Schlagwort: Drama

Filmkritiken

"The Deep Blue Sea" (GB/US 2012) Kritik – Rachel Weisz gefangen zwischen Liebe und Schmerz

"Let me give you a case: Jack and Jill. Jack loves Jill. Jill loves Jack. But Jack doesn't love Jill in the same way. Jack never asked to be loved." - "And what about Jill?" - "That's Jill's hard luck!" Die Liebe ist nicht nur in der Realität ein ständiges Thema für den Menschen, sondern auch der Film beschäftigt sich in aller Regelmäßigkeit mit der berauschenden Emotion, die jede noch so schwere Kette sprengen kann. Gerade erst hat es Michael Hanekes Cannes-Erfolg "Liebe" in die Kinos geschafft und wir als Zuschauer dürfen wieder darüber philosophieren, wo der wahre Wert der Liebe liegt, wie wir ihn erreichen und für immer schützen können. Inzwischen wissen wir auch, denn das Leben und der Film hat es uns bereits unzählige Male erklärt, dass die Liebe nicht immer mit schönen und erfüll...
Filmkritiken

"Auf der anderen Seite" (DE/TR 2007) Kritik – Fatih Akins Ballade über Leben und Tod

"Woher wussten Sie eigentlich, dass ich es bin?" – "Sie sind die traurigste Person in diesem Raum." Es kann für ein Kind eigentlich nur von Vorteil sein, wenn man eine zweisprachige Erziehung genießen konnte, denn so werden nicht nur in bestimmten Fällen die Sprachbarrieren durchbrochen und man kann sich auch in Urlaubsländern ohne Probleme verständigen. Auf der anderen Seite hat es natürlich auch in der Schule einen Vorteil, wenn man ein Fach für Fremdsprachen belegt hat und seine Kenntnisse ohne Sorgen ausspielen kann, auch wenn sprachlich und grammatikalisch zwei ganz verschiedene Dinge sind. Doch nicht nur in diesen Punkten kann es von Nützlichkeit sein, dass man mehrere Sprache beherrscht, sondern auch im Filmbereich kann es so manche Effizienz haben. Allerdings sollte man nicht nu...
Filmkritiken

"Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt" (USA 2012) Kritik – Steve Carrell gesteht Keira Knightley seine Liebe

"We're all fucked, Bob." Das Ende der Menschheit naht. Zumindest für all diejenigen, die immer noch daran glauben, dass am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen wird. Die Majas haben es prophezeit, und sogar Nostradamus hat für die nächsten Jahre den globalen Untergang prognostiziert. Diesen Mythen nimmt sich "Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt" glücklicherweise nicht an. Stattdessen wird das Ende zu spät festgestellt. Der Weltuntergang ist somit unausweichlich. 21 Tage bleiben der Menschheit noch. Zeit genug für Dodge (Steve Carrell) und Penny (Keira Knightley) nach ihren gescheiterten Beziehungen nach dem Richtigen zu suchen, um den Weltuntergang nicht alleine verbringen zu müssen. So finden die beiden Nachbarn, die bisher nicht ein Wort miteinander geredet hab...
Filmkritiken

"Fair Game" (USA 2010) Kritik – Sean Penn und Naomi Watts zwischen den Fronten

"Bei uns zuhause haben wir eine Regel: Keine Politik am Tisch." Wenn ein bestimmter Regisseur oder Schauspieler in seiner Karriere einen mehr oder weniger großen Hit gelandet hat, dann kann es sein, dass dieser Filmemacher einen leichten Hang dazu hat, sein bewährtes Erfolgskonzept noch einmal zu kopieren oder in einem neuen Wortlaut zu wiederholen. Ob man das nun gut oder schlecht finden soll, ist jedem Menschen selber überlassen, denn der eigene Eindruck und die Meinung stehen doch letztlich über allem. Dieses „Wiederholen“ kann allerdings auch zu einem Problem werden, was man in letzter Zeit wohl vor allem bei Johnny Depp sieht, der auf seiner Captain Jack Sparrow Darstellung hängengeblieben ist und den torkelnden Piraten immer wieder in anderen Film raushängen lässt. Auch Filmemache...
Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Achteinhalb" (IT/FR 1963) Kritik – Fellinis meisterhafte Selbstreflexion

"Die ganze Geschichte könnte hier enden." Der italienische Neorealismus stand für den filmischen Aufschwung im stiefelförmigen Land. Seinen Ursprung konnte die Epoche aus dem Mussolini Faschismus ziehen und namenhafte italienische Regisseure wie Roberto Rossellini, Luchino Visconti oder Vittorio De Sico, wollten sich mit ihren Werken gegen den Faschismus auflehnen und das wahre Gesicht wie die Folgen des Diktators zeigen. Es wurde auf puren Realismus gepocht, keine Studios, keine gesellschaftliche Verlogenheit und die Schauspieler waren zumeist Laien, die in ihrem eigentlichen Leben selber Leidende dieser Zeit waren. Das wichtigste Gesicht der italienischen Filmgeschichte war jedoch Federico Fellini, der immer gerne in die Sparte des Neorealismus geschoben wird, seine Filme aber nie wir...
Filmkritiken

"Gegen die Wand" (DE 2004) Kritik – Ungewollte Liebe zwischen Selbstzerstörung und Selbstfindung

"Ich will leben, ich will tanzen, ich will ficken. Und nicht nur mit einem Typen. Verstehst du mich?" - "Ich bin ja nicht taub." Verlieben, verloben und heiraten. Das sind die drei oberflächlichen Bereiche, die eine ehrliche Beziehung ausmachen sollten. Eine Bindung, die im „besten“ Fall nur durch den altersbedingten und ruhigen Tod beendet wird, auch wenn das eine ziemlich romantisierte Sichtweise ist, die heutzutage eindeutig vom Aussterben bedroht ist. Es gibt allerdings auch Ehen, die nicht aus Liebe eingegangen werden, sondern wegen des Geldes, der Akzeptanz oder weil man flüchten möchte. Die Flucht vor der Familie und die Flucht vor sich selbst. Ein solchen Thema nahm sich auch der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin an, der Zeit seines Lebens in Hamburg verbracht hat und sei...
Filmkritiken

"Der Club der toten Dichter" (USA 1989) Kritik – Der wahre Wert des Lebens

"Das Mark des Lebens in sich aufnehmen heißt nicht, am Knochen zu ersticken" Wer sich für die Poesie und Lyrik interessiert und auch einen Faible für diese literarischen oder sprachlichen Bereichen hat, der wird zugeben, dass es kaum etwas schöneres gibt, als sich in den Wort- und Satzkreationen vergangener wie moderner Poeten zu verlieren und gleichermaßen zu schwelgen. Ob stille Dramen oder große Epen, die Literatur eröffnet uns ganze poetische wie lyrische Welten der Grenzenlosigkeit, voller Romantik und Schönheit. Doch nicht nur in Schreibform auf Papier ist Poesie und Lyrik reizvoll, sondern auch auf Zelluloid gebrannt und in den großen Lichtspielhäusern kann man Filme über diese wunderbaren Dinge erleben, in dem sich Regisseure in ihrer ganz eigenen visuellen oder erzählerischen P...
Filmkritiken

"Elephant" (USA 2003) Kritik – Kontrollverlust in der Alltäglichkeit

"Hier ist gleich die Hölle los." Immer wieder wird die Welt durch neue und unvorhergesehene Amokläufe in den verschiedensten Ländern erschüttert. Menschen verschiedensten Alters, vom Schüler bis zum erfolgreichen Geschäftsmann, greifen zur Waffe und verwandelt einen belieben Ort in wenigen Minuten in einen Platz von Blut und Schrecken. Familien werden zerstört, Menschen bis an ihr Lebensende traumatisiert und der Ort des Geschehens, wird für die Ewigkeit mit den grauenhaften Vorfällen in Verbindung gebracht werden. Man denke nur an die Amokläufe von Erfurt, Littleton, Utøya und zuletzt in Aurora, in dem der 24jährige James Holmes bei der "The Dark Knight Rises"-Premiere ein Kino gnadenlos stürmte. Sind Filme über so ein brisantes, aktuelles und schockierendes Thema nun von Nöten, oder e...
Filmkritiken

"Ken Park" (FR/NL/US 2002) Kritik – Sexualität als letzter Halt vor dem Fall

"Wenn du ihn liebst, wieso lässt du dich dann von mir ficken?" - "Vielleicht weil ich dich mag."  Wie weit darf ein Regisseur in Sachen Gewalt und sexueller Freizügigkeit gehen? Wann durchbricht ein Filmemacher die Grenze der plumpen Provokation und bis zu welchem Punkt ist diese physische Offenheit noch ein förderndes Mittel, um die Geschichte produktiv anzutreiben? Darf man ohne Scheu Geschlechtsorgane in die Kamera halten? Womöglich auch in Nahaufnahme und sogar im Fall der Fälle von Jugendlichen? Schnell werden Regisseure und deren Projekte als aufgeblasen, pervers und provokativ betitelt, wenn sie einige Schritte weitergehen, als konventionelle Standardwerke. Richtig ist das natürlich nicht, doch es gibt einfach diesen Spagat, den jeder für sich selber meistern muss und ganz allein en...
Filmkritiken, Kurzfilme

Kurzfilm "Zombie in a Penguin Suit" (USA 2011) Kritik – Der einsame Gang eines Untoten

Zombies sollten inzwischen jedem Menschen, ob Filmfanatiker und treuer Horrorfan, oder normaler Gelegenheitsgucker und Freizeitzapper, ein Begriff sein. Jeder hat schon mal in seinem Leben von den schlurfenden Untoten gehört, die zumeist durch einen bestimmten Virus infiziert worden sind und sich von nun an auf die Jagd nach menschlichen Fleisch begeben und am liebsten das saftige Gehirn bevorzugen. Auf die Idee, einen dieser berüchtigten Zombiefilme aber einmal vollständig aus der Sicht eines Zombies zudrehen, die man fälschlicherweise nicht mit Infizierten verwechseln sollte, wie uns Danny Boyle mit "28 Days Later" zeigte, kam noch kein Regisseur, weder George A. Romero, noch Lucio Fulci. Chris Russell setzte diese tolle Idee 2011 mit seinem Kurzfilm "Zombie in a Penguin Suit" jedoch in ...