Autor: Conrad Mildner

Kritik: Avatar – Aufbruch nach Pandora (USA 2009)
Abenteuer, Action, Filmkritiken, Im Kino, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Avatar – Aufbruch nach Pandora (USA 2009)

Eine Kritik von Conrad Mildner Ich gehöre jetzt zu dir, Jake. Wir sind vereint fürs Leben. Im Jahr 2154 sind die Rohstoffe der Erde erschöpft und die Menschheit sucht in fernen Welten weiter. Pandora, ein erdenähnlicher Mond, ist reich am begehrten Rohstoff Unobtanium, doch um es abzubauen gefährden die Menschen den Lebensraum der Na'vi, die Ureinwohner Pandoras. Als ich das erste mal von Avatar gehört habe, war ich euphorisch. Nicht nur, dass James Cameron wieder dreht, nein, er dreht sogar einen Science-Fiction-Film, eines meiner Lieblingsgenres. Dazu kam die Ankündigung eines Opus Magnum des 3D-Kinos, einer "Revolution des Kinos", wie James Cameron es selbst beschrieb. Das schürt Erwartungen, die bei zwei Jahren Wartezeit gut gedeihen konnten. James Camerons Kino ist für S...
Kritik: Possessor (CA, UK 2020)
DVD & Bluray, Filmkritiken, Horror, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Possessor (CA, UK 2020)

Just think, one day your wife is cleaning the cat litter and she gets a worm in her, and that worm ends up in her brain. The next thing that happens is she gets an idea in there, too. And it's hard to say whether that idea is really hers or it's just the worm. And it makes her do certain things. Predator things. Eventually, you realize that she isn't the same person anymore. She's not the person that she used to be. It's gotta make you wonder, whether you're really married to her... or married to the worm. Ich töte, aber bin ich? So ließe sich das philosophische Dilemma von Possessor zusammenfassen. An der Schnittstelle zwischen Bewusstsein und Welt liegen einzig und allein unsere Körper und die werden in Brandon Cronenbergs zweitem Film nach Antiviral* (2012) dem Titel entsprechend gew...
Kritik: In der Glut des Südens (USA 1978)
Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, La Biennale di Venezia

Kritik: In der Glut des Südens (USA 1978)

Nobody's perfect. There was never a perfect person around. You just have half-angel and half-devil in you. Bill (Richard Gere) aus Chicago hat sich in einer Stahlfabrik mit einem Vorarbeiter angelegt und diesen bei einem Kampf getötet. Zusammen mit seiner Geliebten Abby (Brooke Adams), die sich als seine Schwester ausgibt, und deren kleiner Schwester Linda flüchten sie nach Texas. Dort reihen sie sich in die Scharen von Erntehelfern auf den riesigen Weizenfeldern eines wohlhabenden Farmers ein. Bill belauscht ein Gespräch und erfährt, dass der Farmer nur noch ein Jahr zu leben hat. Und Bill ist nicht entgangen, dass der Farmer ein Auge auf Abby geworfen hat. Und so ermutigt er sie, diesen zu heiraten. Es ist die Geschichte eines kurzen Aufstiegs, aufgebaut auf einer Lüge, die gleic...
Kritik: Wenn die Gondeln Trauer tragen (GB/IT 1973)
Drama, Filmkritiken, Horror

Kritik: Wenn die Gondeln Trauer tragen (GB/IT 1973)

Christine is dead. She is dead! Dead! Dead! Dead! Dead! Dead! John Baxter (Donald Sutherland) kommt mit seiner Frau Laura (Julie Christie) nach Venedig. Beide trauern um ihre Tochter, die erst kürzlich ertrunken ist. Als sie zwei mysteriösen Schwestern begegnen, geraten beide in den Bann unheimlicher Visionen. Daphne du Maurier sollte jedem Filmfan ein Begriff sein, schuf die britische Autorin doch die Vorlagen zu zahlreichen Filmklassikern, vornehmlich Hitchcock-Werke, von Rebecca (1940) bis Die Vögel (1963). Für die Verfilmung ihrer Erzählung Don't Look Now (zu Deusch: "Dreh dich nicht um") wurde allerdings der aufstrebende Regisseur und ehemalige Kameramann Nicolas Roeg verpflichtet, der aus der symbolreichen Geschichte einen okkultistischen Fieberalptraum schuf, der mit Alfred ...
Die 10 besten Klassikmomente im Kino
Listen, Soundtracks, Specials

Die 10 besten Klassikmomente im Kino

Filmmusik ist toll. Filmmusik ist großartig. Oftmals greifen Filmemacher dabei auf bereits geschriebene Musik (sogenannte "Source Music") zurück. In vielen Fällen ist das Pop- oder Rockmusik des letzten Jahrhunderts, wie z.B. bei Quentin Tarantino (Pulp Fiction), aber nicht selten wird auch Musik älteren Kalibers verwendet. Klassische Musik ist der Filmmusik nicht unähnlich. Sie hat viele Jahrhunderte überstanden, somit ihre Meisterschaft bewiesen. Und sie inspiriert seit jeher die größten Filmmusikkomponisten. Klassische Musik kann Szenen, in welchen sie ertönt, eine weitere Ebene verleihen. Etwas, was aus dem Film hinausragt. Nun will ich euch meine liebsten Klassikmomente der Filmgeschichte vorstellen, in denen dies mit Bravour bewiesen wurde. Achtung Spoilergefahr, falls ihr einen...
Löschen kostet nichts: Wie Netflix & Co. gegen Blackfacing vorgehen
News, Specials

Löschen kostet nichts: Wie Netflix & Co. gegen Blackfacing vorgehen

Die aktuell grassierende Welle an Löschungen seitens großer Streamingdienste wie Netflix oder Hulu zeigt, wie Schreckensnarrative rechtspopulistischer Strömungen als symbolischer Aktionismus bedient werden, um notwendigen Debatten über Repräsentation, Kunstfreiheit, Eigentum und Antirassismus aus dem Weg zu gehen. Filme und Serien gehören uns nicht (mehr). Sie gehören weder dem Publikum, noch den Autor*innen. Sie gehören internationalen Konzernen, die uns für eine monatliche Abgabe ein volatiles Angebot bereitstellen. Wir schauen, was verfügbar ist, nicht unbedingt, was wir sehen wollen. Und das Angebot ist oftmals so flüchtig, dass ich eigentlich nur mit Freude auf meine, zugegeben nicht günstige, Sammlung aus Blurays und DVDs schauen kann. Würde ich den Kaufwert meiner Sammlung in Sum...
Kritik: Sisters (USA 1972) – Brian De Palmas Schwestern des Bösen
DVD & Bluray, Filmkritiken, Horror

Kritik: Sisters (USA 1972) – Brian De Palmas Schwestern des Bösen

Erinnere dich! Grace Collier (Jennifer Salt) beobachtet wie ein Mann in der Wohnung gegenüber bestialisch ermordet wird. Als die Polizei nichts findet bzw. nichts finden will, macht sich Grace selbst auf den Täter zu finden. Bei der Suche stößt sie auf den Fall eines verschwundenen, siamesischen Zwillingspaares. Nicht im Geringsten fällt es leicht das zu glauben, was da auf dem Bildschirm vor sich geht. Selbst wenn man Alfred Hitchcocks Werk in und auswendig kennt und man sogar die Handlung von Sisters - Die Schwestern des Bösen (beinahe) mühelos vorhersehen kann, man glaubt es doch nicht. Schwarzer Engel (1976), Brian de Palmas Durchbruch, mag zwar die stringentere Hitchcock-Hommage sein, aber sie ist auch gefährlich nah am Plagiat. Sisters dagegen zerlegt Hitchcock in seine Einze...
Zombies unter Palmen: Trailer zum Train to Busan-Sequel Peninsula und der Murmeltier-Komödie Palm Springs
Trailer

Zombies unter Palmen: Trailer zum Train to Busan-Sequel Peninsula und der Murmeltier-Komödie Palm Springs

Vier Jahre nach dem südkoreanischem Zombie-Fest Train to Busan* schlurft nun der Nachfolger langsam auf uns zu. Peninsula heißt das Sequel und wie der Titel bereits andeutet, ist nun nicht mehr nur die Bahnstrecke zwischen Seoul und Busan von marodierenden Zombiehorden betroffen, sondern die gesamte koreanische Halbinsel. War der erste Film noch eine genretypische Parabel mit einem überschaubaren, aber umso detaillierter charakterisierten Ensemble, erwartet uns nun wohl eine dystopische Action-Schlachtplatte im Mad-Max-Format. Da wieder Regisseur Sang-ho Yeon am Steuer saß, bleibe ich erstmal zuversichtlich. Peninsula hätte dieses Jahr in Cannes Weltpremiere gefeiert. Peninsula startet am 08. Oktober 2020 deutschlandweit in den Kinos.  Die Hulu-Produktion Palm Springs entwirft dagegen...
Kritik: 1917 (USA/GB 2019)
Filmkritiken, Kriegsfilm

Kritik: 1917 (USA/GB 2019)

They're walking into a trap. Your orders are to deliver a message calling off tomorrow morning's attack. If you fail, it will be a massacre. Eine kuriose Anziehungskraft scheint dem Kriegsfilm inne zu wohnen. So gut wie jeder vornehmlich männliche Starregisseur hat sich bereits an ihm versucht. Insbesondere die Todesmaschinerien des Ersten und Zweiten Weltkriegs haben eine gar unmittelbare Strahlkraft. Während der Vietnamkrieg im Hollywoodkino bereits durch die Postmoderne reichlich verzerrt wird (Apocalypse Now, Full Metal Jacket) und aktuelle Kriege im Kino teilweise zu Nebenschauplätze geraten (Jarhead, The Hurt Locker), scheinen nur die alten, großen Kriege den wahrhaftigen Schrecken bieten zu können. Zuletzt ist Christopher Nolan mit Dunkirk den ungeschönten Texturen des Zweite...
Kritik: Crash (CA/FR/GB 1996) – David Cronenbergs apokalyptisches Meisterwerk jetzt in 4K
Drama, Filme, Filmkritiken, Heimkino

Kritik: Crash (CA/FR/GB 1996) – David Cronenbergs apokalyptisches Meisterwerk jetzt in 4K

Beschreibe es mir! James Ballard ist Filmproduzent und treibt es mit einer Kameraassistentin. Seine Frau macht es mit ihrem Fluglehrer. Das Sexualleben der beiden ist am Nullpunkt angekommen. Monotonie und Kälte haben sich in die Beziehung eingeschlichen. Erst als James einen Autounfall hat, kommen neue Gefühle in ihm auf. Die Überlebende des anderen Autos Dr. Remington spürt dasselbe. Beide kommen in die Kreise von Vaughan, einem Besessenen, der den Crash als neue Form der Sexualität proklamiert. Als David Cronenbergs Crash 1996 in Cannes uraufgeführt wurde, verließen Scharen von Leuten den Kinosaal und beschimpften den Film als langweilige Pornografie. Viele andere dagegen sahen in dem Film ein Meisterwerk. Die Jury bezog zu dieser Kontroverse Stellung, indem sie an den Regisseur...