Schlagwort: Drama

Filmkritiken

"The Way Back" (USA 2010) Kritik – Der Marsch in die Freiheit

"Wenn du abhauen willst, dann bin ich dabei." Der australische Filmemacher Peter Weir ist nicht nur ein interessanter Regisseur, der in Hollywood seine Kreise zieht, sondern auch ein wahrer Könner, der in der Vergangenheit schon so manchen fantastischen Streich abgeliefert hat. Zu seinen großen Werken zählen Sachen wie "Der einzige Zeuge" mit Harrison Ford, "Der Club der toten Dichter" mit Robin Williams, "Die Truman Sho"w, in dem Weir Jim Carrey die Möglichkeit gab, sich endlich in einer ernsteren Rolle zu beweisen und das grandiose Seefahrer-Abenteuer "Master & Commander" mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Weirs inszenatorisches Verständnis kann sich in den verschiedensten Bereichen offenbaren, denn der Australier versteht es nicht nur, eine Atmosphäre entstehen zu lassen und diese ...
Filmkritiken

"Tödliche Entscheidung" (USA 2007) Kritik – Sidney Lumet verabschiedet sich mit einem meisterhaften Knall

"May you be in heaven half an hour, before the devil knows you're dead. Am 9. April 2011 wurde die Filmwelt von tiefer Trauer und Bestürzung überdeckt, denn eine der großen Regielegenden der Geschichte unterlag ihrem Lymphdrüsenkrebs und starb im stolzen Alter von 86 Jahren. Die Rede vom unvergesslichen Sidney Lumet, der uns einige unsterbliche Klassiker schenkte und immer ein Teil des Filmes bleiben wird, auch nach seinem Tod. Zu seinen großen Meisterwerken zählt sein Debütfilm "Die zwölf Geschworenen", das Polizisten-Drama "Serpico", das Drama "Hundstage" und der Polit-Thriller "Network". Wer diese Filme gesehen hat, der wird wohl bedingungslos zustimmen, dass Lumet sein Handwerk exzellent verstand und sich nie vor kritischen Themen gescheut hat. Lumet konnte gesellschaftlichen Proble...
Filmkritiken

"Magic Mike" (USA 2012) Kritik – Channing Tatum lässt die Hüllen fallen

"You're a fuckin stripper?" Wenn man nach den größten Wünschen der Menschen fragt, dann hört man natürlich zuerst Dinge wie Gesundheit und Zufriedenheit, für sich, die Familie und alle Freunde. An nächster Stelle kommt jedoch schon das Geld. Daran ist natürlich nichts verwerflich, denn wenn man in seinem Leben früh ausgesorgt hat und mit keinerlei Geldsorgen leben muss, dann trägt das auch nochmal einen Teil zur eigenen Zufriedenheit bei. Wenn man sich jedoch zum Ziel setzt, den berühmten amerikanischen Traum zu seinem eigenen Traum zu machen und es vom Nobody zum mächtigen Millionär zu schaffen, dann findet man sich schnell auf dem harten Asphalt der Realität wieder. Wie oft wir diese Geschichte im Kino schon vorgesetzt bekamen, ist wohl kaum noch zu zählen, denn denken wir nur an "Sca...
Filmkritiken

"District 9" (NZ/USA 2009) Kritik – Auf der Flucht vor Veränderungen

"Was ist dein Geheimnis?" Aliens, Raumschiffe und fremde Planeten. All diese Dinge zählen zum Genre der Science-Fiction, einem der beliebtesten Themen der Filmgeschichte, das jährlich unzählige neue Vertreter bekommt, zuletzt erst mit Ridley Scotts "Prometheus", in dem der Regisseur auf die Frage nach dem Ursprung des Menschen einging. Aber wenn man sich das Sci-Fi-Genre etwas genauer anguckt, dann vermisst man doch irgendwie die richtigen Klassiker und Meilensteine, die sich nicht nur als laues Lüftchen erweisen, sondern sich in den Köpfen der Zuschauer verankern und irgendwann einen unantastbaren Status in der Filmwelt genießen dürfen. Filme von einem Kaliber wie "Krieg der Sterne", "Blade Runner", "Alien" und "Planet der Affen" werden schmerzlich vermisst, auch wenn sich die goldenen...
Filmkritiken

"Brothers" (USA 2009) Kritik – Wenn der Abschied zum Neuanfang wird

"Ich fühle nichts." Krieg kann sich an den verschiedensten Orten abspielen und doch lassen sich diese Orte in jedem einzelnen Krieg wiederfinden. Es gibt den Krieg im Kopf, der die Gedanken vergiftet und immer wieder an sich reißt, und den Krieg an der Front, mitten im Geschehen, dort wo du dem „Feind“ direkt in die Augen blicken kannst und mit ansehen musst, wie das letzte bisschen Menschlichkeit aus ihm getrieben wird. Jeder dieser Kriege spielt sich, egal wo man ist, immer in der Seele des Menschen ab und diesen Krieg wird der Mensch nie wieder aus der Seele vertreiben können, genau wie man die Narben dieser Zeit nie verdecken wird und immer sichtbar trägt, bedeutender als jede Medaille und schwerer als jeder Felsen. Doch diese Tatsachen sind uns nicht mehr neu und als Zuschauer, in ...
Filmkritiken

"Der Bomber" (RU 2011) Kritik – Nichts Neues von der Front

"Ihr Deutschen solltet jetzt besser Angst haben!" Russland ist nicht nur flächenmäßig das größte Land auf dem Erdball, in das man Deutschland wie einen Krümel unscheinbar verschwinden lassen könnte, sondern auch ein interessantes Exportland für Filme, das es jedoch noch nie leicht hatte, seine Filme auf dem Globus bekannt zu machen und ein wirklich breites Publikum von der sicher vorhandenen Qualität zu überzeugen. Zur Zeit der Sowjetunion machte der Name Andrei Tarkovsky die Runde, der mit seiner unvergleichlichen und ebenso visionären Art die Cineasten und Kritiker begeisterte, gerade durch seine Werke "Stalker" und "Solaris", die auch heute noch einen unantastbaren Status als Jahrhundertfilme genießen. Zuletzt war es die "Wächter"-Trilogie, die sich nicht nur zum Bestseller mauserte ...
Filmkritiken

"Biutiful" (ES/MX 2010) Kritik – Javier Bardem zwischen Schmerz und Verantwortung

"Vergiss mich nicht, mein Liebling, bitte…" Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu ist schon ein ganz besonderer Fall von Filmemacher. Drei Werke hat er in die Filmwelt hinausgeschickt, seine ganz eigene Todes-Trilogie, die zwar ineinander nicht verknüpft sind, aber sich alle um die Themen Leben und Tod kümmern. Angefangen mit dem meisterhaften Debüt "Amores Perros", in dem Iñárritu verschiedene Schicksale in Verbindung mit Hunden gebracht hat und dem Publikum gleich deutlich machte, dass er kein Regisseur der verlogenen und unklaren Worte ist. Sein zweiter Film "21 Gramm" wurde dann mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die einen erkannten nur pseudo-intellektuelles Todesgeschwafel im Mantel der Scheinkomplexität. Für andere war "21 Gramm" ein pessimistischer Fausthieb ...
Kritik: Romeo + Julia (USA 1996) – William Shakespeare in modernem Gewand
Drama, Filmkritiken

Kritik: Romeo + Julia (USA 1996) – William Shakespeare in modernem Gewand

Um Hass geht es hier, doch mehr um Liebe noch. Zänkische Liebe, Liebe voller Hass, du alles aus dem nichts zuerst erschaffen. Oh schwere Leichtigkeit. Oh ärmste Tändelei. Entstelltes Chaos, scheinbar wohlgeformt. Wenn man sich mit den prägendsten und bekanntesten Personen der Weltliteratur beschäftigten will, dann stößt man auf die üblich Verdächtigen, was in diesem Fall jedoch in keiner Weise negativ gemeint ist, denn hier besteht die Ausnahme, das Popularität wirklich gleichbedeutend mit Qualität ist. Wir sprechen also von Menschen wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Lord Byron, Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire und John Keats. Männer, deren Ruf als Dramatiker, Philosophen, Lyriker, Dichter, Denker oder ganz einfach Autoren auf der ganzen Welt zu Recht bekannt ist. Jed...
Filmkritiken

"All Beauty Must Die" (USA 2010) Kritik – Ryan Gosling wird zum femininen Psychopathen

"Sie kennt dich noch nicht." Wahre Fälle haben in der Filmwelt ihren ganz eigenen Reiz, ganz besonders die Fälle, die nie wirklich aufgeklärt wurden und als ungelöster Kriminalfall in die Geschichte eingehen. Das beste Beispiel ist der berühmte Zodiac-Fall, auf den David Fincher 2004 im gleichnamigen Meisterwerk einging. Es ist einfach interessant, seine eigenen Gedanken und Spekulationen in ein Thema einzumischen, welche vielleicht sogar in die richtige Richtung weisen, oder einfach nur einen passenden neuen Denkansatz geben, um einen längst zu den Akten gelegten Fall wiederaufleben zu lassen, wobei sich viele Regisseure bei einer solchen Thematik gerne in dem Satz „basierend auf einer wahren Geschichte“ verrennen und genügend Zuschauer an der Nase herumführen. 2010 nahm sich aber auch...
Filmkritiken

"Blow" (USA 2001) Kritik – Johnny Depp wird zum Drogenbaron

"Die toxische Dosis für Menschen, liegt zwischen 1 und 1 1/2 Gramm Kokain, abhängig vom Körpergewicht. Ich konsumierte durchschnittlich fünf Gramm pro Tag, vielleicht mehr...Es gab Zeiten da hab ich 10 Gramm in 10 Minuten gezogen" Der Aufstieg und der darauffolgende Fall wurden in der Filmwelt schon so manches Mal durchgekaut und ab und an entnervt ausgespuckt. Das berühmteste Beispiel für einen solchen Film ist an erste Stelle natürlich ganz klar Brian De Palams unantastbarer Klassiker "Scarface" aus dem Jahre 1981, welcher das Leben von der fiktiven Drogenlegende Tony Montana zeigt und dabei den Thronbezug und den ehrenlosen Fall dokumentiert. Dann wären da natürlich noch "GoodFellas", "American Gangster" und die auch "Der Pate"-Trilogie zählt dazu, wenn man sich den Werdegang von Mic...