"The International" (USA 2009) Kritik – Clive Owen im Hexenkessel der Finanzkrise

„Es gibt das, was man hören will. Das, was man glauben will. Dann kommt lange nichts und DANN kommt die Wahrheit!“

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Der deutsche Regisseur Tom Tykwer konnte 2006 seinen größten Erfolg mit der Verfilmung des Roman’s ‚Das Parfum‘ feiern. 2009 hat er dann auch den Weg nach Hollywood gefunden. Mit ‚The International‘ inszenierte Tykwer einen recht spannenden Thriller um einen Interpol-Agenten, der davon überzeugt ist, dass eine der mächtigsten Banken der Welt in Morde verwickelt ist.

Eine der großen Stärken des Films ist auch hier wieder mal das Visuelle. Die tollen Kameraeinstellungen über den Dächern von New York, Berlin, Mailand oder auch Istanbul machen den Film optisch stark. Das Erzähltempo ist nicht neumodisch rasant und verzichtet auf schnelle Schnitte und Wackelkameraeinstellungen.

Clive Owen spielt den selbstsicheren Louis Salinger, der davon überzeugt ist, dass eine Bank in Morde verwickelt ist. Owen macht aus seiner eher unoriginellen Rolle, durch sein sicheres Auftreten und Charisma eine doch noch interessante Person. Naomi Watts spielt die New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman, die sich mit Salinger zusammen tut, um gemeinsam den Fall bearbeiten. Watts Figur ist nur wenig auffällig und sie spielt sichtlich unterfordert, macht aber durch ihre kleinen Gesten ihr Nötigstes aus ihrer Rolle. Ulrich Thomson spielt überzeugend den eiskalten Konzernchef Jonas Skarssen, der auch vor Morden nicht zurückschreckt. Dann wäre da noch Armin Mueller-Stahl. Er spielt die undurchsichtige rechte Hand des Konzernchefs. Auch Mueller-Stahl spielt wie gewohnt überzeugend und bringt seine Rolle auch in wenigen Szenen glaubwürdig rüber.

Tykwer verzichtet in seinem Film auf unglaubwürdige oder unrealistische Charaktere, zwar gibt es einige „Ausrutscher“ die nicht unbedingt realistisch wirken (Flugbahnberechnung von Kugeln). Auch Owens Figur des tragischen Helden wird zu klischeehaft dargestellt. Das Drehbuch von Eric Warren Singer ist kein Schlechtes, kann der Inszenierung von Tywker aber nicht standhalten und verliert sich an manchen Stellen aus den Augen. Auch die Dialoge sind manchmal unfreiwillig komisch und entziehen den Szenen ein wenig die Ernsthaftigkeit. Trotzdem ist ‚The International‘ kein schlechter Film. Er bleibt weitestgehend unterhaltsam und verfügt über eine toll inszenierte Action-Sequenz im Guggenheim-Museum.

Fazit: ‚The International‘ ist ein unterhaltsamer Thriller mit soliden Darstellern, einer starken Actionszene und optisch berauschenden Einstellungen. Dem Film fehlt aber trotzdem teilweise die gewisse Spannung, was aber am Drehbuch, an den schwachen Dialogen und an der Charakterzeichnung liegt.

Bewertung: 6/10 Sternen