Serienkritik "Six Feet Under" – Gestorben wird immer

„You only get one life. There’s no God, no rules, except for those you accept or create for yourself. Then once it’s over… it’s over. Dreamless sleep forever and ever. So why not be happy while you’re here?“

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„Six Feet Under“ könnte kein klassischeres Drama sein. In fünf Akten (Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt, retardierendes Moment und Katastrophe bzw. Lösung) erzählt die Serie einen Lebensabschnitt der Bestatterfamilie Fisher. Leben, Tod, Vergebung, Ewigkeit, Schmerz, Menschlichkeit, Homosexualität, Drogen, Liebe, Hass, Bedauern und viele andere lebenswichtige Themen werden auf äußerst schwarzhumorige und dramatische Weise zur unkonventionellsten und meiner Meinung nach besten Serie aller Zeiten vereint.

Es sind genau drei Dinge, die diese Serie zu dem machen, was sie ist. Die allesamt herausragenden Darsteller (besonders Peter Krause ist für mich die interessanteste Figur, die jemals für das Fersehen geschaffen wurde), ein ebenso komplexes wie geistreiches Drehbuch und die wunderschöne Musikauswahl, welche jede Situation perfekt unterstreicht. Ihr seht also, es braucht nicht viel, um TV-Geschichte zu schreiben.

In meinem Leben hat „Six Feet Under“ inzwischen einen sehr hohen Stellungswert eingenommen. Die Serie bietet einige der emotionalisten und herzzereißendsten Momente, die ich jemals vor meinem Fernseher erlebt habe. Aufgrund der Vielschichtigkeit und der einzigartigen Entwicklung jedes einzelnen Charakters hätte die Serie gar nicht enden dürfen. Und doch bietet sie das packendste Serienfinale überhaupt, entlässt einen mit einem Staunen, das man zuvor noch nie erlebt hat. Es ist das erste Mal seit dem grande „Godfather“, dass ich Perfektion erleben durfte.

Autor Alan Ball kann ich also nicht weniger als ein Genie nennen. Sein Gefühl für Authenzität in den Dialogen, für die Figuren und jedwede Situationen ist überwältigend. Er erzählt nicht nur aus dem Leben, sondern seine Serie ist das Leben. Null Kitsch, null Klischees, jedoch umso mehr Wahrheit prägen seine Erzählung. Um der Geschichte gerecht zu werden, müsste eigentlich jede einzelne Folge und Figur analysiert werden. Ich empfehle inzwischen, soweit möglich, jedem „Six Feet Under“, denn daraus kann gelernt werden. Sie ist so diskussionswürdig wie wenige andere Werke. Sie macht nachdenklich, bringt dich zum Heulen, um dir im nächsten Augenblick wieder einen der besten Lacher zu präsentieren.

Brenda: „Are you familiar with the psychological term ‚projection‘?“
Nate: „Are you familiar with the psychological term ‚blow me‘?“

Ich werde nach und nach diesen Text vervollständigen und ausbessern, bis er hoffentlich eines Tages dieser wahrlich herausragenden Show und jedem der genialen Charaktere gerecht wird. Bis dahin kann ich mich nur wiederholen:

Best series ever made, simply magnificent, mind-blowing, as emotional as any show can be, an event for a life-time!!!

… und eines ist sicher: „Das Ende kommt. Irgendwo, irgendwann, irgendwie.“

Bewertung: 10/10 Sternen