutet, dass sie dafür das richtige Gespür haben. Und in Cannes wurde der Film ja bereits gefeiert. Ein Grund mehr, sich auf den Anfang Dezember zu freuen.

Platz 1: „Gravity” von Alfonso Cuarón (Kinostart: 3. Oktober)

Alfonso Cuarón, die heimliche Regielegende von morgen. Zumindest hat er uns mit seinen bisherigen Filmen wie „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“ und „Children of Men“ in den Bann gezogen. Dieser Eindruck scheint sich mit „Gravity“ nur zu verstärken: Der Trailer ist eine Wucht und es macht ganz den Anschein als würden wir vielleicht mal wieder einen Sci-Fi-Film auf einer Höhe mit den Klassiker „2001 – Eine Odyssee im Weltraum“ und „Alien“ serviert bekommen.

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