Schlagwort: Venedig Filmfestival

Kritik: Priscilla (USA 2023)
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Kritik: Priscilla (USA 2023)

Eine Gastkritik von Marlies Teichmann Keep the home fires burning. Umjubelter Rockstar verliebt sich in schüchternes Mädchen von nebenan. Was wie der Plot eines Hallmark Films oder eines kitschigen Märchens klingt, ist die Geschichte von Elvis Presley und Priscilla Beaulieu. Zumindest könnte man das meinen, wenn man nur den Teaser Trailer gesehen hat. In Wahrheit ist dies aber die Geschichte eines erwachsenen Mannes – Elvis ist zehn Jahre älter, als er die 14-jährige Priscilla kennenlernt – der ein junges Mädchen wie eine Puppe behandelt um sie nach seinen eigenen Vorstellungen zu formen. Priscilla demonstriert beinahe lehrbuchhaft, wie es passieren kann, dass man in einer toxischen Beziehung landet und auch darin verbleibt. Auf der einen Seite sie, das schüchterne junge Mädchen, dem ...
Jetzt im Heimkino: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen 2022
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Jetzt im Heimkino: All the Beauty and the Bloodshed – Der Gewinner des Goldenen Löwen 2022

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – A reminder of what can be achieved by those who take pain and turn it into truth. Der Gewinner des diesjährigen Goldenen Löwen steht fest. Und es durfte, wie schon in den vergangenen zwei Jahren (Audrey Diwan sowie Chloé Zhao), vollkommen verdient, obwohl die Konkurrenz nicht ohne war, eine Regisseurin den Hauptpreis entgegennehmen. Es ist allerdings gerade deshalb eine große Überraschung, dass All the Beauty and the Bloodshed ausgezeichnet wurde, weil es sich um eine Dokumentation handelt. Den Oscar für den besten Dokumentarfilm konnte Laura Poitras zwar bereits 2015 mit ihrem mit der Kamera festgehaltenen Treffen mit Edward Snowden (Citizenfour) gewinnen - auch heute noch absolut sehenswert! Doch mit All the Beauty and...
Kritik: Der Killer (USA 2023)
Aktuelle Filmnews, Filmkritiken, Im Kino, La Biennale di Venezia, Netflix, Thriller

Kritik: Der Killer (USA 2023)

– gesehen im Rahmen der 80. Filmfestspiele von Venedig 2023 – Stick to your plan. "Le Tueur", die gefeierte französische Graphic Novel-Serie von Matz und Luc Jacamon, hat seit ihrer Erstveröffentlichung im Jahr 1998 die Leser mit ihrer düsteren Noir-Ästhetik in ihren Bann gezogen. Besonders geschätzt wird die Vorlage für ihre realistische Darstellung von Gewalt und die komplexe Psyche ihres namenlosen Profikillers, der mit äußerster Sorgfalt seine Aufträge ausführt. Eine ideale Grundlage also für David Fincher, der ebenfalls für seinen unerbittlichen Perfektionismus bekannt ist. Dazu kommt, dass er sich schon lange im Bereich der düsteren und psychologisch anspruchsvollen Thriller bewiesen hat (Sieben, Zodiac). Ich selbst bin nicht der größte Fincher-Fan, seine letzten Regiearbeiten w...
Kritik: The Whale (USA 2022) | Neu auf Blu-ray
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Kritik: The Whale (USA 2022) | Neu auf Blu-ray

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022, Kritik erstmals zu lesen am 7. September 2022 – Who would want me to be part of their life? Fast zwölf Jahre ist es schon her, dass ich Darren Aronofskys Black Swan im Kino gesehen habe - ganz genau am 31. Dezember 2010. Etwas, was ich nie wieder machen sollte, denn der Film beschäftigte mich damals noch die ganze Nacht bis ins neue Jahr hinein. Aber dieses Erlebnis hatte sich wie kaum ein anderes gelohnt, zuvor hatte ich wirklich noch keine vergleichbare Stimmung bei einem Kinobesuch erlebt (es war die eine Vorabpremiere in Berlin, bevor Black Swan am 20. Januar 2011 offiziell in den deutschen Kinos gestartet ist). Diesem cineastischen Trip mit der bis heute unvergesslichen Schauspielleistung Natalie Portmans konnte in d...
Kritik: Pearl (USA 2022) – Das Horror-Highlight des Jahres
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Kritik: Pearl (USA 2022) – Das Horror-Highlight des Jahres

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022, Kritik erstmals zu lesen am 4. September 2022 – Nachdem Ti West mit dem herausragenden The Innkeepers (2011) effektiv das Thema Depression behandelte und zuvor mit The House of the Devil (2009) meisterhaft demonstrierte, dass sich guter (moderner) Horror nicht durch endlose Jump Scares und maximales Blutgespritze definieren muss, meldete sich das US-amerikanische Genre-As, viel zu lange nach den beiden Ausnahmewerken, dieses Jahr endlich mit einem neuen Schocker zurück: X, so der simple kurze Titel, lief in Deutschland nur für kurze Zeit in den Kinos und ist seit gestern, 2. September bereits fürs Heimkino erhältlich*. X stellt den für mich bisher besten Horrorfilm des Jahres dar. X ist hierbei der bis dato fraglos refere...
Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022) | Neu bei Disney+
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Kritik: The Banshees of Inisherin (IRL, UK, USA 2022) | Neu bei Disney+

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – “I don’t give a FECK about Mozart!”  Filme, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt während man gleichzeitig Tränen verdrücken muss - das kommt euch bekannt vor? Klar, denn es ist immerhin von der neuen Regiearbeit Martin McDonaghs die Rede, dem wir die drei tragikomischen Glanzstücke Six Shooter (2004), Brügge sehen... und sterben? (2008) und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) zu verdanken haben. In The Banshees of Inisherin dreht sich alles um zwei Best Buddies, die Anfang der 1920er auf einer abgelegenen Insel vor der Westküste Irlands leben, deren Bewohner jedoch, abgesehen von fast täglichen Pub-Treffen, nicht viel in ihrer Freizeit zu tun haben. Ein stundenlanger Monolog über den hau...
Netflix-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)
Drama, Filmkritiken, Komödie, Netflix

Netflix-Kritik: Weißes Rauschen (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – You can't hear it, if it's everywhere. Noah Baumbach ist wirklich einer der interessantesten US-amerikanischen Filmemacher des letzten Jahrzehnts. Seit Frances Ha (2012) hat der in Brooklyn, NY geborene Autorenregisseur erfolgreich eine treue Fan-Base aufgebaut, zumeist mit seiner Lebensgefährtin und ebenfalls Erfolgsregisseurin Greta Gerwig (Lady Bird) vor der Kamera. Herausgekommen sind hierbei bisher zumeist herausragende Tragikomödien - mein bisheriger Favorit der eher unterschätzter Mistress America (2015). Mit dem bergmanesken Marriage Story (2019) konnte er dann immerhin sechs Oscar-Nominierung abstauben, Laura Dern wurde am Ende sogar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Nach diesem Erfolg waren die Erwartu...
Kritik: Don’t Worry Darling (USA 2022)
Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Don’t Worry Darling (USA 2022)

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022 – Welcome to Victory! Als Olivia Wilde mit Booksmart* 2019 ihr Regiedebüt gab, war es die darauffolgenden drei Jahre still um die Regisseurin, die mit schnittigen Dialogen und einer ordentlichen Portion Wagemut eine frische Brise in das moderne Coming-of-Age-Kino brachte. Don’t Worry Darling, der seit dem 22. September in deutschlandweit in den Kinos läuft, zeigt jedoch, dass Booksmart kein One-Hit-Wonder war, im Gegenteil. So steht auch dem Zweitwerk der Mut Wildes wie ins Gesicht geschrieben, welcher sich nicht nur in der eigentlichen Story, sondern auch zwischen den Zeilen wiederfindet. Wildes Werk gehört dabei in die Kategorie Film, zu der man sich am besten gar nichts vorher anschauen sollte. Die Geschichte, die sich...
Netflix-Kritik: Blond (USA 2022)
Drama, Filmkritiken, Netflix

Netflix-Kritik: Blond (USA 2022)

Watched by all, seen by none. Seit Blond am 8. September bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Weltpremiere feierte, drischt die Mehrheit des Publikums auf die neuste Arbeit von die Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford-Regisseur Andrew Dominik ein. Seit gestern (28. September 2022) ist das skandalöse Marilyn Monroe Biopic nun exklusiv im Netflix-Abo enthalten. Und mit dem Streaming-Start gibt es jetzt hier noch zwei Meinungen mehr, die für den Film in die Bresche springen. Für Philippe ist Blond schon jetzt einer der visionärsten, mutigsten Filme des noch jungen Jahrzehnts: So muss es sich damals wohl angefühlt haben, als man zu den wenigen gehört hat, die gewisse Skandalfilme von Stanley Kubrick, Pier Paolo Pasolini, Gaspar Noé, David Lynch u...
Kritik zu „Spencer“: Kristen Stewart als Lady Di
Drama, DVD & Bluray, Filmkritiken

Kritik zu „Spencer“: Kristen Stewart als Lady Di

Kritik von Philippe Paturel, erstmals zu lesen am 3. September 2021 - gesehen im Rahmen der 78. Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2021. “The thing is Diana, there has to be two of you. The real one and the one they take pictures of.” Mit "Eine Fabel nach einer wahren Tragödie" eröffnet der chilenische Regisseur Pablo Larraín (zuletzt gefeiert für das Reggaeton-Drama Ema) seinen neusten Historienfilm, welcher heute im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feierte. Einigen Hype löste Spencer schon vor Wochen und Monaten aus, als bekannt wurde, dass Lady Diana, die tragische Prinzessin von Wales, von Kristen Stewart verkörpert werden würde. Und ebenfalls, als das erste offizielle Foto von Kristen Stewart als Lady Di online gestellt wurde. Doch mit ihrer...