"Death Proof" (USA 2007) Kritik – Tarantino und das 70er Jahre Trash-kino

„Es sollte beeindruckend sein… Und unheimlich beeindruckt unheimlich!“

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Meisterregisseur Quentin Tarantino, der ein Meisterwerk nach dem anderen abliefert, bringt mit ‚Death Proof‘ eine Hommage an das Schmuddelkino der 70er Jahre. Tarantinos Film erfüllt seinen Zweck und ist ein dreckiger, spaßiger und brutaler Ausflug ins Trash-Genre, der das Mainstream-Publikum, vor allem wegen seiner Dialoglastigkeit, zu Tode langweilen könnte.

Der Film besteht aus zwei Handlungssträngen: Im ersten geht es um eine Runde Mädchen auf dem Weg in ein Ferienhaus sind. Sie halten in einer Bar und machen die Bekanntschaft mit dem harmlos erscheinenden Stuntman Mike. Auf dem Heimweg stellen sie fest, welche Absichten Stuntman Mike wirklich hegte und ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
Ein Jahr später: Wieder gerät eine Gruppe Frauen in die Schussbahn von Stuntman Mike, doch diesmal hat er sich mit den falschen angelegt und das Blatt wendet sich.

Das zerkratzte Bild und die Technikfehler lassen den Film wie einen 70er Jahre Billigstreifen aussehen und verleihen ihm die richtige Atmosphäre. Der gewohnt perfekt ausgewählte Soundtrack von Tarantino passt zu jeder Szene und Einstellungen und jedes Musikstück ist ein ganz eigenes Highlight.

Die Darsteller sind gut gewählt und passen in ihre Rollen. Die Frauen der ersten Episode werden gespielt von: Sydney Poitier, Vanessa Ferlito und Jordan Ladd. In der ersten Episode gibt es dann auch Dialoge die fast 45 Minuten am Stück gehen. Die größten Gesprächsthemen sind Männer und Sex. In der zweiten Episode werden die Rollen der toughen Girls dann von: Tracie Toms, Zoe Bell, Rosario Dawson und Mary Elizbeth Winstead übernehmen. Sie reden zwar nicht ganz so viel wie die ersten Damen, aber dennoch genug um viele Zuschauer vollends den Nerv zu rauben. Die Dialoge sind ganz Tarantino-like und machen eine Menge Spaß. Mit vielen Anspielungen versehen, reden sich die Frauen fast durchgehend durch den Film. Aber der große Besetzungscoup ist Tarantino mit Kurt Russell gelungen. Russell spielt den psychopathischen Stuntman Mike und knüpft an seine besten und coolsten Darstellungen an. Auch in den Nebenrollen sieht man einige bekannte Gesichte: Eli Roth, Rose McGowan, Omar Doom und Quentin Tarantino höchstpersönlich.

Tarantinos ‚Death Proof‘ ist wie gesagt, kein Film für das breite Publikum, die vielleicht einen actionreichen Film erwarten. Es wird sehr viel geredet und bei den Dialogen werden sich die meisten, die eben einen Actionreißer erwarten, schrecklich langweilen. Ich kann aber auch nachvollziehen, wenn jemand mit dem Film trotzdem absolut gar nichts anfangen kann. Er ist eben deutliche Geschmackssache. Für alle anderen, die bereits wissen worauf sie sich einlassen und auch gefallen an so etwas finden können, kriegen ein Road-Movie voller starker Dialoge, fantastischer Musik und einigen brutalen Einlagen. Tarantino beweist wieder mal eine der stilsichersten Inszenierungen, voller Anspielungen, kranker Ideen und Zitaten.

Fazit: Tarantinos Ausflug ins Trash-Genre ist ein aberwitziger Road Trip mit gewollten Technikfehlern, starker Musik, guten Dialogen, schnellen Autos und einem genialen Kurt Russell. Kein Film für Jedermann, aber ein Film für Cineasten und Tarantino Fans.

Bewertung: 8/10 Sternen