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Kritik zu „Paper Tiger“: Was für eine Welt ist das?
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Thriller

Kritik zu „Paper Tiger“: Was für eine Welt ist das?

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Was für eine Welt ist das? - Paper Tiger von James Gray Im Werk vom amerikanischen Regisseur James Gray scheint stets ein Motiv zu schlummern: Die menschliche Existenz,  gefangen in einem Raum aus Widerständen. Sei es in The Immigrant, Die versunkene Stadt Z oder Ad Astra, stets sind es Geschichten, in denen die Narrative immer wieder zum stocken kommen. Es mag daran liegen, dass die Figuren in jenen Werken große Ziele verfolgen und dementsprechend auch große Schritte in die entferntesten Winkel der Erde oder in die Tiefen des Universums bestreiten. Nun liefert Gray auf den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes sein neues Werk Paper Tiger ab und setzt dieses Motiv ins New York zur Zeit des...
Kritik zu „Species“: Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich?
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Französischer Film, Horror

Kritik zu „Species“: Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich?

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich: Species von Marion Le Corroller Wer kennt es nicht: Man geht zu einer Fastfood-Kette, bestellt einen Burger und bekommt plötzlich gesagt, das Produkt sei nicht mehr verfügbar – es gab ihn nur für einen kurzen Zeitraum. Oder noch schlimmer: Es gibt diesen Burger nur im Frühstücksmenü und er kann nach 12 Uhr nicht mehr verkauft werden. Seit 33 Jahren hat sich jene Prämisse, die sich der „Der Kunde ist König“-Mentalität entgegenstellt, nicht geändert. 33 Jahre deswegen, weil 1993 die bissige Satire Falling Down – Ein ganz normaler Tag in die Kinos kam und bis heute eine der ikonischsten Filmszenen in dieser Hinsicht bietet. Während Michael Douglas al...
Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Festival de Cannes, Filmkritiken, Horror, Komödie

Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?

Kritik von Michael Gasch  – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Ein neuer Slasher-Klassiker: Teenage Sex and Death at Camp Miasma von Jane Schoenbrun Unter den US-amerikanischen Regisseuren des modernen Kinos gibt es zwei, die schon seit Jahren vereinzelt immer wieder durchscheinen. Programmatisch geht es in den Werken von David Robert Mitchell (It Follows, Under the Silver Lake) und Jane Schoenbrun (zuletzt I Saw the TV Glow) um etwas nicht ganz Greifbares in der menschlichen Kultur. Es ist, als würde sie irgendwie über uns stehen – gemeint ist symbolisch die gesamte globalisierte Welt, wird sie doch am meisten von amerikanischer Soft Power geprägt. Nicht etwa ein Produkt des Menschen ist sie, sondern eine eigene und pulsierende Entität, welche von ein...
„The Electric Kiss“: Kritik zum Cannes-Eröffnungsfilm
Aktuelle Filmnews, Demnächst im Kino, Festival de Cannes, Filmkritiken, Französischer Film, Komödie

„The Electric Kiss“: Kritik zum Cannes-Eröffnungsfilm

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Eine sehenswerte Reise in die Belle Époque: The Electric Kiss von Pierre Salvadori Eigentlich startet The Electric Kiss (La Vénus électrique) zu Beginn recht verworren. Der vom Tod seiner Frau traumatisierte Maler Antoine (Pio Marmaï) stößt auf dem Jahrmarkt voller aufregender Schausteller und Illusionisten auf die „Elektrifizierte Venus“ Suzanne (Anaïs Demoustier), die den Schaulustigen mit ihrer elektrisierenden Performance für ein paar Sekunden dem Atem raubt. Eine Verwechslung später findet sie sich als selbstinszeniertes Medium in dem großen Anwesen des Malers wider. Fortan soll sie eine Verbindung mit seiner verstorbenen Frau namens Irène (Vimala Pons) herstellen. Gleichermaßen gelangt...
Kritik zu „Therapie für Wikinger“: Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling
Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Komödie, La Biennale di Venezia

Kritik zu „Therapie für Wikinger“: Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling

Kritik von Michael Gasch – erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Mads Mikkelsen als John-Lennon-liebender Sonderling: Therapie für Wikinger von Anders Thomas Jensen Anders Thomas Jensen (Helden der Wahrscheinlichkeit und zuletzt King’s Land) präsentiert auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig sein neuestes Werk Therapie für Wikinger. Es mag wie ein Wikingerfilm klingen - und dies wäre nach dem Historiendrama King’s Land gar nicht so abwegig - jedoch handelt es sich um ein modernes Familiendrama über männliche Vergangenheitsbewältigung. Auch wenn die Risse in der menschlichen Seele offengelegt werden und es düster wird - ganz im Geiste Jensen - gab es bis dato keinen anderen Film auf dem Filmfestival, der so viel Geläch...
Was kann Cannes 2026? – Komplettes Programm & Trailer
Aktuelle Filmnews, Festival de Cannes, Festivals

Was kann Cannes 2026? – Komplettes Programm & Trailer

Es wird konkret: Im Rahmen einer Live-Stream-Pressekonferenz wurde am heutigen Donnerstag, 9. April die offizielle Auswahl des diesjährigen Cannes Filmfestivals vorgestellt. Einige zentrale Eckpunkte standen dabei bereits im Vorfeld fest: Pierre Salvadoris La Vénus électrique (The Electric Kiss) wird mit dem französischen Star Gilles Lellouche das Festival eröffnen; den Juryvorsitz übernimmt Koreas Filmlegende Park Chan-wook (Oldboy, No Other Choice); mit Peter Jackson (Der Herr der Ringe-Trilogie) sowie "Funny Girl" Barbra Streisand werden zwei prägende Ikonen des Kinos mit der Ehrenpalme geehrt; und John Travolta (der bereits mit Pulp Fiction als Schauspieler im Wettbewerb vertreten war) darf seinen Debütfilm Propeller One-Way Night Coach an der Croisette präsentieren. Heute jedoch hat ...
Kritik zu „Sentimental Value“: Ein Geniestreich von Joachim Trier
Drama, DVD & Bluray, Festival de Cannes, Filmkritiken

Kritik zu „Sentimental Value“: Ein Geniestreich von Joachim Trier

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 25. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Wenn der Lärm der Eltern verschwindet: Joachim Triers Familienchronik Sentimental Value Die Kamera gleitet über die klare, kühle Schönheit der Osloer Skyline. Schnitt. Nun nähert sie sich einem idyllischen Haus, fährt langsam an dessen Fassaden entlang und zeigt schließlich vereinzelt Fragmente aus dem Leben einer vierköpfigen Familie: wie die Streitereien zwischen den Eltern, bevor der Vater schließlich seine Frau und die beiden Töchter für immer verlässt. Mit seinem Weggang kehrt zwar Ruhe ein, doch zugleich auch eine Leere, die das Haus erfüllt – und das Leben der Schwestern fortan prägen wird. Aus dieser Annäherung heraus entfaltet Jo...
Kritik zu „Alpha“: Der neue Filmrausch von Julia Ducournau
Aktuelle Filmnews, Drama, Festival de Cannes, Filmkritiken, Französischer Film, Im Kino

Kritik zu „Alpha“: Der neue Filmrausch von Julia Ducournau

Kritik von Hendrik Warnke – erstmals zu lesen am 16. Januar 2026. Unmögliche Aufarbeitung: Alpha von Julia Ducournau Alpha ist ein Flop, so weit kann man wohl schon gehen. Einerseits finanziell: Mit rund 820.000 Euro Einspielererlös an den französischen Kinokassen hinkt er nicht nur Julia Ducournaus hervorragendem Debüt Raw hinterher, er schafft es  auch gerade einmal auf rund ein Drittel des Einspielergebnisses von Ducournaus letztem Film, dem Palme d’Or-Gewinner Titane. Und andererseits auch in der öffentlichen Meinung: Eine 5,9 auf IMDb, 6,4 auf Letterboxd, 56 % auf Rotten Tomatoes und unter den größten Enttäuschungen des Jahres vieler Kritiker*innen. „Mit Abstand ihr schlechtester Film. […] Ständig dreht sie sich im Kreis, bis das letzte bisschen Publikumsinteresse aus dem Kino ged...
Kritik zu „Blue Moon“: Ethan Hawke am Broadway
Aktuelle Filmnews, Berlinale, Drama, Filmkritiken, Im Kino, Musical

Kritik zu „Blue Moon“: Ethan Hawke am Broadway

Kritik von Hendrik Warnke – erstmals zu lesen am 18. Februar 2025, gesehen im Rahmen der 75. Berlinale. Richard Linklater (zuletzt A Killer Romance) ist schon wieder mit einem neuen Film zurück. Mal wieder im Doppelpack mit Ethan Hawke (Before-Trilogie, Boyhood), mal wieder als kontinuierliche Handlung innerhalb von ein paar Stunden, aber dafür erstmals in den Vierzigern. Genauer gesagt ist es der 31. März 1943. Das Musical Oklahoma! von Richard Rodgers und Oscars Hammerstein hat gerade seine Premiere im legendären St. James Theatre in New York hinter sich und steht am Anfang seines Erfolgs. Einige Straßen weiter in Sardi’s Bar sitzt Rodgers’ alter Partner Lorenz Hart und sinniert über die Liebe, das Leben und die Kunst. Welcher Satz ist der schlechteste in Casablanca? War das Leben...
Kritik zu „The Testament of Ann Lee“: Dieser Film spaltete Venedig
Aktuelle Filmnews, Drama, Filmkritiken, Im Kino, La Biennale di Venezia, Musical

Kritik zu „The Testament of Ann Lee“: Dieser Film spaltete Venedig

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 1. September 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Kontrovers: The Testament of Ann Lee von Mona Fastvold „Gott würfelt nicht“, soll Albert Einstein einst bemerkt haben. Gemeint war die Ablehnung des Zufalls - eine Haltung, die sich dieser Tage auch auf die Filmfestspiele von Venedig übertragen lässt. Denn reiner Zufall war es wohl nicht, dass Regisseurin Mona Fastvold exakt denselben Premierenslot (Sala Darsena um 19:15 Uhr) erhielt, den im Vorjahr ihr Ehemann und kreativer Partner Brady Corbet mit The Brutalist bespielte. Seit über einem Jahrzehnt arbeiten die beiden nun schon zusammen und durchweg alle ihrer jüngsten Werke feierten ihre Weltpremieren in Venedig. Der Umstand, dass Corbets Werk als monumental r...