Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Dead Snow 2: Red vs. Dead" (IS/NO 2014) Kritik – Deutsche Panzer rollen wieder

Autor: Pascal Reis „Jesus, Maria and Joseph Stalin!“ Sein Ausflug in die Vereinigten Staaten konnte Tommy Wirkola zwar als durchaus erfolgreichen Schritt in seiner noch jungen Karriere verifizieren, so richtig aber wollte seine Verwurstung grimmscher Märchen mit „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“ dann doch nicht zünden. Im Endeffekt hat Wirkola einen Film gedreht, der geradewegs in die Videotheken hätte gelangen müssen – Ähnlich wie sein inzwischen kultisch gefeierter Vorgänger „Dead Snow“. Zwischen „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“ und „Dead Snow“ aber gibt es nicht nur in den Produktionsbedingungen und der folgenden (Heim-)Kino-Auswertung Differenzen. Entscheidender ist, dass „Dead Snow“ im Gegensatz zum neuinterpretierten Märchenstoff wirklich Freude bereiten konnte, anstatt die offensichtlich...
Filmkritiken

"Dracula Untold" (USA 2014) Kritik – Zahnlose Geburtsstunde des Fürsten der Dunkelheit

Autor: Pascal Reis „What kind of man crawls into his own grave in search of hope?“ Mit weit über 250 Auftritten in den verschiedensten Filmen zählt Graf Dracula wenig überraschend zu den prominentesten Literaturfigur, die jemals ihr Unwesen auf der Leinwand treiben durften. Die Qualität der jeweiligen Werke lässt sich wohl in jeder Güteklasse antreffen, vom miserablen Trash, zur zielgruppenorientierten Nullnummer bis hin zur fundierten Meisterleistung. Den Grafen respektive den Fokus der Narration jedoch erleben wir immerzu in einer Phase, in der die Metamorphose vom Menschen zum Fürsten der Dunkelheit längst abgeschlossen scheint. Es ist die mühsame Akzeptanz der eigenen Untersterblichkeit, den der dramaturgischen Effekt ins Visier nimmt, Gesetz dem Fall, man manifestiert Dracula als ei...
Filmkritiken

"The Sacrament" (USA 2013) Kritik – Kameraschwenk hinter den Vorhang der Scheinheiligkeit

Autor: Pascal Reis „We were doing something great down here. We were gonna change the world.“ Nicht unscheinbar in seinem Gebaren, aber doch reichlich übergangen musste Ti West seine ersten Gehversuche in der Filmwelt erfahren: „The Roost – Angriff der Fledermäuse“ und „Trigger Man“ wurden zwar hier und da mit positiven Stimmen versehen, wirklich ins Blickfeld eines öffentlichen Interesses haben es diese Filme aber gewiss nicht geschafft. Von „Cabin Fever 2: Spring Fever“, der Fortsetzung von Eli Roth gewiefter Retro-Party „Cabin Fever“, distanzierte sich West anschließend auch echt bald, hat ihm das Studio doch einige gewaltige Stöcke zwischen die Beine geworfen, die seinem künstlerischen Ausdruck einen massiven Riegel vorschoben. 2009 sorgte Ti West dann aber für Furore, wenngleich s...
Filmkritiken

"Stereo" (DE 2013) Kritik – Du kannst deinem wahren Ich nicht länger entkommen

Autor: Pascal Reis „Ich hab dir doch von meinen Alpträumen erzählt. Die sind schlimmer geworden.“ Man fühlt sich bei der Besprechung zu einem neuen Genre-Streifen aus Deutschland anfangs immer noch ein wenig gehemmt in seiner Formulierung, möchte man dem deutschen Filmmarkt doch nicht schon wieder all die künstlerische Mutlosigkeit und Tristesse attestieren, wie es in Rezensionen seit Jahren Gang und Gäbe ist, sondern ein schnittiges Lob dafür aussprechen, wenn auch nur für den Versuch. Aber inzwischen ist der Punkt erreicht, in dem das Bestreben und Bemühen allein nicht mehr sonderlich viel bedeutet: Ergebnisse müssen her. Während Österreich mit „Blutgletscher“ und ganz besonders „Das finstere Tal“ ein enormes genreaffines Verständnis an den Tag legte, müht sich das einst in seiner Prod...
Filmkritiken, Serien

"Californication" 3. Staffel (USA 2009) Kritik – …Und ewig lockt der verhängnisvolle Weg

Autor: Pascal Reis „I may be easy, but I'm not sleazy.“ Am Ende der Staffel 2 schlich sich so etwas wie der Ansatz von Frieden, ein Hauch von gegenseitiger Besänftigung, in die Szenerie. Die Charaktere konnten sich wieder in die Augen schauen und ja, sogar das Wunder der Geburt beglückte uns in einer der witzigsten Szenen. Musikproduzent und Bonvivant Lew Ashby (Callum Keith Rennie) war daran nicht unbeteiligt und seine Person, die auch eine Analogie für die von F. Scott Fitzgerald entworfene Kunstfigur Jay Gatsby dargestellt, kühlte die kollektive Anfeindung etwas herunter. Hank (David Duchovny) jedenfalls hatte seine Karen (Natascha McElhone) wieder, die allerdings für einen Job zurück nach New York ist, und Becca (Madeleine Martin) fand sich in einem echten Familienkonstrukt wieder. A...
Filmkritiken, Serien

"Californication" 2. Staffel (USA 2008) Kritik – Die zügellose Flucht vor der Einsamkeit

Autor: Pascal Reis „There is no life without love. None worth having, anyway.“ Das Ende der ersten Staffel von „Californication“ wirkte etwas befremdlich im Kontext der gesamte Serie und Hank (David Duchovny) hat es zwar nicht geschafft, die Hochzeit zwischen seiner geliebten Karen (Natascha McElhone) und Bill (Damian Young) zu verhindern, schlussendlich aber sprang Karen auf den Rücksitz seines Sportwagens und Beide fuhren mit Tochter Becca (Madeleine Martin) davon, während Bill bedröppelt den Rücklichtern hinterher sehen musste. In seinem Pathos irgendwie verklärend, dieses Hau-Ruck-Happy-End, doch für „Californication“ wohl nur eine heitere Bestandsaufnahme, die Hoffnungen schüren sollte und die emotionale Fallhöhe von Familie Moody geflissentlich potenzieren wird. Deswegen empfängt u...
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"Californication" 1. Staffel (USA 2007) Kritik – David Duchovny zwischen Muschis und Verantwortung

Autor: Pascal Reis „I probably won't go down in history, but I will go down on your sister.“ Es wäre eine Lüge, würde man verlauten lassen, dass der zynische Schriftsteller Hank Moody (David Duchovny) seinen promiskuitiven Lebensstil nicht begrüßen würde. Natürlich tut er das, Hank ist ein Frauenmagnet und nimmt alles mit, was sich ihm widerstandslos vor die Flinte wirft, immerhin hilft ihm das auch, sich von seiner kreativen Durststrecke abzulenken – Seit sieben Jahren hat er keinen Satz mehr geschrieben. Eine Lüge aber wäre es auch, würde man Hank als einen Menschen beschreiben, der sich nicht bewusst darüber ist, welche Konsequenzen die sexuellen Ausschweifungen auf sein privates Umfeld haben könnten. Hank versucht in kindlicher Penetranz seine gescheiterte Beziehung mit Karen (Natasc...
Filmkritiken

"Horns" (CA/US 2013) Kritik – Wenn das Gute nicht hilft, muss eben das Böse herhalten

Autor: Pascal Reis „I'm gonna love you for the rest of my life.“ - „Just love me for the rest of mine.“ Dass sich hinter dem Pseudonym 'Joe Hill' der Sohnemann von Literaturikone Stephen King verbirgt, lässt sich auf dem Papier vielleicht noch verheimlichen, sieht man sich dem Mann jedoch ins Gesicht, ist die physiognomische Ähnlichkeit zu seinem renommierten Vater doch frappierend. Selbstredend verdient sich Joe Hill den Mammon ebenfalls als Schriftsteller und dass er Romane zwar toll einführen, aber nicht adäquat zum Ende bringen kann, soll er passenderweise von seinem Erzeuger geerbt haben. Stephen King ist natürlich auch in der Filmwelt seit vier Dekaden kein unbeschriebenes Blatt mehr und geschätzte Regisseure wie Brian De Palma („Carrie – Des Satans jüngste Tochter“), Stanley Kubri...
Filmkritiken

Erster Trailer zum Comic-Blockbuster "Avengers 2: Age of Ultron" mit Robert Downey Jr.

Autor: Pascal Reis Wie mir der Trailer gefällt: Unverholene Theatralik! Aber so muss das wohl sein, wenn eine Horde Superhelden zum zweiten Mal in den Kampf zieht und alles in Schutt und Asche legt. Dieses Mal bekommen es Hulk, Iron Man und Co. mit dem übermächtigen Killerroboter Ultron zu tun und der sorgt dafür, dass im Trailer ein gar apokalyptischen Wind weht. Sieht jedenfalls nicht schlecht aus. Deutscher Kinostart ist der 30. April 2014.
Filmkritiken

"Hercules" (USA 2014) Kritik – Die Wahrheit hinter der Legende

Autor: Pascal Reis „No matter how far you go, man cannot escape his fate.“ Brett Ratner zählt zu der Sektion von Künstlern, die über keinerlei spezifische Handschrift in ihren Arbeiten verfügen: Ratner fungiert seit jeher als eine verlässliche Marionette der großen Produktionsfirmen, hat sich ihren Gesetzen zu beugen und muss springen, wenn es die Bosse verlangen – nach einer ersichtlichen persönlichen Prägung kann man im Output von Brett Ratner lange suchen. Und doch, auch wenn seine Filme nur selten wirklich richtig miserabel sind, wie zum Beispiel „Rush Hour 3“, was aber eben auch den Drehbuchautoren zuzusprechen ist, denn Ratner ist ein Alles- aber kein Autorenfilmer, schafft es der in Florida geborene New-York-University-Absolvent doch immer mal wieder, solide Unterhaltung zu erzeug...