Schlagwort: 2002

Kritiken

"Secretary" (USA 2002) Kritik – Bei Maggie Gyllenhaal darf Liebe schmerzen

"Who's to say that love needs to be soft and gentle?" Der Sadomasochismus wird aus dem gesellschaftlichen Blickwinkel nur zu gern als reine Devianz bezeichnet, als abartig, abstoßend, abnormal und vor allem als vollkommen unverständliches Unterfangen. Wieso fügen sich Menschen gegenseitig Schmerzen zu? Wo liegt der eigentliche Verhaltensursprung bei solchen Handlungen? Wieso führt Erniedrigung zur explosiven Ekstase, zu immer weiterem Verlangen? Welchen Hintergrund besitzen die ganzen Befriedigungen rundum Devotion und Dominanz? Dabei muss sich der passive wie aktive Sadismus/Masochismus nicht immer auf der sexuellen Ebene abspielen, sondern kann ganz andere ausschlaggebende Punkte besitzen. Doch wie soll man das einer Person beibringen, die schon bei Gesprächsthemen wie dem vorehelich...
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Kritik: City of God (FR/BR/US 2002) – Die ungeschönte Seite Brasiliens

Die Sonne ist für alle da, der Strand nur für die, die es verdient haben. Wenn wir Deutschen im lockeren Sprachgebrauch von dem berüchtigten 'heißen Pflaster' sprechen, dann ist jedem klar, was es mit diesem allseits bekannten Sprichwort auf sich hat. Simpel gesagt versteht man unter dem heißen Pflaster, einen bestimmten Fleck der Erde, an dem die dort herrschenden Sitten nicht gerade denen eines Wellnessurlaubes gleichen und man wäre als Außenstehender deutlich besser damit beraten, sich von diesen Orten fernzuhalten. Jedes Jahr gibt es immer wieder eine wirtschaftliche Darstellung in Listenform, in der die weltweit gefährlichsten Städte aufgelistet sind, reflektiert aus der Todesrate, Überfällen bzw. Verbrechen per se und dem blanken Terror. Darunter fallen immer wieder Metropolen...
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"Signs – Zeichen" (USA 2002) Kritik – Sind wir wirklich allein?

"Du kannst doch auch am Fernseher umschalten. - "Das hab ich schon versucht. Es läuft auf jedem Programm dasselbe." Nachdem sich M. Night Shyamalan im Jahre 1999 dank seines persönlichen Meisterwerkes „The Sixth Sense“ mit den Titeln wie „neue Filmhoffnung“ und „Regiewunderkind“ umkleiden durfte, waren die Erwartungen auf die kommenden Filme des Inders natürlich dementsprechend hoch. Shyamalan musste mit dem harten Boden der Realität in Berührung kommen und die Kritik prasselte in abzusehender Art und Weise auf ihn sein. „Unbreakable“ konnte die Klasse von „The Sixth Sense“ nicht erreichen, ein schlechter Film war es dennoch nicht, denn Shyamalan beherrscht es durchaus, seine Filme überzeugend zu inszenieren, es scheitert nur letztlich an den löchrigen Drehbüchern, ebenfalls immer von M...
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Die "Resident Evil" Reihe (2002-2010) Kritik – Milla Jovovich und die Zombies

"Resident Evil" (USA 2002) Als Alice in der Badewanne aufwacht, hat sie ein schwerwiegendes Problem: Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Nachdem sie gerade Villa erkunden wollte, in der sie erwacht ist, trifft sie auch schon auf Matt, der sich als Freund erweist, und kurze Zeit darauf stürmen auch schon eine Handvoll Elitesoldaten, geführt von One und Rain, in die noble Villa. Alice, Matt und der ebenfalls gedächtnislose Spence werden von den Soldaten mitgenommen und in den Hive geführt, ein unterirdisches Labor, in dem die Umbrella Corporation mit lebensgefährlichen Viren arbeitet. Allerdings ist hier nichts mehr beim Alten und Alice erfährt, dass der Hauptcomputer des Hive, genannt Red Queen, ein tödliches Gas ausgesetzt hat und die unterirdischen Arbeiter des Labors getötet. Der G...
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"Ken Park" (FR/NL/US 2002) Kritik – Sexualität als letzter Halt vor dem Fall

"Wenn du ihn liebst, wieso lässt du dich dann von mir ficken?" - "Vielleicht weil ich dich mag."  Wie weit darf ein Regisseur in Sachen Gewalt und sexueller Freizügigkeit gehen? Wann durchbricht ein Filmemacher die Grenze der plumpen Provokation und bis zu welchem Punkt ist diese physische Offenheit noch ein förderndes Mittel, um die Geschichte produktiv anzutreiben? Darf man ohne Scheu Geschlechtsorgane in die Kamera halten? Womöglich auch in Nahaufnahme und sogar im Fall der Fälle von Jugendlichen? Schnell werden Regisseure und deren Projekte als aufgeblasen, pervers und provokativ betitelt, wenn sie einige Schritte weitergehen, als konventionelle Standardwerke. Richtig ist das natürlich nicht, doch es gibt einfach diesen Spagat, den jeder für sich selber meistern muss und ganz allein en...
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"Gangs of New York" (USA 2002) Kritik – Amerika wurde in den Straßen geboren

"Wenn man einen König ermordet, dann erdolcht man ihn nicht in einer finsteren Ecke. Man tut es da, wo der gesamte Hofstaat ihm beim Sterben zusehen kann." Im Jahre 2002 durfte die Filmwelt den Anfang einer großen Zusammenarbeit erleben, die die Welt noch einige Male begeistert hat und auch begeistern wird. Die Rede ist von Regisseur Martin Scorsese und dem Schauspieler Leonardo DiCaprio. Heute zählen beide zu den bedeutendsten Akteuren in ihren Bereichen, Scorsese natürlich auch schon im Jahre 2002, denn mit Filmen wie "Taxi Driver" und "GoodFellas" machte er sich schon zur Legende, bei DiCaprio war das jedoch ein bisschen anders. Die Meisterleistung in "Gilbert Grape" lag schon einige Jahre zurück und DiCaprio eignete sich ein Schönling-Image an, welches ihn durch die Filme "Romeo & J...
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Kritik: Sympathy for Mr. Vengeance (KR 2002)

"Ich dachte ich würde ein ehrliches Leben führen." Ryu ist taubstumm und seine Schwester braucht dringend eine neue Niere. Er lässt sich mit der Organmafia ein und verliert nicht nur seine Niere, sondern auch das Geld für die Operation seiner Schwester. Aus einem Akt der Verzweiflung entführt er zusammen mit seiner Freundin die Tochter eines reichen Geschäftsmannes. Nur wenige Regisseure haben die Nullerjahre des neuen Jahrtausends so geprägt wie Chan-wook Park. Die Speerspitze des südkoreanischen Kinos hat spätestens seit seinem Cannes-Erfolg "Oldboy" Kultstatus. Dabei war dieser Film erst der zweite Teil seiner thematischen Rache-Trilogie. Nach "Oldboy" folgte die intellektuelle "Kill Bill"-Variation "Sympathy for Lady Vengeance". Beide Filme sind virtuose Genrekonstruktionen. Ihre G...
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"28 Days Later" (GB/US 2002) Kritik – Die Menschheit ist dem Ende nah

"Niemand kommt jemals zurück." In der Filmwelt gibt es nicht gerade viele Regisseure, denen man es auch wirklich zutrauen kann, dass sie in jedem Genre einen Hit landen könnten. Viele Filmemacher spezialisieren sich auf einen Bereich und ziehen ihr eigenes Ding immer wieder durch, doch einer von diesen abwechslungsreichen Regisseuren ist der Brite Danny Boyle, der eine erstaunliche Vielseitigkeit an den Tag legt und mit jedem neuen Film ein anderes Genre austestet. Von der schwarzen Komödie 'Kleine Morde unter Freunden', über den Drogenfilm 'Trainspotting', zum visionären Sci-Fi-Prunkstück 'Sunshine' und dem intensiven Abenteurer-Drama '127 Hours'. Danny Boye kann so einiges, auch wenn er sich ab und an etwas zu viel zu mutet, wie in seinem fragwürdigen und enttäuschenden Oscar-Erfolg '...
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"Punch-Drunk Love" (USA 2002) Kritik – Adam Sandler spielt groß auf

"Was rennst du so schnell, du Idiot? Wir wissen wo du wohnst!" Paul Thomas Anderson hat sich mit nur zwei Filmen zu einem Koloss unter den Regisseuren gemacht. Mit 'Boogie Nights' von 1997 und 'Magnolia' von 1999 machte er sich schon jetzt unsterblich und zählt ohne weiteres zu den besten Filmemachern unserer Zeit. Ein Kritikerliebling, ein Publikumsmagnet und ein einmaliger Könner, der es immer wieder eindrucksvoll versteht, die visuelle Klasse mit seiner erzählerischen Brillanz zu verknüpfen und ein pures Meisterwerk daraus zu entwerfen. Aber Anderson kann nicht nur diese zwei grandiosen Filme vorweisen. Mit 'There Will Be Blood' erreichte er 2007 wieder die Dimensionen eines brachialen und kraftraubenden Glanzstückes, welches nicht von wenigen als Andersons bestes Werk betitelt wird...
Kritik: Catch Me If You Can (USA 2002)
Filme, Heimkino, Kritiken, Retro

Kritik: Catch Me If You Can (USA 2002)

Frank, look. Nobody's chasing you. Man hatte die Hoffnungen ja schon irgendwie aufgegeben, dass Steven Spielberg mal wieder Interesse daran zeigt, das Herz der Zuschauer in den Sälen der Lichtspielhäuser in den höchsten Tönen schlagen zu lassen. Sein Eskapismus war nicht mehr locker-leicht konzipiert, er war von einer entsättigten Düsternis gezeichnet, die den Kleinen der Familie konsequent den Riegel vorschob: Auf „Schindlers Liste“ folge das Sklaven-Drama „Amistad“, nach „Der Soldat James Ryan“ kam die hervorragende Dystopie „Minority Report“. Zwischendurch durfte zwar „A.I. - Künstliche Intelligenz“ noch einmal etwas Magie versprühen, doch von dem federleichten Gestus eines „E.T. - Der Außerirdische“, „Jurassic Park“ oder der „Indiana Jones“-Trilogie waren seine Werke bis zum Jah...