Schlagwort: Ralph Fiennes

Kritiken

"Grand Budapest Hotel" (USA/DE 2014) Kritik – Wes Anderson und der verlorene Kontinent

Autor: Jan Görner „Somthing's missing. I don't know what it contains, I don't know what it represents. I don't know what it is but there are traces and shatters of it everywhere.“ Was ist nicht schon alles über Wes Anderson gesagt worden. Die einen halten den Regisseur für einen der patentesten Kinopoeten unserer Tage, einen vernarrten Cinephilen. Die anderen vermuten in ihm einen prätentiösen Blender, allzu oft will man den gebürtigen Texaner beim beherzten Griff in die filmische Mottenkiste erwischt haben. Eines jedoch hört man so gut wie nie über Anderson, nämlich dass er ein Vordenker sei. Viel zu tief wurzelt seine Attitüde, sein dandyhaftes Äußeres in einer Liebe für das Abseitige, Randständige und Anachronistische. Ähnlich geht es auch der Hauptfigur Monsieur Gustave H. (Ralph Fie...
Kritiken

"Schindlers Liste" (USA 1993) Kritik – Wenn Rettung zum Alibi wird

Autor: Pascal Reis "This is very cruel, Oskar. You're giving them hope. You shouldn't do that." Mit „Schindlers Liste“ konnte Steven Spielberg jede Aufmerksam der (Film)Welt lückenlos auf seine Person und das große Holocaust-Werk fokussieren. „Schindlers Liste“ entpuppte sich in Deutschland als einer der größten Kassenschlager. Ob Schulklassen, Cineasten oder Interessierte an der Thematik - alle rannten sie in die Lichtspielhäuser und waren hellauf begeistert von Spielbergs inszenatorischer Brillanz, die dem ergreifenden Kapitel der abstoßenden Kriegsgeschichte einen durch und durch würdigen Vertreter überreichte. Und zweifelsohne: Spielbergs Absichten waren/sind löblich, schließlich wollte er den Menschen auf aller Welt das Entsetzen, den Horror der inhumanen Judenverfolgung näherbringe...
Kritik: James Bond 007: Skyfall (GB 2012) – Sein Hobby ist Auferstehung
Action, Filme, Kritiken

Kritik: James Bond 007: Skyfall (GB 2012) – Sein Hobby ist Auferstehung

England... MI6... so old-fashioned! James Bond ist sichtbar älter, zerbrechlicher und nachdenklicher geworden. Nach seinem eiskalten Rachefeldzug im eher bescheidenen Quantum Of Solace, in dem der Franzose Mathieu Amalric Daniel Craig das Leben schwer machte, wird nun der MI6 und damit einhergehend Großbritannien von Cyber-Terroristen bedroht. Schneller als der Blitz erscheint James Bond (Daniel Craig), der vom MI6 eigentlich für tot erklärt wurde, auf dem Dienstplan, um dieses Mal die Vernichtung des MI6 abzuwenden. Was in einer unglaublich virtuos inszenierten Verfolgungsjagd seinen Anfang nimmt, entwickelt sich schnell zu einem bedrohlichen, sehr realen Thriller, der auf so viel Drama und Düsternis setzt wie kein Bond-Film zuvor. An die Klasse von Casino Royale kann Qualitätsgara...
Kritiken

"Tödliches Kommando" (USA 2008) Kritik – Wenn Krieg zur Sucht wird

"Wie viele Bomben haben Sie schon entschärft?" – "873." Über Frauen am Steuer gibt es ja genügend klischeehafte Sprüche und Scherze, die sich wahrscheinlich schon jede Frau einmal im Leben anhören musste, vielleicht auch deswegen, weil sie das ungeliebte Klischee auch noch bestätigten konnte. Über Frauen auf dem Regiestuhl gibt es solche Witze eigentlich nicht, aber darum geht es in der Filmwelt schließlich nicht, sondern nur darum, was diese Regisseurin abliefert und wie der Erfolg aussieht. Und hier treffen wir auf Kathryn Bigelow, die sich in der Vergangenheit als wahrer Kassenschreck entpuppte. Ihre Filme wie "Near Dark", "Strange Days" und "K:19" waren extreme Flops, die ihre hohen Produktionskosten nicht im Ansatz wieder einspielen konnten und der Ex-Frau von James Cameron so den...
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Der Vorleser (USA/DE 2008)

"Hat sie jemals begriffen, was sie ihnen angetan hat?" Sie ist rätselhaft und viel älter als er. Sie wird seine erste Leidenschaft. Eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael sie wieder, als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrem persönlichen Schicksal und von ihrer grausamen Vergangenheit als KZ-Aufseherin. Berlinale 2009: "Der Vorleser" ist kein dickes Buch. Ich musste es in der Schule lesen und wurde mit einer Fülle an Themen konfrontiert, die man diesem kleinen unscheinbaren Roman nicht zugetraut hätte. Die Shoah, die deutsche Schuld, Vergebung, Liebe zwischen Jung und Alt und Analphabetismus sind die Kerne der Geschichte. Das Buch kam nicht ohne Kritik davon. Zu viel und doch so wenig wird erzählt und Empathie für die Täter waren di...
Kritiken

"Zorn der Titanen" (USA 2012) Kritik – Götter im Familienstress

"Götter sterben nicht." – "Inzwischen schon." 'Kampf der Titanen' war 2010 zwar ein kommerziell recht erfolgreicher Film, doch als unterhaltender Blockbuster ein Totalausfall und gleich einer der miestesten der letzten Jahre. Die Kritiker verhassten und verteufelten ihn und das Publikum ging mit einem großen Gähnen und hämmernden Kopfschmerzen aufgrund des furchtbar schlechten 3D-Effektes aus dem Kino. Alles in allem war das ein schwerer Griff in die Keramikschüssel und hatte rein gar nichts mit Titanen zu tun. 2 Jahre später kam der Nachfolger mit 'Zorn der Titanen' in die Kinos und nicht nur der Titel hat sich verändert, sondern auch ein anderer Regisseur durfte auf dem Stuhl platznehmen, nachdem der Franzose Louis Leterrier 'Kampf der Titanen' so richtig verbockt hatte. Nun war er der ...
Kritiken

"Kampf der Titanen" (USA 2010) Kritik – Von Titanen ist hier keine Spur

"Befreit den Kraken!" Blockbuster sind genau die richtigen Filme, die man sich im Kino anschauen sollte. Aber was versteht man überhaupt unter dem Begriff Blockbuster und welche Filme sind Teil von ihm? Ein Blockbuster ist vor allem ein Film, der Unmengen von Produktionskosten verschlingen kann und Special-Effects zeigt, die nicht nur atemberaubend sind, sondern auch revolutionär. Filme, die das Mainstream-Publikum dienen, die allein der Unterhaltung wegen gemacht sind und niemanden nach dem Ende noch wirklich nachdenklich stimmen oder gar in irgendeiner Form verletzten oder beschäftigten. Ein prophezeiter Kassenschlager und Publikumsmagnet, der die Kosten ohne Probleme wieder einspielen wird und sicher auch noch übertrifft. Vertreter dieser Blockbuster sind zum Beispiel Filme wie 'Ince...
Kritik: Brügge sehen… und sterben? (GB 2008)
Drama, Komödie, Kritiken

Kritik: Brügge sehen… und sterben? (GB 2008)

Kommst du mit rauf? - Was gibt's denn da? - Da gibt's die Aussicht. - Aussicht auf was? Aussicht auf hier unten? Das sehe ich von hier unten genauso gut. Die Story: Nachdem ein Auftrag in London schief geht, sollen sich die beiden irischen Berufskiller Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendon Gleeson) auf Anordnung ihres Bosses Harry (Ralph Fiennes) solange, bis sich die Lage wieder normalisiert, in der belgischen Stadt Brügge verstecken und ruhig verhalten. Von "ruhig sein" haben die beiden allerdings ihre ganz eigene Vorstellung. Treffen mit einem rassistischen Liliputaner gehören hierbei noch zum harmlosesten. Als sich schließlich herausstellt, dass Ken Ray für seinen Fehler in der Ausführung des Londoner Auftrags erledigen soll, überschlagen sich die Ereignisse in der historischen, rom...