Schlagwort: Philippe Paturel

Kritik: Crimes of the Future (CA/GR/FR 2022)
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Kritik: Crimes of the Future (CA/GR/FR 2022)

– gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 75. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – Surgery is the new sex. Mit seiner Partnerin Caprice (Léa Seydoux) zeigt Saul Tenser (Viggo Mortensen), ein prominenter Performancekünstler, öffentlich bei operativen Eingriffen die in seinem Körper selbstgenerierten neuen Organe. Timlin (Kristen Stewart), eine Ermittlerin des National Organ Registry, verfolgt obsessiv die Vorstellungen. Zuvor allerdings sehen wir erst einmal einen Jungen an einer Küste spielen, im Hintergrund liegt ein Kreuzfahrtschiff im Meer, ähnlich dem nach der Katastrophe der Costa Concordia vor zehn Jahren. Der Junge wird von seiner Mutter zurück ins Haus gerufen und schnell wird dem Zuschauer klar, dass mit ihm etwas überhaupt nicht stimmt. Und tatsächlich, der Junge kan...
Kurzfilm-Tipp: Der rote Ballon (FR 1956) | Poesie für Jung und Alt
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Kurzfilm-Tipp: Der rote Ballon (FR 1956) | Poesie für Jung und Alt

>> Mehr Kurzfilm-Tipps << Vielleicht ist dem einen oder anderen von euch der Junge mit dem roten Ballon am Ende von La La Land aufgefallen? Die Liebe des Regisseurs Damien Chazelle für Der rote Ballon ist nicht grundlos, immerhin hat der Kurzfilm aus dem Jahr 1956 einen besonderen Rekord aufgestellt und bietet obendrein zeitloses, poetisches Fantasy-Kino für die ganze Familie. Obwohl die Coming-of-Age-Geschichte mit ganz wenigen Dialogen auskommt, konnte Regisseur Albert Lamorisse den Oscar für das beste Originaldrehbuch gewinnen. Damit ist Der rote Ballon der bis heute einzige Kurzfilm, welcher einen Oscar außerhalb der Kurzfilm-Kategorie gewonnen hat, und mit seiner 34-minütigen Laufzeit auch der kürzeste Film, welcher mit einem Goldjungen in einer der bedeutendsten Ka...
Netflix-Kritik: Blond (USA 2022) – Ein Film, zwei Meinungen
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Netflix-Kritik: Blond (USA 2022) – Ein Film, zwei Meinungen

Watched by all, seen by none. Seit Blond am 8. September bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Weltpremiere feierte, drischt die Mehrheit des Publikums auf die neuste Arbeit von die Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford-Regisseur Andrew Dominik ein. Seit gestern (28. September 2022) ist das skandalöse Marilyn Monroe Biopic nun exklusiv im Netflix-Abo enthalten. Und mit dem Streaming-Start gibt es jetzt hier noch zwei Meinungen mehr, die für den Film in die Bresche springen. Für Philippe ist Blond schon jetzt einer der visionärsten, mutigsten Filme des noch jungen Jahrzehnts: So muss es sich damals wohl angefühlt haben, als man zu den wenigen gehört hat, die gewisse Skandalfilme von Stanley Kubrick, Pier Paolo Pasolini, Gaspar Noé, David Lynch u...
Aftersun – Kurzkritik & erster Trailer zum Cannes-Highlight
Aktuelle Filmnews, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Trailer

Aftersun – Kurzkritik & erster Trailer zum Cannes-Highlight

Die diesjährige Festivalsaison, startend mit dem Festival de Cannes im Mai, hatte einige erwartbare Highlights zu bieten. Doch eine der wirklich ganz großen cineastischen Überraschungen des Jahres ist Charlotte Wells' Coming-of-Age-Perle Aftersun, die an der Croisette im Rahmen der Semaine de la Critique Weltpremiere feierte. Ich hatte das Glück den Film bereits dort zu sehen - ohne Erwartungen, wie die meisten anderen, bin ich bereits in die Vorstellung um 8:30 Uhr gegangen und wurde jede einzelne Minute von diesem auf den ersten Blick unscheinbaren kleinen Vater-Tochter-Drama begeistert. Aftersun hat sich einen Platz in meinem Herzen erobert und wird definitiv in meiner Top 10 des Jahres erscheinen. Der Film dreht sich um die letzten Urlaubstage der elfjährigen Sophie (Frankie Corio) ...
Streaming-Tipp: Sherlock, Jr. (USA 1924)
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Streaming-Tipp: Sherlock, Jr. (USA 1924)

Romantik-Komödie von Buster Keaton mit Buster Keaton und Kathryn McGuire >> aktuell kostenfrei bei Amazon Prime* enthalten (Farbfassung) oder unten eingebettet die von mir bevorzuge Schwarz-Weiß-Fassung Say Mr. Detective, before you clean up any mysteries, clean up this theater! Um was es geht: Ein Filmvorführer (Buster Keaton), der sich danach sehnt, als Detektiv zu arbeiten, muss seine bescheidenen Fertigkeiten einsetzen, als er von einem Rivalen hereingelegt und beschuldigt wird, die Taschenuhr des Vaters seiner Freundin (Kathryn McGuire) gestohlen zu haben. Meine Meinung: Noch nicht ganz so vollendet wie der zwei Jahre später gedrehte Der General (ebenfalls von und mit Buster Keaton), doch sein Sherlock, Jr. beweist ebenfalls ganz wundervoll, warum "Der Mann, der niemals...
Kritik: Elvis (USA / AUS 2022) – Neu auf Blu-ray
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Kritik: Elvis (USA / AUS 2022) – Neu auf Blu-ray

– gesehen im Rahmen des 75. Festival de Cannes (außerhalb des Wettbewerbs) – Some people wanted to put me in jail because of the way I was moving. Der australische Regie-Exzentriker Baz Luhrmann meldet sich fast ein Jahrzehnt nach Der große Gatsby (2013) endlich mit einem neuen Film zurück. Endlich deswegen, weil ich ein Riesenfan von Baz Luhrmanns chaotischen, lauten, bunten sowie episch ausgerichteten Filmwelten bin. Selbst dem fast dreistündigen Kriegsdrama Australia (2008) konnte ich, im Gegensatz zu den meisten, etwas abgewinnen. Und wie zu erwarten, hat Baz Luhrmann erneut einen durch und durch stylischen Film gedreht, der die Gemüter ebenso wie sein bisheriges Schaffen, darunter ebenfalls der von mir verehrte Moulin Rouge! (für mich eines der besten Musicals aller Zeiten), s...
Kritik: Der Sinn des Lebens (GB 1983) – Neu in 4K
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Kritik: Der Sinn des Lebens (GB 1983) – Neu in 4K

Und was ist das? - Das ist Philosophie! - Ist das ein Sport? - Nein, es ist mehr ein Versuch einer Konstruktion einer lebensfähigen Hypothese, um den Sinn des Lebens zu erklären. Ein wirkliches Skurrilitäten-Kabinett à la Monty Python - man hätte die britische Komiker-Truppe 1983 sicherlich mal wieder (ich sage nur Die Ritter der Kokosnuß) für verrückt erklären können, aber im gleichen Maße muss man ihnen ihre Brillanz anerkennen. Nicht nur, dass sie einem zum Totlachen regelrecht auffordern - hinter all den Dialogen, dem Ideenreichtum und der Ausstattung steckt so viel mehr als die Frage "Was ist der Sinn des Lebens?". Darauf geben die Monty Pythons eine der zugleich kritischsten, witzigsten und nachdenklichsten Antworten der Filmgeschichte. Als Aneinanderreihung von Sketchen, wel...
Venedig 2022: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen
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Venedig 2022: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – A reminder of what can be achieved by those who take pain and turn it into truth. Der Gewinner des diesjährigen Goldenen Löwen steht fest. Und es durfte, wie schon in den vergangenen zwei Jahren (Audrey Diwan sowie Chloé Zhao),  vollkommen verdient und obwohl die Konkurrenz nicht ohne war eine Regisseurin den Hauptpreis entgegennehmen. Es ist allerdings gerade deshalb eine große Überraschung, dass All the Beauty and the Bloodshed ausgezeichnet wurde, weil es sich um eine Dokumentation handelt. Den Oscar für den besten Dokumentarfilm konnte Laura Poitras zwar bereits 2015 mit ihrem mit der Kamera festgehaltenen Treffen mit Edward Snowden (Citizenfour) gewinnen - auch heute noch absolut sehenswert! Doch mit All the Beauty ...
Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)
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Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – “I don’t give a FECK about Mozart!”  Filme, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt während man gleichzeitig Tränen verdrücken muss - das kommt euch bekannt vor? Klar, denn es ist immerhin von der neuen Regiearbeit Martin McDonaghs die Rede, dem wir die drei tragikomischen Glanzstücke Six Shooter (2004), Brügge sehen... und sterben? (2008) und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) zu verdanken haben. In The Banshees of Inisherin dreht sich alles um zwei Best Buddies, die Anfang der 1920er auf einer abgelegenen Insel vor der Westküste Irlands leben, deren Bewohner jedoch, abgesehen von fast täglichen Pub-Treffen, nicht viel in ihrer Freizeit zu tun haben. Ein stundenlanger Monolog über den hau...
Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)
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Venedig-Kritik: The Whale (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Fast zwölf Jahre ist es schon her, dass ich Darren Aronofskys Black Swan im Kino gesehen habe - ganz genau am 31. Dezember 2010. Etwas, was ich nie wieder machen sollte, denn der Film beschäftigte mich damals noch die ganze Nacht bis ins neue Jahr hinein. Aber dieses Erlebnis hatte sich wie kaum ein anderes gelohnt, zuvor hatte ich wirklich noch keine vergleichbare Stimmung bei einem Kinobesuch erlebt (es war die eine Vorabpremiere in Berlin, bevor Black Swan am 20. Januar 2011 offiziell in den deutschen Kinos gestartet ist). Diesem cineastischen Trip mit der bis heute unvergesslichen Schauspielleistung Natalie Portmans konnte in den letzten Jahren kaum ein anderes psychologisches Drama nur ansatzweise das Wasser reichen ...