Klassiker-Tipp der Woche "Die Reifeprüfung" (USA 1967)

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Mrs. Robinson: „Benjamin, I am not trying to seduce you.“
Benjamin: „I know that, but please, Mrs. Robinson, this is difficult…“
Mrs. Robinson: „Would you like me to seduce you?“
Benjamin: „What?“
Mrs. Robinson: „Is that what you’re trying to tell me?“
Benjamin: „I’m going home now. I apologize for what I said. I hope you can forget it, but I’m going home right now.“

Titel: ‚Die Reifeprüfung‘
Status: Lieblingsfilm.
Frage: Warum?
Antwort: Unbeschreiblich!

Ich werde stets, wenn ich das Wort „Plastik“ höre, an diesen Film denken müssen. Warum genau der Ausdruck „Plastik“ benutzt wird, das ist eigentlich egal, könnte auch jedes erdenkliche andere materialistische Gut sein. Es steht einzig und allein dafür, für was wir Menschen unser Leben verschwenden, an eine Ansammlung von Sachen, die uns letztendlich nichts einbringen werden. Geld, Karriere, Auszeichnungen, ein fettes Haus oder vielleicht doch ein Auto? Absolut egal, der 21-jährige Benjamin Braddock (Dustin Hoffman) erkennt darin zumindest nicht den Sinn seines Lebens.
So werden in ‚Die Reifeprüfung‘ auf grandiosem Wege Optimismus und Materialismus, zwei lebenswichtige Themen angesprochen. Dass dabei Simon & Garfunkels weltbekannte Songs, u.a. „Mrs. Robinson“ diese Stimmung, den fehlenden Optimismus in unserer Gesellschaft perfekt verdeutlichen, ist nur einer der vielen herausragenden Punkte dieses Films. Die Darsteller Dustin Hoffman, Katharine Ross und Anne Bancroft spielen souverän und lassen den Zuschauer emotional direkt am Geschehen teilnehmen. Die verlorene Jugend, die nichts mit ihrem Leben anzufangen weiss, wird von Dustin Hoffman verkörpert. Ebenso war dies der erste Film der ganz offen mit dem Thema Fremdgehen in der Ehe umging. So ist ‚Die Reifeprüfung‘ nicht nur ein Film, der mit seinem Humor, seinen Emotionen und seinen Dialogen überzeugt, sondern ebenso eine verdammt gelungene Studie und Gesellschaftssatire darstellt. Jede Szene ist grandios gefilmt und somit schafft es der Film, so gut wie nur wenige andere, im Gesamtbild nahezu die Perfektion zu erreichen. Sehr gut gefallen hat mir dabei, dass der Film nicht, wie viele andere, die Depri-Tour einschlägt, sondern einfach nur schön ist, ein schönes Meisterwerk, welches in seiner Bildkomposition und seiner Aussage einzigartig und zeitlos ist.

Fazit: Habt ihr schon mal die Erfahrung gemacht, dass Emotionen jegliche Logik sprengen können. Nein? Das nennt sich Optimusmus und falls ihr diesen in Vollendung sehen möchtet, dann schaut euch Mike Nichols Lebenswerk an!

„Ein Optimist ist jemand, der genau weiss, wie traurig die Welt sein kann, während ein Pessimist täglich neu zu dieser Erkenntnis gelangt.“ (Peter Ustinov)

Bewertung: 10/10 Sternen

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