Schlagwort: Al Pacino

Klassiker-Kritik: Der Pate 2 (USA 1974)
Amazon Prime, Drama, Kritiken

Klassiker-Kritik: Der Pate 2 (USA 1974)

Times are changing. Das beste Sequel zu einem der besten Filme aller Zeiten, das ist Der Pate 2, ein in jeder Hinsicht stimmiges Familiendrama über gesellschaftliche Werte wie Liebe und Freundschaft, Rücksicht und Anerkennung, Politik und Geschäfte und den Wandel, den diese Normen mit der Zeit vollziehen. Denkt man zurück an den Anfang von Der Pate, als Michael Corleone (Al Pacino) nichts von den Geschäften seines Vaters wissen und ein anständiges Leben führen wollte, so kann man am Ende von Der Pate 2 nur resümieren, dass Michael Corleone (Al Pacino) eine der tragischsten Figuren der Filmgeschichte ist. Um sein persönliches Desaster noch ausdrucksvoller und nervenaufreibender zu gestalten, stellte Francis Ford Coppola die beschwerliche Fortführung des Familiengeschäfts dem rasanten...
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"Im Auftrag des Teufels" (USA 1997) Kritik – Erfolg verführt. Ehrgeiz verblendet. Eitelkeit vernichtet. Erkenntnis kann die Hölle sein.

"Lieber in der Hölle regieren, als im Himmel zu dienen." Jeder Mensch hat vor bestimmten Dingen Angst. Seien es Spinnen, Hunde oder sonstiges Getier. Wobei sich diese Ängste eher als Phobien bezeichnen lassen und im extremsten Fall zu Panikattacken und langanhaltenden Angstzuständen führen, die die Person nicht loslassen wollen. Doch solche Phobien betreffen nicht jeden Menschen und machen nur bestimmten Personen das Leben schwer. Wenn man jedoch nach einer Sache fragt, die wirklich jedem Menschen Angst macht, dann würde man auf einen gemeinsamen Nenner bei der Aussage „Das Böse“ kommen. Aber was versteckt sich hinter diesem „Bösen?“ Sind es die Kriege, der Tod selbst oder die täglichen Verbrechen, die sich auf der ganzen Welt abspielen? Mit Sicherheit treffen diese Dinge für viele Men...
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Klassiker-Tipp der Woche "Hundstage" (USA 1975) Kritik – Al Pacino begeht ein Verbrechen aus Liebe

"Verhaltet euch ruhig und gelassen und wir werden aus der Sache rauskommen." Al Pacino hat in seiner Karriere nicht nur eine denkwürdige Performance abgeliefert, sondern gleich ein Dutzend. Vor allem in den 70er Jahren wurde er für so gut wie jede Rolle für einen internationalen Preis nominiert, oder konnte ihn im besten Fall sogar auch gewinnen. Das er heute nur noch ein grauer Schatten seiner strahlenden Jahre ist, hat inzwischen jeder Begriffen, und das er sich in grausigen Adam Sandler Filmen herumschlägt, schmerzt noch viel mehr, gerade im Anbetracht auf die ruhmreiche Zeit, in denen er sich mit Robert De Niro den Schauspielthron teilte. In dieser Glanzzeit arbeitete er zweimal mit dem Meisterregisseur Sidney Lumet zusammen, der aus ihm natürlich das Maximum herauskitzelte. 1973 fi...
Kritik: Scarface (US 1983) – Der Aufstieg und Fall des Tony Montana
Drama, Filme, Kritiken

Kritik: Scarface (US 1983) – Der Aufstieg und Fall des Tony Montana

I tell always the truth. Even when I lie. Brian de Palma war nie der Künstler, der allein mit seinem Namen die großen Publikumsmengen in die Kinos locken konnte. Nicht selten war der Mann aus New Jersey den Filmstudios sogar ein enervierender Dorn im Auge. Wenn wir uns jedoch retrospektiv der Karriere von Brian De Palma annehmen, dann dürfen wir zum einen feststellen, dass diese Animositäten nicht von ungefähr kommen, so expressiv Brian De Palma zum Teil mit den Grenzen des guten Geschmacks gespielt hat und wie oft  er jene auch überschritt. Zum anderen ist aber auch festzustellen, dass Brian De Palma nicht nur einen Klassiker in seinem Leben inszenierte, sondern eine ganze Bandbreite dieser vorzuweisen hat: Carrie, Blow Out, Die Unbestechlichen und sein kommerziell erfolgreichster ...
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"Donnie Brasco" (USA 1997) Kritik – Johnny Depp und Al Pacino im Sumpf der Mafia

"Ich habe immer Recht. Ein Mann der Familie hat immer Recht. Selbst wenn er Unrecht hat, hat er Recht." Jedes Jahrzehnt wirft immer wieder Filme über die berüchtigte Mafia heraus, die sich dann zu wahren Meilensteinen der Filmgeschichte mausern. Richtig Schwung und Glanz bekam das Genre mit Francis Ford Coppolas 'Der Pate' 1972, der auch heute noch zusammen mit 'Der Pate II' die Speerspitze bildet und seinen Rang nie verlieren wird. In den 80er Jahren lieferte Brian De Palma mit 'Scarface' und 'The Untouchables' zwei Glanzstücke ab und die 90er gehörten wohl Martin Scorsese, der mit 'GoodFellas' und 'Casino' ebenfalls zwei seiner größten Meisterwerke inszenierte. Das sind alles Filme, die wirklich jeder Fan kennt und liebt. Aber es gibt auch die unbekannteren Vertreter, die trotz große...
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"Cruising" (USA 1980) Kritik – Tolle Atmosphäre, lahme Story

"Es steckt eine Menge in mir, was du nicht weißt..." William Friedkin und Al Pacino machen zusammen einen Film. Das konnte ja eigentlich nur gut werden, so dachte man sich wegen der großen Namen 1980 jedenfalls, als sich der gemeinsame Thriller 'Cruising' ankündigte. Friedkin war längst ein namhafter Könner der Branche und hatte vorher mit 'Der Exorzist' und 'French Connection' zwei Meilensteine inszeniert. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an seinen neuen Film. Dazu noch der grandiose Charakterdarsteller Al Pacino, der sich mit 'Der Pate I' & 'Der Pate II', 'Serpico' oder 'Hundstage' in die Ewigkeit spielte. Schiefgehen konnte doch eigentlich nichts. Oh doch, und zwar so einiges. 'Cruising' ist mit Sicherheit kein schlechter Film, doch für die Verhältnisse eines William Friedk...
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"Serpico" (USA 1973) Kritik – Sidney Lumet zerpflückt die Polizei

"Ach Frank, seien wir doch mal ehrlich. Wer traut schon einem Cop der nicht bestechlich ist?" Sidney Lumet zählte seiner Zeit zu den ganz großen Regisseuren, der die Erwartungen immer auf ganz eigenen Wegen umging und sich den Konventionen des Publikums nie beugen wollte. Er war sein eigener Herr und die Filme waren 100% Lumet. Sein Debütfilm 'Die zwölf Geschworenen' mit Henry Fonda und Montgomery Clift gilt längst als ewiger Klassiker und einer der Jahrhundertfilme. Schaut man sich seine weitere Filmografie an, fallen Namen wie 'Hundstage' oder 'Network' auf, die sicher zu den besten Genre-Beiträgen überhaupt zählen. Doch dann gibt es da noch einen anderen Film von Lumet, der ebenfalls in die Filmgeschichte einging und auch heute noch zu den besten Polizistenfilmen überhaupt zählt: 'S...
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Klassiker-Tipp der Woche "Heat" (USA 1995) – Kampf der Giganten

"Du weißt nicht was hier läuft? Du hast Besuch vom Sensenmann!" 1995 war es soweit. Zwei absolute Größen des Filmgeschäftes standen endlich gemeinsam vor der Kamera. Zwar spielten Al Pacino und Robert De Niro schon in 'Der Pate 2' mit, hatten aber keine gemeinsame Szene. Michael Manns 'Heat' ist ein perfekt inszenierter Kampf der beiden Giganten. Die grandiose Kameraarbeit von Dante Spinotti, der starke Score von Elliot Goldenthal und das unterkühlte Blau, welches den ganzen Film durchzieht machen ihn zu einem visionären und optisch einmaligen Meisterwerk. Selten wurde ein Film so Stilsicher in Szene gesetzt. Die Besetzung ist die absolute Spitzenklasse und bis in die kleinsten Rollen blendend besetzt. Robert De Niro als Bandenchef Neil McCauly bringt wieder eine hervorragende Leistun...
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"Insomnia" (USA 2002) Kritik – Al Pacino im Nebel der Lügen

"Ein guter Cop kann nicht schlafen, weil ihm ein Teil des Puzzles fehlt und ein schlechter Cop kann nicht schlafen, weil sein Gewissen ihn plagt." Christopher Nolan standen nach seinem (überbewerteten) Erfolg mit 'Memento' alle Türen für sein neues Projekt offen und Nolan nutzte diese Möglichkeiten. Mit seinem tollen und eiskalten Psycho-Thriller 'Insomnia' von 2002 stellt er sein Können eindrucksvoll unter Beweis. Die kalten Töne aus 'Memento' sind geblieben, mit dem Unterschied, dass 'Insomnia' diese mit tollen Bildern der atemberaubenden Landschaft von Alaska in Verbindung bringen kann. So ist 'Insomnia' visuell direkt über jeden Zweifel erhaben. Der unaufdringliche, fast unscheinbar schleichende Score von David Julyan passt sich genau dem ruhigen Stil des Films an und macht ihn sch...
Klassiker-Tipp der Woche: Der Pate (USA 1972)
Drama, Filme, Kritiken

Klassiker-Tipp der Woche: Der Pate (USA 1972)

"In der großen, weiten Welt gibt es keinen besseren Film. Ende der Diskussion." Das wäre eine Möglichkeit dem größten Mafiadrama der Filmgeschichte gerecht zu werden. Das erklärt jedoch noch lange nicht, warum ich dieses Mammut-Werk als meinen Lieblingsfilm definiere. Denn er ist für mich viel mehr als nur DER beste Film aller Zeiten. Irgendwie muss sich Francis Ford Coppolas Vermächtnis in Worte fassen lassen, ohne dass Lobeshymnen die Oberhand gewinnen oder der Kommentar zu einer reinen Inhaltsangabe verkommt?! Verzweifelt suchte ich also nach einem Ausdruck oder einem Satz, der meinem Lieblingsfilm gerecht werden könnte. Gefunden habe ich keinen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie lange Coppola wohl an seiner Exposition hantiert haben muss, bis sie zu der meiner Meinung nach l...