Kritik: Laßt uns töten, Compañeros (IT 1970)

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Mein Preis ist der gleiche, ob für Studenten oder für Banditen.

Puff, peng, puff, peng, in Laßt uns töten, Companeros knallt es wirklich von Anfang an an allen Ecken und Enden. Das ist nicht nur verdammt unterhaltsam, sondern, wie für den italienischen Regisseur Sergio Corbucci typisch, mit einer politischen Note versehen. Franco Nero, Tomas Milian, Jack Palance, José Bódalo und Iris Berben, das ist schon ein verdammt beeindruckender Cast. Beeindruckend sind ebenfalls die spassigen Dialoge („alter Schwede“ beispielsweise ist noch heute ein gängiger Begriff), und an den vielen schönen Ideen und Alejandro Ulloas epischen Landschaftsaufnahmen kann man sich nicht satt sehen.

Trotzdem kommt der Film an Meisterwerke wie Leichen pflastern seinen Weg oder Django nicht ganz heran, denn dazu fehlt ihm die nötige Ernsthaftigkeit. Jedoch kann man Laßt uns töten, Compañeros wohl ohne Bedenken gemeinsam mit Silverado und The Good, The Bad, The Weird zu den unterhaltsamsten Western der Filmgeschichte zählen. Es gibt viel zu lachen, viel zu bestaunen, die Inszenierung ist aberwitzig und absolut cool. Dabei eröffnet Sergio Corbucci dem Zuschauer einen interessanten Ansatz für die Lösung des Revolutionsgedanken. War die Revolution für ihn in Il Mercenario – Der Gefürchtete noch zum Scheitern verurteilt, so steht er der Problematik nun sehr optimistisch und offenherzig gegenüber.

Die zwei Laufzeit von zwei Stunden hätte etwas gekürzt werden können, da sich immer wieder Langatmigkeit in das peppige Geschehen schleicht, ebenso können die Charaktere, trotz ihrer tollen Schauspieler, nie mit Genrelegenden wie Django, Locco oder Harmonica gleichziehen. Das macht aber gar nichts, denn Sergio Corbucci hatte das Genre bereits revolutioniert und dass er sich mit Laßt uns töten, Companeros mal so richtig austoben wollte, merkt man ab der ersten überdrehten Szene. Realismus? Egal. Hauptsache der Zuschauer hat seinen Spass.

Schnell baut der Zuschauer Sympathien mit den Figuren auf. Er möchte Teil des Abenteuers sein. Das ist die Stärke dieses Films, der, trotz des ein oder anderen Mankos, überragend und einmalig ist und 99% der heutigen Kurzweiler hinter sich lässt. Leidenschaftliches Erzählen, die Liebe zum Detail, Sergio Corbucci hat mich mal wieder voll überzeugt. Und wenn ihr zudem einen der besten Songs der Kinogeschichte, geschrieben vom Meister Ennio Morricone himself, hören möchtet, dann führt wohl kein Weg an dieser kleinen Westernperle vorbei.

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