Schlagwort: Javier Bardem

Cannes 2018: Die ersten Tage (u.a. mit Everybody Knows, Wildlife & Sorry Angel)
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Cannes 2018: Die ersten Tage (u.a. mit Everybody Knows, Wildlife & Sorry Angel)

Lange Schlangen, streikende Züge und enge Straßen voller Menschen: Cannes kann schon hässlich sein. Und doch, wenn man es das erste mal zum prestigeträchtigsten Filmfestival der Welt geschafft hat, ist alles irgendwie halb so schlimm. Dann macht selbst Anstehen ein wenig Spaß, da man derweil z.B. die unzähligen Menschen in fescher Abendgarderobe beobachten kann, die mit Pappschildern um Einladungen für die großen Gala-Premieren betteln. Klasse ist in Cannes das Stichwort. Mir geht es hier nur bedingt besser, denn als Neuling bin ich Träger einer gelben Akkreditierung (#Yellowbadger). Die Presse-Akkreditierungen teilen sich in fünf Klassen. Ganz oben stehen die Weißen (eine bewusste Farbwahl?). Dann kommen die Pinken mit gelbem Punkt, danach die normalen Pinken, die Blauen und zu guter Le...
Kritik: Pirates Of The Caribbean 5: Salazars Rache (USA 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Pirates Of The Caribbean 5: Salazars Rache (USA 2017)

Guillotine? Sounds French. I love the French! Und ewig segelt die Black Pearl: Nach Pirates Of The Caribbean 4: Fremde Gezeiten war es lange Zeit ruhig um Disneys ehemaliges Box-Office-Flagschiff. Sechs Jahre später nimmt das Franchise wieder Fahrt auf, wozu auch der katastrophale Niedergang Johnny Depps beigetragen haben dürfte, der in der Rolle des extrovertierten Piratenkapitäns Jack Sparrow seine (zumindest in finanzieller Hinsicht) goldenen Zeiten erlebte. Der Schauspieler braucht inzwischen dringend einen neuen Erfolgsfilm, denn in der Post-Fluch-der-Karibik-Ära hat Johnny Depp ein schlechtes Händchen in seiner Rollenauswahl bewiesen. Box-Office-Gurken wie Gore Verbinskis Western-Actionkomödie Lone Ranger, der spannungsarme Sci-Fi-Thriller Transcendence oder die Detektiv-Groteske ...
Kritik: The Gunman (USA 2015)
Filme, Kritiken

Kritik: The Gunman (USA 2015)

You did your part, I did mine. We all find a way to justify it. Unter dem neumodischen Begriff „Geriaction“ versteht man die Art von Action-Filmen, die sich durch ihr durchaus in die Jahre gekommenes Zugpferd auszeichnen: „96 Hours“ gab 2008 dafür den Startschuss und ließ Liam Neeson unter der Ägide von Pierre Morel als vor Wut schäumenden Berserker durch Frankreichs Hauptstadt meucheln. Diesem kommerziell äußerst ergiebigen Feldzug folgten Mel Gibson („Auftrag Rache“), Denzel Washington („The Equalizer“) und auch Michael Caine (Harry Brown), wenngleich nicht mit dem selben Box-Office-Renommee, aber grundsätzlich immer noch so ansprechend, dass man den gestandenen Darstellern gerne dabei zusieht, wie sie sich ebenfalls als Ein-Mann-Armee profilieren wollen. Ist es im Kontext dieser ...
Kritiken

"The Counselor" (GB/US 2013) Kritik – Michael Fassbender möchte mit den großen Jungs spielen

Autor: Pascal Reis "I'm pretty skeptical about the goodness of the good. I think that if you ransacked the archives of the redeemed you would uncover tales of moral squalor quite beyond the merely appalling." Erwähnt man Cormac McCarthy in literarischen Fachkreisen, so zucken die Anwesenden, vornehmlich amerikanischer Natur, bereits vor der Aussprache der letzte Silbe seines Namens ehrfürchtig zusammen und verfallen in nachfolgenden Diskussionen in tranceartige Heiligsprechungen des Mannes. McCarthy, seines Zeichens Gewinner des renommierten Pulitzer-Preises und adaptierter Vorlagengeber für „The Road“ mit Viggo Mortensen und das Meisterwerk der Coen-Brüder „No Country for Old Men“, ist ohne Zweifel echtes Kulturgut der Stars and Stripes-Nation, sein Können hingegen steht auch auf dem gl...
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: To The Wonder (USA 2012)

Autor: Conrad Mildner "You gathered me up from earth. You've brought me back to life." Urplötzlich befindet sich Olga Kurylenkos Figur Marina wieder an der französischen Küste am Mont-Saint-Michel. Sie ist allein, dreht sich um und ein warmes Licht strahlt in ihr Gesicht. Es ist die letzte Szene in Terrence Malicks neuem Film „To The Wonder“, wenn man hier überhaupt noch von „Szenen“ sprechen kann. Eine Szene definiert sich bekanntlich durch die Einheit von Raum, Zeit und Personen. In Malicks Film gibt es solch eine Einheit nicht, jedenfalls nicht im Kontext mehrerer Kameraeinstellungen und schon gar nicht im bewussten Verlauf einer Geschichte. Chronologie existiert höchstens im eigenen Kinosessel. Auf der Leinwand sind dagegen Zeitreisen angesagt und so verliert Marinas Schlussbild jegl...
Kritik: James Bond 007: Skyfall (GB 2012) – Sein Hobby ist Auferstehung
Action, Filme, Kritiken

Kritik: James Bond 007: Skyfall (GB 2012) – Sein Hobby ist Auferstehung

England... MI6... so old-fashioned! James Bond ist sichtbar älter, zerbrechlicher und nachdenklicher geworden. Nach seinem eiskalten Rachefeldzug im eher bescheidenen Quantum Of Solace, in dem der Franzose Mathieu Amalric Daniel Craig das Leben schwer machte, wird nun der MI6 und damit einhergehend Großbritannien von Cyber-Terroristen bedroht. Schneller als der Blitz erscheint James Bond (Daniel Craig), der vom MI6 eigentlich für tot erklärt wurde, auf dem Dienstplan, um dieses Mal die Vernichtung des MI6 abzuwenden. Was in einer unglaublich virtuos inszenierten Verfolgungsjagd seinen Anfang nimmt, entwickelt sich schnell zu einem bedrohlichen, sehr realen Thriller, der auf so viel Drama und Düsternis setzt wie kein Bond-Film zuvor. An die Klasse von Casino Royale kann Qualitätsgara...
Videos

Neuer Videoblog zu James Bond Skyfall – Ein Blick hinter die Kulissen

Die offizielle Bond-Webseite 007.com hat ein Hintergrundvideo zum neuen James Bond Skyfall veröffentlicht. Liegt es an Mastermind Sam Mendes, dass London hier so cineastisch-fantastisch aussieht? In dem rund 1:40 langen Video kommen sowohl Regisseur Sam Mendes, als auch Daniel Craig und Judi Dench zu Wort. Sie erklären, worauf es ihnen beim Dreh ankam, um London richtig einzufangen. Skyfall kommt am 1. November ins Kino.
Kritiken

"Biutiful" (ES/MX 2010) Kritik – Javier Bardem zwischen Schmerz und Verantwortung

"Vergiss mich nicht, mein Liebling, bitte…" Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu ist schon ein ganz besonderer Fall von Filmemacher. Drei Werke hat er in die Filmwelt hinausgeschickt, seine ganz eigene Todes-Trilogie, die zwar ineinander nicht verknüpft sind, aber sich alle um die Themen Leben und Tod kümmern. Angefangen mit dem meisterhaften Debüt "Amores Perros", in dem Iñárritu verschiedene Schicksale in Verbindung mit Hunden gebracht hat und dem Publikum gleich deutlich machte, dass er kein Regisseur der verlogenen und unklaren Worte ist. Sein zweiter Film "21 Gramm" wurde dann mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die einen erkannten nur pseudo-intellektuelles Todesgeschwafel im Mantel der Scheinkomplexität. Für andere war "21 Gramm" ein pessimistischer Fausthieb ...
Kritiken

"Das Meer in mir" (ES/FR/IT 2004) Kritik – Ins Meer hinein, ins Meer, in seine schwerelose Tiefe

"Wenn man nicht entkommen kann und vollkommen von anderen abhängig ist, dann lernt man, lachend zu weinen." Wenn man sich europäische Länder herauspickt, von denen man immer wieder beachtenswerte filmische Qualität geboten bekommt, dann sind mit Sicherheit Dänemark, Frankreich und auch Schweden äußerst gefragt. Wobei man natürlich sagen muss, das Frankreich und Schweden schon immer hochwertiges Material abgeliefert haben, wenn man an Namen wie Jean-Pierre Melville oder Ingmar Bergman denkt, die sich schnell zu weltweiten Legenden gemacht haben und ihre Filme mit unvergleichlicher Führung inszenierten. Aber es gibt noch ein anderes Land, eines der beliebtesten südlichen Urlaubsziele, gerade durch die Insel Mallorca und das Verhalten am Ballermann jedem bekannt. Die Rede ist natürlich vo...
Kritik: No Country For Old Men (USA 2007)
Coen Brüder, Filme, Kritiken, Regisseure, Thriller, Western

Kritik: No Country For Old Men (USA 2007)

Llewelyn Moss: If I don't come back, tell mother I love her. Carla Jean Moss: Your mother's dead, Llewelyn. Llewelyn Moss: Well then I'll tell her myself. Stell dir vor, du spazierst durch eine staubtrockene Wüste irgendwo im Niemandsland von Texas und du stößt zufällig auf eine Horde toter Mexikaner. Das Resultat einer misslungenen Drogenübergabe oder was mag wohl der Grund sein. Und schließlich stolperst du über einen Koffer gefüllt mit zwei Millionen Dollar. Würdest du ihn einfach dort liegen lassen oder ein Risiko eingehen und ihn mit nach Hause nehmen? Diesen und anderen Fragen gehen die Gebrüder Coen in ihrem düsteren Neo-Western-Thriller-Meisterwerk No Country For Old Men auf die Spur. Basierend auf dem Roman von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy (The Road), erzählt der Fil...