"American Beauty" (USA 1999) Kritik – Kevin Spaceys bis Dato großartigste Performance

„It’s a great thing when you realize you still have the ability to surprise yourself.“

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Einer dieser wenigen Filme, die es schaffen, zu gleichen Teilen unterhaltend und anspruchsvoll sein. Witzig, kritisch, eine Perle der Kinogeschichte, die wohl jeden Menschen, sobald der Abspann einsetzt, zum langen Nachdenken über das eigene Leben und das der Mitmenschen bringen wird. Und nach dem Gesehenen wird man nicht mehr genauso zum Leben stehen, man wird es hinterfragen und damit lässt sich sagen, der Film hat das geschafft, was nur wenige andere erreichen, nämlich auf höchstem cineastischen Niveau zwei volle Stunden pures Entertainment mit sozialkritischen Aspekten zu vermengen.

Regisseur Sam Mendes und Drehbuchschreiber Alan Ball zeigen uns, dass es nicht viel Geld braucht, um ein zeitloses Meisterwerk zu schaffen. Das wichtigste sind Schauspieler, mit denen man weint, wenn sie weinen, mit denen man lacht wenn sie lachen. Dann eine Kamera, die aus jeder Einstellung einer perfekten Moment kreiert. Und ein Drehbuch, das im gleichen Maße intelligent, witzig, dramatisch und zu jedem Zeitpunkt realistisch ist. Die Geschichte um eine Vorstadtfamilie mit familiären und lebenstechnischen Problemen hat mir sprichwörtlich einen Schlag in die Magengrube versetzt. Sie wirft viele Fragen auf, und ebenso viele Antworten über die Lebenseinstellung des Menschen, über unser materialistisches Denken, über Neid, über Liebe und noch so viele Themen mehr.

Ganz besonders loben möchte ich im Zusammenhang mit dem Film drei Personen:

Erstens den Komponisten Thomas Newman, der hier mal wieder einen der emotionalsten und nachdenklichsten Scores aller Zeiten geschrieben hat.

Zweitens Kevin Spacey, der für mich zu den größten Darstellern aller Zeiten gehört und der hier mit Abstand seine genialste Show abliefert.

Drittens den Verfasser des Drehbuchs Alan Ball, den ich sehr schätze für seine Sichtweisen und seine Auseinandersetzungen mit dem Leben. Sein Lebenswerk hat er meiner Meinung nach später mit der Serie ‚Six Feet Under‘ geschaffen.

Nun aber genug des Lobs, was ‚American Beauty‘ für mich bedeutet, konnte ich hoffentlich zum Ausdruck bringen. Ein Zitat möchte ich jedoch gerne noch mit euch teilen:

„Fern jeder Peinlichkeit strahlt ‚American Beauty‘ gerade in den schwierigsten und heikelsten Momenten eines Films, wenn sich die Figuren offen zu ihren Gefühlen bekennen, eine Herzenswärme aus, die zu Tränen rühren kann.“ (Frankfurter Allgemeine)

„I don’t think that there’s anything worse than being ordinary.“

Ein Film, der sich an seine Devise hält, denn er ist ungewöhnlich außergewöhnlich. Eine großartige Satire, ein großartiges Erlebnis und noch großartigere Gefühle, all das schenkt euch ‚American Beauty‘.

Bewertung: 10/10 Sternen

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