Autor: Pascal Reis

Filmkritiken

"Predator" (USA 1987) Kritik – Eiskalter Jäger im feurigen Dschungel

"Ich habe keine Zeit zu Bluten." Nachdem ich mich mit 'Alien' dem ersten großen schleimigen Weltraummonster gewidmet habe, durfte das Zweite natürlich auch nicht fehlen. Gemeint ist der Predator, der 1987 im gleichnamigen Film von John McTiernan seinen ersten brutalen Auftritt hatte. McTiernan der nach seinem ersten Film immer noch im Dunkeln geblieben ist, inszeniert mit 'Predator' einen wunderbaren und prägenden 80er Jahre Oldschool-Actioner dem der Tiefgang natürlich vollkommen fehlt. Welche Kulisse könnte für einen Film besser sein als der Dschungel selbst? Unberührt, undurchdringlich und kompromisslos. Eine unglaubliche Gefahr. Und was könnte noch schlimmer sein als die Gefahr Dschungel selbst? Genau! Wenn im Dschungel noch ein schier unbesiegbarer Gegner lauert. Der Urwald, mit a...
Kritik: Cobra Verde (D 1987)
Drama, Filme, Filmkritiken

Kritik: Cobra Verde (D 1987)

Dies hier gibt es nicht umsonst. Meine Damen und Herren, wenn Sie mir etwas Geld geben wollen, erzähle ich die Ballade von Francisco Manoel, dem Banditen Cobra Verde, dem Ärmsten der Armen, dem Herrn über die Sklaven, der es zum Vizekönig brachte. Er war der Einsamste von allen. Nun hieß es für mich Abschied nehmen. Abschied von der Zusammenarbeit zweier Menschen die mich tief beeindrucken und faszinieren. Abschied von einer Zusammenarbeit, die 1971 ihren Start mit 'Aguirre, der Zorn Gottes' erlebte und 1987 mit 'Cobra Verde' ihr Ende fand. Abschied von der Zusammenarbeit von Werner Herzog und Klaus Kinski. Heute widme ich mich dann natürlich, wie könnte es auch anders sein, ihrem erwähnten letzten gemeinsamen Film: 'Cobra Verde'. Doch die großen Zeiten der Gemeinsamkeit ist vorbei und ...
Filmkritiken

"Alien" (USA 1979) Kritik – Die Geburtsstunde des berühmtesten Weltraummonsters

"Ich kann Ihnen nichts vormachen, was Ihre Chancen angeht. Aber: Sie haben mein Mitgefühl." Es war das Jahr 1979. Science-Fiction war wieder total angesagt, wobei, war sie je abgesagt? Naja! Jedenfalls war sie wieder der absolute Renner, zwei Jahre zuvor erleuchtete George Lucas mit 'Krieg der Sterne' die Kinos und bereitete den Weg für eine grandiose Weltraum-Oper vor. Doch ein junger Regisseur, auch nach seinem Erstlingswerk noch unbekannt, eröffnet uns eine völlig andere Welt des Weltraums und gleichzeitig die Liebe dafür. Die Rede ist natürlich von Ridley Scott und seinem Durchbuch 'Alien'. Zu Recht genießt der Film heute Kult und Klassikerstatus, denn mit 'Alien' schuf Scott einen der besten Sci-Fi-Filme aller Zeiten, der aber nicht ganz ohne Schwächen auskommt. Das Ridley Sott es...
Kritik: Der Swimmingpool (FR 1969) – In der Hitze der Nacht
Drama, Filmkritiken, Französischer Film

Kritik: Der Swimmingpool (FR 1969) – In der Hitze der Nacht

Wenn echte Paare einen Film zusammen drehen, dann kann das in die verschiedensten Richtungen gehen. Da wären die unbeschreiblich peinlichen Vertreter (Gigli, Swept Away) oder auch die großen Meisterwerke (Eyes Wide Shut, Fargo). Es liegt aber nicht immer an den Schauspielern allein, natürlich spielt auch der Regisseur eine große Rolle. Mit Jacques Deray hat Der Swimmingpool aus dem Jahr 1969 zwar keinen Meisterregisseur auf dem Stuhl sitzen, aber durchaus einen Könner. Dazu die Megastars und das damalige Liebespaar Alain Delon und Romy Schneider in den Hauptrollen und fertig ist ein atmosphärischer Thriller voller Erotik und brennender Hitze. Marianne und Jean-Paul verbringen ihren Liebesurlaub in einer Villa an der Côte d'Azur. Mit dem Besuch eines alten Freundes Henry und dessen frührei...
Filmkritiken

"Endstation Schafott" (FR 1973) Kritik – Die Frage nach Gerechtigkeit

"Schießen, schießen! Weiter könnt ihr wohl nichts! Warum sprecht ihr nicht mit ihnen?!" Nicht nur die Unterhaltung sollte in Filmen zählen, sondern auch die Aussage. Der perfekte Film wäre natürlich ein unterhaltsamer mit ebenso nachhaltiger Wirkung durch seine Eindringlichkeit und Tiefe. Einer der Filme, die man mit Fug und Recht als unterhaltsam und aussagekräftig bezeichnen kann, ist José Giovannis Todesstrafen/Sozial-Drama 'Endstation Schafott' aus dem Jahre 1972. Besetzt mit den französischen Superstars Alain Delon und Jean Gabin inszenierte Giovanni eines der größten und wichtigsten Meisterwerke überhaupt. Grobe Bilder, mit all ihren Ecken und Kanten bestimmten 'Endstation Schafott'. Jean-Jacques Tarbet zeichnet ein durch und durch kaltes und graues Bild der fragwürdigen Gerechti...
Kritik: Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen (USA 2009) – Nicolas Cage im Drogenrausch
Drama, Filme, Filmkritiken, Krimi, Thriller

Kritik: Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen (USA 2009) – Nicolas Cage im Drogenrausch

Was haben diese scheiß Leguane auf meinem Couchtisch verloren? Inzwischen haben wir so einige Reisen durch die Filmlandschaft mit Werner Herzog gemacht. In seinen Besten sind wir dem Fieberwahn verfallen, haben versucht einen Dampfer durch die Gegend zu schleifen, die Unsterblichkeit ausgekostet und sind in vietnamesische Gefangenschaft geraten. Nicht nur einmal hat Herzog die Filmwelt zum Beben gebracht, aber ab und an hat er seine Filme auch zum Stillstand geführt. Jetzt begeben wir uns ins Jahr 2009 und gehen mit Herzog in ein ihm völlig fremdes Genre: dem Drogen-Drama-Cop-Thriller-Irgendwas. Leider ist Herzog auch hier wieder weit vom Meisterwerk entfernt, inszeniert aber einen überdurchschnittlichen Drogen-Trip in eine verlorene Seele. Ich wiederhole mich zwar, aber in diesem Fall...
Filmkritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Der Clan der Sizilianer" (FR 1969) Kritik – Französisches Kino der Extraklasse

"Entschuldigen Sie wenn Sie eines Tages im Morgengrauen wegen mir aufstehen müssen." Das waren noch Zeiten. Die 60er Jahre und das französische Kino. Eine Zeit, in der man sich durchgehend auf Schauspieler und Regisseure verlassen konnte, weil sie einfach alles gegeben und Herzblut in ihre Filme gelegt haben. Dementsprechend sahen die Filme auch aus und nicht nur einmal kam ein Meisterwerk dabei heraus, dass nicht nur die Filmwelt prägte, sondern auch den Zuschauer. Begeben wir uns in das Jahr 1969 und treffen uns in 'Der Clan der Sizilianer' mit drei der BESTEN Schauspieler aller Zeiten und einem der großen Meisterwerke der Filmgeschichte. Berauschend fotografiert Henri Decaë 'Der Clan der Sizilianer' und liefert einige der besten und stilsichersten Bilder der Filmgeschichte. Grobkörn...
Kritik: Rescue Dawn (USA 2006) – Der Schrei nach Freiheit
Drama, Filme, Filmkritiken, Kriegsfilm

Kritik: Rescue Dawn (USA 2006) – Der Schrei nach Freiheit

Leg dich nicht mit denen an, du wirst es bereuen. Wir schreiben das Jahr 2006. Wir erleben die Auferstehung von Werner Herzog im Spielfilm-Bereich. Nach der gefeierten Dokumentation 'Grizzly Man' kehrt Werner Herzog zurück in seine Welt: dem Dschungel. In 'Rescue Dawn' sehen wir das Aufeinandertreffen zweier Größen aus dem Filmbereich: der Vietnamkrieg und Werner Herzog. Und wenn Herzog sich einem Film annimmt kann man davon ausgehen, dass es (meistens) ein besonderer Film wird. 'Rescue Dawn' erfüllt diese Erwartungen, nach letzteren Enttäuschungen, mit Leichtigkeit, ist aber keines der ganz großen Meisterwerke wie wir sie von Herzog früher Regelmäßig erleben durften. Und ewig ruft der Dschungel. Diesem Ruf gibt Herzog sich nur zu gern geschlagen und dafür können wir uns wohl alle glüc...
Filmkritiken

"Street Kings" (USA 2008) Kritik – Im Sumpf aus Korruption und Genre-Alltäglichkeit

"Ihr habt Augen wie ne Halbmondsichel, zieht euch an wie weiße, redet wie schwarze und fahrt Autos wie Juden, woher soll ich also wissen, was ihr für gelbe, hundefleischfressende Charlies seid, wenn ihr es nicht wisst?!" Die Geschichte rundum korrupte, versoffene Cops die nach ihren eigenen Regeln arbeiten ist sicher nichts Neues. Unzählige Male wird sie jedes Jahr im Kino und auf DVD neuaufgerollt, mal gut, mal richtig schlecht. David Ayer inszeniert mit 'Street Kings', basierend auf dem Roman von James Ellroy, von 2008 eindeutig einen der besseren Filme dieser Art, auch wenn man irgendwie alles schon kennt. Kameramann Gabriel Beristain liefert mit 'Street Kings' düstere Hochglanzaufnahmen der stilsicheren Art. Er fängt das korrupte und äußerst brutale Polizisten-Leben in L.A. in durc...
Filmkritiken

"Das Labyrinth der Wörter" (FR 2010) Kritik – Die Kraft der Worte

"Wenn man so jung, so früh, so sehr geliebt wird, dann ist das nicht gut. Man nimmt schlechte Gewohnheiten an. Man hält Ausschau, man hofft, man wartet. Mit der Mutterliebe macht dir das Leben in der frühsten Kindheit ein Versprechen, das es niemals erfüllt." Immer wieder gibt es sie, jedes Jahr aufs Neue. Diese kleinen, unentdeckten Filmperlen, die in den Regalen von Videotheken und Läden versinken und darauf warten, sich endlich entfalten zu dürfen und zu zeigen, was in ihnen steckt. Einer dieser leider viel zu unbekannten Filme ist die wundervolle, französische Tragikomödie 'Das Labyrinth der Wörter' von Jean Becker aus dem Jahr 2010. 'Das Labyrinth der Wörter' besticht durch seine ruhige und feinfühlige Art und lebt immer mehr von seiner unglaublich warmen und umarmenden Atmosphäre...