Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Bad Boys II" (USA 2003) Kritik – Michael Bay im Tal der Geschmacklosigkeiten

Autor: Pascal Reis "We ride together, we die together. Bad Boys for life." Das wesentliche Defizit von „Bad Boys“ war schlicht und ergreifend die aufgesetzte Figurenzeichnung der ungleichen Hauptdarsteller, die sich redlich darum bemühten, den Thron der kinematographischen Coolness komplett für sich in Anspruch zu nehmen. Die charakterlichen Gegensätze evozierten aber durchaus Momente, in denen nicht nur die Mundwinkel zaghaft nach oben gingen, sondern auch ein herzhafter Lacher ausgestoßen werden konnte (Hauptsächlich dank Martin Lawrence), doch den Eindruck von nonchalanter, wie aus dem Leben gegriffener Lässigkeit konnte Michael Bay nicht gänzlich verfestigen. Flackerndes Prunkstück von Bays Einstieg in die Filmwelt waren die enthemmten, fast organischen Actionsequenzen, in denen sich...
Filmkritiken

Fantasy Filmfest Trailer zu Rob Zombies "The Lords of Salem" mit Sheri Moon Zombie

Wie uns der Trailer gefällt: Wir haben den Film bereits gesehen und können versprechen, dass der Film tatsächlich genau das hält, was der Trailer verspricht: Ein atmosphärischer, okkulter und mit grenzenloser Virtuosität gespickter Rausch ins Reich der Höllenkunst. "The Lords of Salem" ist natürlich, wie alles von Rob Zombie, absolute Geschmackssache, aber für Horror-Freunde und Zombie-Liebhaber ein absolutes Muss!
Filmkritiken

"Assault on Wall Street" (CA 2013) Kritik – Uwe Boll macht Jagd auf Banker

Autor: Pascal Reis "Jim, so funktionieren Investments: Sie müssen zahlen, um zu spielen." In New York City fließt das frische Blut der Moderne durch die fortwährend pulsierenden Adern Amerikas. Der industrielle Größenwahn hat seine Grenzen schon lange überschritten, Arbeitszweige werde immer weiter ausgereizt und die Wall Street artikuliert sich durch ihre eigenen Regeln – Ohne Rücksicht auf Verluste. Der als Security für Geldtransporte angestellte Jim arbeitet jeden Tag hart, um seiner Frau Rosie, die sich gerade von einer schweren Krankheit regeneriert, ein sorgloses Leben in der Mittelschicht zu ermöglichen. Doch als die Krankenversicherung den Geldhahn zudreht und Rosies Behandlungsspritzen nicht mehr bezahlen möchte, Jim seine 60.000 Dollar Ersparnisse durch einen Börsenmakler und...
Filmkritiken

"The Company You Keep – Die Akte Grant" (USA 2012) Kritik – Die politischen Narben der Vergangenheit

Autor: Pascal Reis "Würden Sie es wieder tun?" Jim Grant (Robert Redford) ist ein verwitweter und alleinerziehender Vater einer 12-jährigen Tochter und führt ein angesehenes Leben als Anwalt in der amerikanischen Oberschicht. Als die Polizei eines Tages auf Sharon Solarz (Susan Sarandon) aufmerksam wird, die in den 60er- und 70er Jahren zu der linksradikalen Oragnistation „Weather Underground“ gezählt hat, ist auch das Leben von Jim Grant schlagartig in Gefahr, denn was die Leute nicht wissen: Auch Jim war in diesen Jahren ein Aktivist der Gruppierung und lebt seit 30 Jahren unter dem Schutz einer falschen Identität. Nachdem Solarz inhaftiert wurde, schaltet sich der Chefredakteur (Stanley Tucci) der Albany Sun Times ein, um den engagierten Journalisten Ben Shepard (Shia LaBeouf) die gan...
Filmkritiken

"Riddle" (USA 2013) Kritik – Dunkle Geheimnisse, vermisste Brüder und ein aufgedunsener Val Kilmer

Autor: Maria Engler "Es gibt Probleme, die keinen interessieren." Die Highschool-Cheerleaderin Holly Teller und ihr kranker Bruder Nathan sind ein Herz und eine Seele. Die hübsche Schülerin kümmert sich liebevoll um ihren nerdigen Bruder, der in der Schule oft gehänselt und gemobbt wird. Eines Tages nehmen zwei Halbstarke den Jungen mit auf eine Spritztour und kehren ohne ihn wieder zurück. Drei Jahre nach dem Verschwinden ihres geliebten Bruders hat Holly die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sie den Vermissten plötzlich auf einem Wochenmarkt zu sehen glaubt. Sie folgt seiner Spur bis in das Dorf Riddle, wo sie jedoch vor allem bei der Polizei auf Unverständnis und Ablehnung trifft. Mithilfe einiger ehemaliger Mitschüler ermittelt die Studentin weiter und stößt auf schockierende Gehei...
Filmkritiken

"The Ark – Wir sind nicht allein" (CA 2013) Kritik – Albernes Alien-Potpourri auf dem Mond

Autorin: Maria Engler "Sie hat sich infiziert!" Die einsame Station „The Ark“ irgendwo auf dem Mond, wird von einem plötzlich auftauchenden Meteoritensturm getroffen und stark beschädigt. Die einzige Frau der Crew aus insgesamt vier Wissenschaftlern und Forschern der Station macht sich an die Reparatur, denn die Atemluft wird knapp. Nach einem einigermaßen gelungenen Rettungseinsatz bringt sie einen der Meteoriten mit, der mit einer seltsamen Sporen-Schicht überzogen ist, die sofort untersucht wird. Die Sporen vermehren sich unglaublich schnell und nachdem die Astronautin Ava mit diesen in Kontakt gekommen ist, wird sie auf wundersame Weise schwanger und gebiert nach wenigen Stunden ein schleimiges Alien-Etwas, das bald das Leben aller Crew-Mitglieder bedroht. Unglücklicherweise ist seit...
Filmkritiken

"Herzensbrecher" (CA 2010) Kritik – Die imaginäre Autorität der Liebe

Autor: Pascal Reis "Hast du dich in letzter Zeit verliebt?" Knapp 10 Minuten haben sie tosend applaudiert, die Kritiker und Journalisten im Kinosaal der Filmfestspiele von Cannes, als der damals 19-jährige Xavier Dolan sein Erstlingswerk „I Killed My Mother“ vorstellen durfte. Was für eine Ehre für einen jungen, beeinflussbaren und aufstrebender Künstler. Stehende Ovationen gab es, die nicht nur dem jungen Filmgeist geschuldet waren, der in seiner jugendlichen Blüte und der umfassenden Bandbreite an verschiedenen (Set-)Positionen, die für dieses Alter schon beeindruckenden genug waren, sondern auch wegen Dolans informaler Weitsicht, die jeden pubertären Tellerrand überquerte und ein menschliches und damit vollkommen ehrliches Porträt über den Generationskonflikt im innerfamiliären Bü...
Filmkritiken

Hater aufgepasst: Was wir von Jaden Smith lernen können (und sollten)

Autor: Sebastian Groß Missgunst, Neid und Eifersucht gehöre zum Menschen dazu, wie Fingernägel, Haare an ungünstigen Stellen und Akne in der Pubertät. Es gibt einiges, was diese negativen Eigenschaften zum Vorschein bringen, z.B. wenn unser Nachbar doch einen größeren Fernseher hat als wir oder wenn wir, wie im Fall von „After Earth“, registrieren, dass unser Leben ungefähr so viel wert ist, wie der Ausspruch „This was amazing“, den man uns in jeden Making-Of serviert. Und was tun wir dann? Genau, wir schmollen und nutzen dann die aufgestaute, durch Argwohn herbeigeführte Kraft und machen das schlecht, was eigentlich großartig ist. Das ist menschlich, aber auch zutiefst unfair. Aktuell leidet die Hollywood-Produktion „After Earth“ immens darunter. Überall wird der Film zerrissen (ja, au...